Dr. Wilhelm Wilkens und der Suderberg-Gau Blick zurück in die Karolingerzeit

Lienen -

Ein Zufallsfund mit Folgen: Als sich Dr. Wilhelm Wilkens mit der Entstehung der Lienener Kirche befasst, stößt der engagierte Heimatforscher im Osnabrücker Urkundenbuch (OUB) auf ein Schriftstück vom 15. Juli 965. Zwar ist dort noch nicht vom Suderberg-Gau oder dem Widukind-Dreieck die Rede. „Aber seine Umrisse sind klar“, sagt der 90-Jährige. Und: „Der Suderberg-Gau, das Osnabrücker Südland, geht auf die Zeit Karls des Großen zurück.“

Von Wilhelm Schmitte
Die Grafentafel in Lienen diente einst als Grenzpunkt des Suderberg-Gaus auf dem Nordkamm des Teutoburger Waldes. Dr. Wilhelm Wilkens hat dazu geforscht und sieht den Gau im Frühmittelalter als Existenzgrundlage für das entstehende Bistum Osnabrück in der damals unsicheren Zeit.
Die Grafentafel in Lienen diente einst als Grenzpunkt des Suderberg-Gaus auf dem Nordkamm des Teutoburger Waldes. Dr. Wilhelm Wilkens hat dazu geforscht und sieht den Gau im Frühmittelalter als Existenzgrundlage für das entstehende Bistum Osnabrück in der damals unsicheren Zeit. Foto: Wilhelm Schmitte

Der Suderberg-Gau umfasst einst ein Gebiet von Dissen bis an die Lengericher Grenze. Die Grafentafel in Lienen dient danach als Grenzpunkt auf dem Nordkamm des Teutoburger Waldes. Zwei weitere Dreieckspunkte sind das Glandorfer Gut Oedingberge und der Osning mit der Hasequelle (drei Kilometer südlich von Wellingholzhausen). „Das Dokument baut auf einem alten Kern aus karolingischer Zeit auf“, ist Wilkens überzeugt.

In einer 35-seitigen Studie geht der Autor dem Widukind-Dreieck auf dem Grund: „Die Nordgrenze Westfalens zeigt südlich von Osnabrück einen über den Teutoburger Wald nach Süden reichenden tiefen Einschnitt, das Osnabrücker Südland. Auch Lienen gehörte in karolingischer Zeit dazu. Erst die Tecklenburger Grafen brachten Lienen im Ringen mit den Osnabrücker Bischöfen unter ihre Kontrolle. Anlass der Entstehung des Osnabrücker Südlandes nachzugehen, gibt die Landesgartenschau in Bad Iburg 2018.“

Der Schwerpunkt der Untersuchung, so Wilkens, liege auf der Frage, aus welchen Gründen zwischen der Grenzbestimmung des Suderberg-Gaus um 800 und der Umgrenzung des werdenden Bistums 965 mehr als 160 Jahre liegen. Seine These: „Das Suderberg-Dreieck ist die Existenzgrundlage des entstehenden Bistums Osnabrück in noch unsicherer Zeit.“

Angereichert mit Fotos von Günter Beckmann (Bad Iburg) widmet sich Wilkens Themen wie der Taufe Widukinds, dem Herke-Kult, den Orten Bad Laer, Remsede, Lienen und Bad Iburg, dem Iburger Go-Gericht oder dem Ostenfelder Hakentempel.

Zum Thema

Die Schrift „Der Suderberg-Gau – Widukind-Dreieck von Dissen bis Lienen“ ist erhältlich beim Heimatverein Lengerich (' 0 54 81/ 16 57), beim Heimatverein Glane (Averbecks Hof, (' 0 54 03/ 78 04 86) und beim Verein für Orts- und Heimatkunde Bad Iburg (' 0 54 03/78 88 908). Die Schutzgebühr beträgt 8,7O Euro

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