Betrugsfälle im Gastgewerbe Zechpreller unterwegs

Lotte/WEsterkappeln -

Als Zechpreller erwies sich offenbar ein Gast, der sich sowohl im „Schützenhof“ in Westerkappeln als auch im „Hotel Knüppe“ in Lotte eingemietet hatte.

Von Ursula Holtgrewe
Als Zechpreller verließ ein Gast das „Hotel Knüppe“ in Alt-Lotte.
Als Zechpreller verließ ein Gast das „Hotel Knüppe“ in Alt-Lotte. Foto: Ursula Holtgrewe

Mit Ärger über einen Gast hat für Betreiber im Alt-Lotter Hotel Knüppe und im Westerkappelner „ Schützenhof “ das Jahr 2017 begonnen. Der kontaktfreudige Besucher erwies sich als Zechpreller.

„Ich meine, andere müssen gewarnt werden“, betont Doris Knüppe aus Lotte . Am 27. Dezember checkte im Hotel Knüppe ein durchaus vertrauenswürdig wirkender Gast aus Kassel ein. Vorgefahren war er mit einem auffälligen Pkw, der einen breiten goldenen Zierstreifen an den Seiten hatte.

Der Gast zeigte sich als kommunikativer Zeitgenosse. „Er war fast schon aufdringlich und kam zu mir in die Küche, als ich für Feiern kochte, und quatschte mich voll“, erinnerte sie sich. Sein Hauptthema war, dass er Trockenbauer sei und einen Auftrag in Tecklenburg habe. Bis März wolle er das Hotelzimmer in Alt-Lotte buchen. Sein Chef komme am 2. Januar nach.

Tags drauf wurde der Gast im Ort gesehen. Wie Doris Knüppe nach dem Jahreswechsel erfuhr, war es dem Fremden gelungen, mit seinen Geschichten das Vertrauen und Mitleid eines Lotters zu erheischen. Er lieh dem Besucher 150 Euro.

Wenige Tage später war der hilfsbereite Bürger misstrauisch geworden, weil er den Mann aus Kassel nicht mehr getroffen hatte. Er wusste, dass dieser im „Hotel Knüppe“ wohnte und rief dort an. Die Unternehmerin musste dem Anrufer berichten: „Der Typ ist gerade abgehauen.“

Das Telefonat war am 2. Januar. An dem Tag hatte Doris Knüppe den Gast gebeten, dass er für eine Woche die Übernachtungen bezahlen solle. „Er hat gesagt, er müsse zur Bank und sei in einer halben Stunde wieder zurück. Spätestens da hätte ich richtig misstrauisch werden sollen. Es dauert hier im Ort keine halbe Stunde, bis jemand von einer Bank wieder zurück ist“, sagt sie.

Eine Dreiviertelstunde später schauten sie und ihr Mann im Zimmer nach. Es war leer. Der Wagen war vom Hof verschwunden – und auch der Zimmerschlüssel. Doris Knüppe erstattete Anzeige wegen Zechprellerei.

Fast zeitgleich war derselbe Betrüger im Westerkappelner Schützenhof eingebucht. „Er kam am 28. Dezember zu uns“, berichtet Chefin Petra Rieskamp-Goedeking. „Forsches Auftreten hatte er und war sehr redselig. So einen Gast hatten wir noch nicht. Er kam in der Gaststube sofort mit den Gästen in Kontakt und erzählte immer wieder, dass er als Trockenbauer in Tecklenburg arbeite.“

Auch den Schützenhof verließ der Gast als Zechpreller. „Ich habe umgehend die DEHOGA, den Deutschen Hotel- und Gaststättenverband, dem wir angehören, in Kenntnis gesetzt, dass ein Zechpreller unterwegs ist und mit welcher Masche. Sie hat alle angeschlossenen Unternehmen informiert, hoffe ich“, sagt Petra Rieskamp-Goedeking.

„Für die Betroffenen ist das allemal ärgerlich“, sagt der Steinfurter Polizeipressesprecher Joachim Tiltmann. Allerdings komme Einmietbetrug im Kreis Steinfurt gemessen an der Summe aller Straftaten in sehr geringem Maße vor. „In 2016 hat es in Lotte, Westerkappeln , Ibbenbüren und Lienen insgesamt fünf Fälle gegeben. Weitere im südlichen Kreisgebiet“, berichtet er. „Es waren unterschiedliche Kleinbetrüger, die mit dieser Masche unterwegs sind“, sagt Tiltmann.

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