Neuer Defibrillator für die First Responder Lebensretter im Handtaschen-Format

Lienen -

Heiligabend und Weihnachten ohne Einsatz, da hätten die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr sicher nichts dagegen. Mögen sie auch darauf hoffen, so stehen die Chancen darauf zumindest für jene Kameraden, die zu den First Respondern gehören, statistisch gesehen nicht sonderlich gut. Denn im Schnitt erreicht die Retter knapp alle zwei Tage eine Alarmierung.

Von Michael Schwakenberg
Weihnachtsgeschenk der besonderen Art: Frank Woitowitz (Mitte), Filialleiter der Kreissparkasse, überreichte den beiden First Respondern Marco Dierkschneider (links) und Jan Hollenberg als Spende seines Hauses einen neuen Defibrillator im Wert von 6000 Euro.
Weihnachtsgeschenk der besonderen Art: Frank Woitowitz (Mitte), Filialleiter der Kreissparkasse, überreichte den beiden First Respondern Marco Dierkschneider (links) und Jan Hollenberg als Spende seines Hauses einen neuen Defibrillator im Wert von 6000 Euro. Foto: Michael Schwakenberg

Immer zwei der insgesamt 31 speziell ausgebildeten First Responder haben gemeinsam Bereitschaft, stehen quasi Gewehr bei Fuß. Sollten sie über die Feiertage ausrücken müssen, sind sie gut ausgerüstet. Seit einigen Tagen sogar noch etwas besser als bislang. Denn Frank Woitowitz , Filialleiter der Kreissparkasse, hat den beiden First Respondern Marco Dierkschneider und Jan Hollenberg als Spende seines Hauses einen neuen Defibrillator im Wert von 6000 Euro überreicht, der einen festen Platz im Einsatzwagen bekommt.

Gemessen an der Gesamtzahl der Alarmierungen werden diese Geräte nicht allzu häufig benötigt. Aber wenn, dann sind sie unersetzbare Lebensretter. Denn die First Responder verkürzen das sogenannte therapiefreie Intervall bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes mit Sofortmaßnahmen. „Bei einem Herzkreislaufstillstand sinkt die Überlebenschance in jeder Minute ohne Reanimationsmaßnahmen um zehn Prozent“, erläutert Hollmann.

Bei rund 170 Alarmierungen pro Jahr in Lienen und Kattenvenne kommt der Defibrillator im Schnitt ein Dutzend Mal zum Einsatz. Dierkschneider und Hollenberg könnten spontan einige Mitbürger namentlich aufzählen, die ohne die Stromschläge womöglich nicht überlebt hätten.

Zwar verrichten die First Responder ihren Dienst rein ehrenamtlich, über Anerkennung in Form von Zuwendungen und Spenden für die gute Sache – wie jetzt von der Sparkasse – freuen sich die Kameraden dennoch. „Das ist eine rein freiwillige Leistung der Freiwilligen Feuerwehr und nicht Bestandteil des Rettungsdienstes. Daher können Einsätze auch nicht über die Krankenkassen abgerechnet werden“, erläutert Dierkschneider. Und sonstige öffentliche Mittel oder Zuschüsse stünden aktuell auch nicht zur Verfügung. Die Materialbeschaffung und somit der Fortbestand hingen somit von Spenden aus der Bevölkerung oder von Betrieben ab.

Dass dem so ist, habe sich inzwischen herumgesprochen. So komme es immer wieder mal vor, dass Lienener Bürger zum Beispiel auf Geburtstagsgeschenke verzichten und stattdessen um Spenden für die First Responder bitten.

Sollten die übrigens mal nicht zu einem Notfall ausrückt sein, lag das bislang immer daran, dass die Kreisleitstelle eine andere Lösung gefunden hat. In siebeneinhalb Jahren, so Dierkschneider und Hollenberg, sei man bei jeder Alarmierung zur Stelle gewesen. Für Frank Woitowitz eine absolut unterstützenswerte Sache: „Der Dienst kommt allen Lienenern zugute. Des halb haben wir das Geld ger ne in die Hand genommen.“

Zum Thema

Wer die Arbeit der First Responder in Lienen ebenfalls unterstützen möchte, kann sich am besten mit Geldspenden (IBAN DE26 4035 1060 0073 2376 87 bei der Kreissparkasse) einbringen. Wer anderweitig helfen oder sich informieren möchte, kann sich unter E-Mail info@feuerwehr-lienen.de melden.

Leserkommentare
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5377315?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F176%2F