Eindeutiger Trend in der Bücherei
Ausleihen gehen zurück

Lienen/Kattenvenne -

Klein aber fein, dazu noch kostengünstig – und ausgestattet mit einer Stammklientel. So lässt sich in wenigen Worten die Situation der Gemeindebücherei mit ihren beiden Standorten im Lienener Haus des Gastes und der Grundschule Kattenvenne beschreiben. Alles gut. könnte man meinen. Wäre da nicht ein Trend, den Anja Schmidt, Leiterin von Lienen-Tourismus, seit einigen Jahren beobachtet.

Dienstag, 06.02.2018, 17:02 Uhr

Anja Schmidt beim Einsortieren von zurückgegebenen Büchern. Die Leiterin von Lienen Tourismus sieht angesichts der aktuellen Rahmenbedingungen keinen Möglichkeit, die Bücherei entscheidend zu entwickeln.
Anja Schmidt beim Einsortieren von zurückgegebenen Büchern. Die Leiterin von Lienen Tourismus sieht angesichts der aktuellen Rahmenbedingungen keinen Möglichkeit, die Bücherei entscheidend zu entwickeln. Foto: Michael Schwakenberg

Die Zahl der Ausleihen verringert sich stetig: von 1700 im Jahr 2014 auf 1000 im vergangenen Jahr.

„Vor allem bei Eltern mit Kindern im Vorschulalter, bei Erst- und Zweitklässlern und dann wieder bei Erwachsenen, die Romane lesen, sind wir weiterhin gefragt“, weiß Anja Schmidt aus ihrer täglichen Erfahrung heraus zu berichten. Eine ihrer treuen Kundinnen ist Anneliese Schneemann , die das gänzlich kostenfreie Angebot nicht missen möchte: „Hier wird man immer gut beraten und ich bekomme, was ich will: Krimis.“ Für sie ist es selbstverständlich, dass sie der Bücherei regelmäßig Schmöker aus ihrem privaten Fundus überlässt.

Die Atmosphäre stimmt also, das Angebot ist mit insgesamt gut 5600 Medien auch nicht so schlecht. In einem Punkt, so Schmidt, könne die Gemeindebücherei mit größeren Stadtbibliotheken wie in Lengerich, Ibbenbüren oder Münster nicht mithalten: bei der Online-Ausleihe von E-Books. Vor allem aus Kostengründen nicht.

Da sich Lienen in der Haushaltssicherung befindet und es sich bei der Bücherei um eine sogenannte freiwilligen Leistung handelt, sind Kosten ein wichtiges Stichwort. „Wir leben von dem, was wir mit unserem Bücherflohmarkt einnehmen, und eben von den Buchspenden“, erläutert Schmidt. So viel zum Thema Ausgaben für Bücherbeschaffung.

Kosten entstünden der Gemeinde nur durch die Bereitstellung der Räume und jene Stunden, die Anja Schmidt und ihre Kollegen für Ausleihe, Rücknahme und Verwaltung aufwenden.

Somit ist die Bücherei für die Gemeinde tragbar und für die bisherige Stammleserschaft ein Segen – aber selbst nicht gerade mit Perspektiven gesegnet. Schmidt: „Sobald wir etwas unternehmen, um wirklich interessanter zu werden und neue Zielgruppen zu erschließen, wäre das gleich mit deutlich mehr Kosten verbunden.“

Darüber ist sich die Hausherrin im Klaren: In Zeiten der Digitalisierung mit immer neuen Möglichkeiten und zugleich klammer Kassen können kleine Kommunen wie Lienen mit ihren Büchereien nicht das volle Programm liefern.

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