B 475 ist beim Landebetrieb Straßen kein aktuelles Thema
Enge Kiste

Lienen -

Gegenverkehr, kein Standstreifen, ein stattlicher Graben und dazu noch die eigenen Ausmaße. All das waren am 4. Dezember die Zutaten für eine Ursachenkette, an deren Ende – quasi als Ergebnis – ein 60 Tonnen schwerer Autokran im Straßengraben des Glandorfer Damms lag. Nicht der erste Unfall auf der B 475, auf der es im Abschnitt zwischen Ostbeverner Damm und Hohner Straße immer wieder zu brenzligen Situationen kommt.

Dienstag, 19.12.2017, 18:12 Uhr

Alleine kein Problem, aber bei Gegenverkehr bleibt Lkw-Fahrern auf dem Glandorfer Damm zwischen Ostbeverner Damm und Hohner Straße kaum Platz zum Ausweichen. Genau das wurde am 4. Dezember einem Kranfahrer zum Verhängnis (kleines Bild).
Alleine kein Problem, aber bei Gegenverkehr bleibt Lkw-Fahrern auf dem Glandorfer Damm zwischen Ostbeverner Damm und Hohner Straße kaum Platz zum Ausweichen. Genau das wurde am 4. Dezember einem Kranfahrer zum Verhängnis (kleines Bild). Foto: Michael Schwakenberg

Wolfgang Wieneke vom Bündnis für Demokratie und Ökologie sprach dieses Thema bei der letzten Ratssitzung des Jahres an und machte deutlich, dass nach Ansicht seiner Fraktion auf besagter Strecke mehr für die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer getan werden müsse. Eine Ansicht, der niemand widersprach. Jedoch, darauf wies die Verwaltung hin, liegt die Zuständigkeit beim Landesbetrieb Straßen NRW.

Die WN fragten bei der zuständigen Regionalniederlassung Münsterland nach. Tatsächlich war ein Ausbau dieses Streckenabschnitts vor Jahren schon mal ein Thema, erinnert sich Pressesprecher Josef Brinkhaus : „Doch dafür braucht man Land. Und auf Seiten der Eigentümer war damals keine Verkaufsbereitschaft zu erkennen.“

Wie Christian Müller , Abteilungsplaner Planung, erläutert, liegt die Fahrbahnbreite derzeit bei sechs Metern, flankiert lediglich durch eine schmale Bankette. Nur gemessen am durchschnittlichen Verkehrsaufkommen der B 475 würde diese niedrigste Ausbaustufe für Bundesstraßen auch im Falle eines Neubaus heute noch ausreichen. Da der Anteil des Schwerlastverkehrs jedoch ein bestimmtes Level übersteigt, würde man eine solche Straße heute mit einer Fahrbahnbreite von acht Metern planen plus 1,50 Meter geschotterte Bankette auf jeder Seite. Müller: „Wir nehmen uns die ,historischen‘ Straßen nach und nach vor, um sie den aktuellen Standards anzupassen. So, wie wir das bereits bei der B 475 von Kattenvenne in Richtung Ladbergen getan haben.“

Im vorliegenden Streckenabschnitt sei das allerdings nicht so einfach. Sollte man dort was planen, dann wäre auch eine „Abflachung“ der Kurven und die Anlage eines Fuß- und Radweges ein Thema. Das erfordere wiederum eine weitaus umfangreichere Planung, als wenn es nur um eine Verbreiterung ginge. Und natürlich die Bereitschaft der Anlieger, Land für ein solches Projekt abzugeben.

Müller: „Man kann sich vorstellen, dass wir erst Strecken angehen, bei denen wir leichteres Spiel haben.“ Gleichwohl hoffe er, dass man auch für die B 475 in diesem Bereich „in absehbarer Zeit zu einer gemeinsamen Lösung“ komme.

Was das bedeutet, darauf lassen Brinkhaus‘ weitere Ausführungen einige Schlüsse zu: „Wir haben die Fahrbahn, die in der Regel eine Lebensdauer von 15 Jahren hat, erst vor zwei Jahren erneuert. Es würde keinen Sinn machen, da jetzt schon wieder dranzugehen.“ Aber selbst wenn man jetzt voll in die Materie einsteigen würde, zöge sich das Planungsverfahren inklusive Grunderwerb über einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren hin. „Vorausgesetzt, alle Anlieger machen freiwillig mit“, schränkt Brinkhaus ein – und erteilt damit allen Hoffnungen auf eine schnelle Verbesserung der Situation einen weiteren Dämpfer.

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