Flüchtlingshilfe geht neue Wege
„Fundus“ wird zum Modetreff

Lienen -

Altes, Neues und vor allem Selbstgemachtes aller Stilrichtungen wird in der kommenden Woche Donnerstag und Freitag (15. und 16. Februar) in der Zeit von 16 bis 18 Uhr in der „Kleinen AWO“, Hauptstraße 30, angeboten. Auch am Samstag ( 17. Februar) von 14 bis 16 Uhr bietet sich allen Interessierten die Möglichkeit zum Stöbern, Aussuchen und Shoppen.

Freitag, 09.02.2018, 20:02 Uhr

Bunt wird es in der kommenden Woche, wenn im „Fundus“ Mode für jedermann angeboten wird.
Bunt wird es in der kommenden Woche, wenn im „Fundus“ Mode für jedermann angeboten wird. Foto: Flüchtlingshilfe

Vom brandneuen Einkaufsbeutel, der lässigen Haremshose, über Mützen, Super-Beanies und Fair-Trade-Produkten bis hin zur Secondhand-Designer-Klamotte sollte sich für jeden Geschmack etwas finden, heißt es in der Ankündigung. Das Besondere: Das vielfältige Angebot ist ausschließlich aus den Spenden der Bevölkerung zusammengestellt – und der Erlös kommt der Arbeit mit Flüchtlingen sowie anderen sozialen Einrichtungen zugute.

Der Textilmarkt wird von Helfern und Asylsuchenden gemeinsam veranstaltet und bietet an den drei Nachmittagen gleichsam die Gelegenheit, sich bei einer Tasse Tee oder Kaffee besser kennenzulernen und auszutauschen.

Seit nunmehr drei Jahren betreibt die Flüchtlingshilfe Lienen den „Fundus“, die Kleiderkammer für alle Secondhand-Liebhaber, und die Begegnungsstätte. Noch immer stellt der Donnerstag „einen magnetischen Anziehungspunkt“ für Jung und Alt, Groß und Klein da. Mit nicht nachlassendem Enthusiasmus falten, legen und sortieren die Helferinnen und Helfer die gespendeten Kleidungsstücke, sodass Schnäppchenjäger bei einem Besuch in der Hauptstraße 30 eigentlich immer fündig werden.

Unterstützung erfahren die Betreiber häufig durch kräftige männliche Helfer aus den Reihen der Flüchtlinge, die Kisten schleppen, umräumen, Regale zusammenschrauben und dabei nebenbei auch noch Sprachkenntnisse erwerben. Die gelernten Schneider aus verschiedenen Herkunftsländern sorgen dafür, dass Kleidungsstücke vor Ort repariert, geändert oder umgestaltet werden.

„Nachhaltigkeit durch Upcycling“ lautet die Idee, die hinter diesen Kreislauf-Projekten steckt und einen wesentlichen Teil der Basisarbeit der Flüchtlingshilfe darstellt. Gegenseitige Hilfe und Wertschätzung prägen nach Aussage der Verantwortlichen das Bild der zusammengewachsenen Gemeinschaft, die immer offen ist, sich zu beteiligen und mitzumachen. So hofft die Flüchtlingshilfe auf weitere Ehrenamtliche, die sich engagieren und pro Woche „ein Stündchen“ der Integrationsarbeit zur Verfügung stellen möchten.

Neben der Unterstützung der Kleiderkammer sowie der Tee- und Kaffeestube in der Begegnungsstätte gibt es zahlreiche Möglichkeiten sich zu engagieren. Von Fahrdiensten, Kinderbetreuung, Sprachförderung einzelner Personen bis zu Lotsendiensten für Alleinstehende und Familien reicht das Aufgabenfeld. Priorität in der Integrationsarbeit hat immer die Beteiligung der Flüchtlinge. Weitere Auskünfte erteilt Christina Kortmann-Zuch von der Gemeinde ( ✆  0 54 83/ 73 96 72), die immer mittwochs von 16 bis 17.30 Uhr eine Sprechstunde in der „Kleinen AWO“ hat. Dort können sich Interessierte auch mit Hilfesuchenden sowie anderen Helfern austauschen und mehr über die verschiedenen Kulturen der Flüchtlinge erfahren. Dazu steht ebenso die Tür des Begegnungstreffs am Donnerstagnachmittag offen. Das „Café International“ ist ein Begegnungstreff für Einheimische, Geflüchtete und Migranten. Alle Besucher erhalten Gutscheine für ein Getränk und eine Speise. Zur Finanzierung des Cafés wird um eine Spende gebeten. Jeder ist willkommen, unabhängig von sozialer oder kultureller Herkunft und seinem Aufenthaltstitel. 

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