Übergriff im Rathaus Mitarbeiterin des Sozialamtes mit Messer bedroht

Metelen -

Die Mitarbeiterinnen des Sozialamtes in der Gemeindeverwaltung müssen bisweilen ein dickes Fell im Umgang mit ihrer Klientel haben. Doch der Fall eines Flüchtlings, der im Rathaus sein Messer zückte, sorgte jetzt für Konsequenzen: Gegen den Mann wurde Anzeige erstattet.

Von Dieter Huge sive Huwe
In einem Dienstzimmer des Sozialamtes im Rathauses zückte ein Flüchtling ein Messer vor der Verwaltungsmitarbeiterin. Die Gemeinde erstattete nach dem Vorfall Anzeige gegen den Mann.
In einem Dienstzimmer des Sozialamtes im Rathauses zückte ein Flüchtling ein Messer vor der Verwaltungsmitarbeiterin. Die Gemeinde erstattete nach dem Vorfall Anzeige gegen den Mann. Foto: Dieter Huge sive Huwe

„Die Integration der zu uns geflüchteten Menschen läuft“, hatte Bürgermeister Gregor Krabbe in seiner Haushaltsrede positiv herausgestellt. Doch am Ende des Kapitels zum Thema Flüchtlinge sagte er auch einen Satz, der aufhorchen ließ: „Allerdings sollte nicht unerwähnt bleiben, dass ein kleiner Personenkreis in den letzten Wochen für große Probleme im Rathaus und in den Unterkünften sorgt.“

Fall zur Anzeige gebracht

Probleme, das ergaben Nachfragen der Redaktion, die sogar so weit gehen, dass ein Flüchtling mit einer Stichwaffe in der Hand einer Mitarbeiterin des Sozialamtes gegenübertrat. Simone Frahling, Leiterin des Fachbereichs Öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Verwaltung, schildert diesen Fall, der sich im November zugetragen hatte: „Der Mann hat vor meiner Kollegin gestanden und ein Messer gezogen.“ Mehr sei nicht passiert, aber natürlich habe man den Fall bei der Polizei zur Anzeige gebracht.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Ordnungshüter im Erdgeschoss des Rathauses aktiv werden musste. „Der Bezirksbeamte ist von uns schon öfter um Unterstützung gebeten worden“, erläutert Frahling. Gut, dass das Büro des Polizisten quasi Tür an Tür mit der Verwaltung liegt.

Probleme mit jungen Männern

„Es ist eine Gruppe alleinstehender, junger Männer, mit der es immer wieder Probleme gibt“, umreißt Frahling den Personenkreis aus der Mitte der Flüchtlinge, der für Ärger sorgt. Die Integrationsbereitschaft einiger dieser Männer sei, wenn überhaupt, nur sehr schwach ausgeprägt. Und darunter litten auch andere Asylsuchende in den Unterkünften, welche die Gemeinde unterhält.

„Die beschweren sich zu Recht darüber, dass von besagtem Personenkreis teils bis spät in die Nacht laute Musik gehört wird. Wer aber um 8 Uhr am Morgen in der Schule sitzen will, um am Deutschunterricht teilzunehmen, hat dafür kein Verständnis.“

Nur zu zweit oder dritt in die Unterkünfte

Situationen wie die beschriebene führten zu Eskalationen, in deren Verlauf auch die Polizei zur Unterkunft gerufen werden musste. Der Messer-Vorfall sei sicherlich ein Extremfall, doch veranschauliche er auch deutlich, unter welchen Bedingungen ihre Mitarbeiterinnen – im Sozialamt sind ausschließlich Frauen beschäftigt – arbeiten müssten.

„Grundsätzlich gehen wir nur zu zweit oder dritt in die entsprechenden Unterkünfte“, beschreibt Simone Frahling eine Vorsichtsmaßnahme. Seit dem Vorfall im Dienstzimmer stehe stets eine Kollegin bei Terminen mit einschlägig bekannten Flüchtlingen im Türrahmen.

Sanktionierungspotenzial begrenzt

Das Sanktionierungspotenzial der Verwaltung gegenüber jenen, die sich nicht an die Spielregeln halten, ist allerdings begrenzt. „Im SGB-II-Bereich – einige der Männer sind anerkannt – gibt es die Option der Leistungskürzung“, schildert Frahling. Das Asylbewerberleistungsgesetz hingegen sei da wesentlich enger gefasst.

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