Schulausschuss Nachwuchs braucht Platz

Lotte -

Die Zahl der Kinder in der Gemeinde Lotte steigt. Eigentlich eine gute Nachricht. Doch der Nachwuchs will auch angemessen untergebracht, pädagogisch betreut und sinnvoll beschäftigt werden. Das bedeutet: Mehr Kindergartenplätze und größere Sporthallen müssen her.

Von Ulrike Havermeyer
 Soll erweitert werden: Die Sporthalle in Wersen bietet nicht mehr genug Platz für den Schulsport.
 Soll erweitert werden: Die Sporthalle in Wersen bietet nicht mehr genug Platz für den Schulsport. Foto: Ulrike Havermeyer

Es war nicht das erste Mal, dass sich die Mitglieder des Ausschusses für Schulen, Sport, Soziales und Kultur mit der Herausforderung beschäftigten, wie die Gemeinde die bereits bestehenden und laut statistischer Prognosen auch weiterhin wachsenden Bedarfe an Betreuungsplätzen und Hallenkapazitäten decken kann.

Zumindest was die Sporthallenerweiterung betrifft, kommt jetzt Bewegung auf: Während laut einer Untersuchung der Verwaltung in Alt-Lotte und Büren ausreichend Hallenkapazitäten vorhanden sind, mangelt es in Wersen an Flächen für überdachte Bewegungsangebote. Wobei es hier in erster Linie um die Sicherung des Schulsportes geht, wie Hauptamtsleiter Werner Borchelt betonte. „Wir haben in Wersen den Bedarf für eine weitere Sporthalleneinheit ermittelt“, erklärte er, was einer Fläche von 15 mal 27 Metern entspreche. Dabei favorisiert Borchelt einen Anbau an die bereits bestehende gegenüber dem Neubau einer separaten Halle.

Die Verwaltung und die Vertreter der Fraktionen waren sich allerdings darüber einig, dass neben der Sicherung des Schulsports auch für ausreichend Hallenkapazitäten und -zeiten für die Vereine und den Breitensport gesorgt werden müsse. Der Weg, dieses Ziel gleichermaßen in allen Ortsteilen zu erreichen, ist noch weit, denn sowohl die Halle in Alt-Lotte als auch die in Halen sind dringend sanierungsbedürftig. Viele Sportbegeisterte, vor allem im Kinder- und Jugendbereich, wanderten daher zu Sportvereinen in den Nachbargemeinden ab, zitierte Friedhelm Lange ( CDU ) den Präsidenten des Gemeindesportverbandes Gerd Sies.

„Wir müssen die Frage für uns beantworten, ob wir in zwei alte Immobilien aus den 1950er Jahren investieren wollen“, stellte Borchert zur Diskussion, „oder ob wir entsprechend mehr Geld in die Hand nehmen und stattdessen die alten Gebäude abreißen und neu bauen wollen.“ Der Reiz der Neubau-Variante liege darin, dass die Gemeinde dann am Ende über zwei Immobilien verfüge, die auf dem neuesten Stand der Technik seien. „Ganz oder gar nicht, halbe Sachen sind da eigentlich nicht zu verantworten“, appellierte der Hauptamtsleiter an die Ausschussmitglieder, die Marschrichtung klar zu definieren. Das soll nun in einer der kommenden Sitzungen geschehen. Zunächst empfahlen die Ausschussmitglieder einstimmig, die Verwaltung damit zu beauftragen, die Kosten zu ermitteln, die jeweils ein An- oder Neubau am Standort Wersen kosten würde.

Nächstes Thema: Im Ortsteil Büren soll eine weitere Kindertagesstätte gebaut werden. Das Kreisjugendamt hat für das Kindergartenjahr 2018/19 einen Bedarf von zusätzlichen fünf Gruppen für den Bereich Wersen/Büren festgestellt. Nachdem man 15 potenzielle Träger angeschrieben habe, berichtete Kevin Simon vom Kreis Steinfurt, liege nun lediglich die Bewerbung des Christlichen Jugenddorfwerks Deutschland (CJD), einem anerkannten Träger der Jugendhilfe und Mitglied im Diakonischen Werk, vor. Dessen Vertreter Klaus-Peter Brell präsentierte dem Ausschuss das geplante Konzept: Nach dem Grundsatz „Keiner darf verlorengehen“ sollen 14 festangestellte Mitarbeiter etwa 85 Kinder betreuen.

So sehr die Ausführungen von Klaus-Peter Brell die Ausschussmitglieder überzeugten, so harsch fiel ihre Kritik am Gesamtvorgehen aus: Viel zu kurzfristig gehe der Kreis an die Erweiterung der Betreuungsangebote heran, stimmten die Vertreter der Fraktionen überein. Schon jetzt sprächen die Statistiken eine eindeutige Sprache, dass die Bedarfe an Kita-Plätzen, zumal die für die Unter-Dreijährigen, auch in den nächsten Jahren weiter wachsen. Kevin Simon verwies auf „die komplizierte Finanzierungssystematik“, die sich hoffentlich bald komplett ändere.

Gegen die Stimmen der Grünen votierte der Ausschuss schließlich dafür, dem Kreisjugendhilfeausschuss zu empfehlen, dem CJD die Trägerschaft der geplanten Kindertagesstätte nahezulegen. Eine Erweiterung für eine sechste Gruppe, versuchte Brell eine Perspektive aufzuzeigen, habe der CJD ohnehin schon im Auge.

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