Aktion „Laufen gegen den Krebs“ Helm auf, Lampe an – Abmarsch!

Metelen -

Sie haben es geschafft: Eine Gruppe von Feuerwehrleuten aus Metelen, Gronau und Nordwalde sowie befreundete Blauröcke aus Bayern und vom Niederrhein sind in voller Ausrüstung von Metelen bis nach Münster gelaufen – um Spenden zu sammeln für das Familienhaus der Uniklinik.

Von Dieter Huge sive Huwe
Daumen hoch für eine gute Sache! Guten Mutes machten sich die elf Feuerwehrleute um kurz nach Mitternacht vom Gerätehaus in Metelen aus auf den Weg nach Münster.
Daumen hoch für eine gute Sache! Guten Mutes machten sich die elf Feuerwehrleute um kurz nach Mitternacht vom Gerätehaus in Metelen aus auf den Weg nach Münster. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Es sah schon ein wenig gespenstisch aus, als die Gruppe auf dem Radweg neben der Kreisstraße aus dem dichten Nebel auftauchte, der diesen nasskalten Morgen begleitete. Im Licht der Autoscheinwerfer leuchteten die Reflektoren der Jacken kurz auf, die Männer und eine Frau trugen Helme, auf dem Rücken Atemluft-Flaschen. Und sie wirkten ein wenig abgekämpft. Kein Wunder, waren sie doch schon seit Mitternacht auf den Beinen – für eine gute Sache.

Nach Wochen der Vorbereitung, intensivem Training, nach vielen Telefonaten und organisatorischen Absprachen machten sich in der Nacht zum Dienstag elf Feuerwehrleute in kompletter Ausrüstung auf den Weg von Metelen nach Münster. „Laufen gegen den Krebs“ hatten sie sich auf die Fahne geschrieben, deutlich sichtbar an Patches auf den Jacken und auf einem Aufkleber des Begleitfahrzeugs.

Viele Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr waren bereits eine halbe Stunde vor Mitternacht ins Spritzenhaus gekommen. Sie wollten dabei sein, wenn sich der „Club der blauen Helme“ auf den Weg machen würde.

In der Fahrzeughalle war bereits die Ausrüstung bereitgelegt, im Mannschaftsraum stärkte sich das Team mit Häppchen, die ein örtlicher Partyservice gesponsert hatte. „So unterstütze ich die Aktion“, freute sich Stefan Böhm, der gemeinsam mit Denis Böhm auch unterwegs bei den Pausenstationen für die Verpflegung sorgte. Knabbereien lagen zudem in einem großen Pappkarton im Begleit-Bulli.

Denn das, was sich die Truppe vorgenommen hatte, war nicht von Pappe. Bis nach Münster, zunächst längs der ehemaligen Bahntrasse bis Burgsteinfurt und dann durch eine Bauerschaft zum Steinfurter Ortsteil Borghorst. Bis Münster folgten die elf Feuerwehrleute dann der ehemaligen Bundesstraße 54 – immer auf dem parallel laufenden Radweg.

Noch kurz vor dem Antritt des Marsches „flatterten“ noch zwei zusätzliche Spenden für das Familienhaus an der Uniklinik Münster, das die sportlichen Blauröcke mit ihrer Aktion unterstützen, ein. Wehrchef Manfred Krude hatte einen Umschlag parat, und auch Bürgermeister Gregor Krabbe kam nicht mit leeren Händen. Herzliche Worte des Dankes hatte er überdies – wie auch Krude – für das Engagement der Feuerwehrleute. Pastor Thomas Stapper hatte sich zu später Stunde ebenfalls auf den Weg zum Gerätehaus gemacht. Er gab dem Projekt den Reisesegen, und auch das „Lobet den Herren“ erklang zu dieser frühen Stunde – der Uhrzeiger hatte die Zwölf mittlerweile hinter sich gelassen.

Zeit also, aufzurödeln. Die Ausrüstung wurde angelegt, die Flaschen umgeschnallt, die Helme aufgesetzt. Der Kern der Gruppe, bestehend aus Kameraden der Wehren aus Metelen, Gronau und Nordwalde, hatte die blaulackierten Helme auf, die der Gruppe ihren Namen gegeben hatten. Doch noch auf der Zielgeraden fanden sich drei weitere Feuerwehrleute, die sich für die Aktion begeisterten.

„Der hat mich verrückt gemacht“, lachte Marcel Gruben. Er arbeitet mit Initiator Stefan Krzywanski in einer Berufsfeuerwehr-Einheit. Die Berichte über den bevorstehenden Marsch rissen auch ihn mit. Fit war er eh – wie auch Patrick Born und Fabian Blümmert. Die beiden reisten eigens aus Bayern an, nahmen am Montag eine fünfstündige Autofahrt auf sich, um mitlaufen zu können. „Wir kennen den Ingo gut“, verriet Born. Ingo, das ist Ingo Kolhoff aus Gronau, der auch schon mit Stefan Krzywanski in Wettbewerben und im Feuerwehr-Outfit Hochhäuser erklommen hatte.

Zu dieser frühen Stunde ging es aber nicht darum, Erster zu sein, sondern im Team anzukommen. Nach letzten Umarmungen und besten Wünschen brach die Truppe dann auf. Es war 0.15 Uhr. Die Lampen des Nordring-Kreisels spendeten noch ein wenig Licht, doch schon Minuten später zeigten nur noch die Helmlampen den elf Feuerwehrleuten ihren Weg durch die Dunkelheit.

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