Hallenfreibad hat mit alten Filtern zu kämpfen
Schwere Probleme hinter frischer Farbe

Lienen -

Zwei Wochen lang war es geschlossen. Jetzt erstrahlt das ohnehin schon schmucke Lienener Hallenbad noch ein bisschen mehr als zuvor und hat ab Samstag (16. Dezember) wieder geöffnet. Das ist vor allem dem Team um Bad-Leiter Björn Bulk zu verdanken. Denn nicht etwa beauftragte Unternehmen haben das Bad aufgefrischt, sondern die Mitarbeiter selbst.

Freitag, 15.12.2017, 17:12 Uhr

 
  Foto: Michael Schwakenberg

Der Einsatz war mühsam, berichtet Mitarbeiterin Britta Lux . Aber er hat sich gelohnt. Das Bad hat zusätzlich zur Grundreinigung und den üblichen Wartungsarbeiten an der Technik innen einen kompletten Neuanstrich bekommen. Neben Weiß und Grau bestimmen Blau und Gelb das Bild – die Erkennungsfarben der Bäder und Wasser GmbH ( BWG ) als Betreiber des Bades.

Was dem Besucher verborgen bleibt: Die Technik macht Probleme. Große Probleme, die nicht mal eben mit einem Anstrich zu beheben sind. BWG-Leiter Tilo Frömmel : „Der 40 Jahre alte Hallenbad-Filter ist arg ausfallgefährdet. Einen Riss konnten wir jetzt noch einmal flicken. Aber keiner weiß, wie lange das gut geht.“ Im Oktober hatte Frömmel die Thematik bereits dem zuständigen Fachausschuss der Gemeinde näher gebracht, die Eigentümerin des Bades ist.

Mit dem absehbaren Ausfall des Filters sind gleich mehrere weitere Fragen und Probleme verbunden. „Das Ding fasst zehn Kubikmeter und wiegt 15 Tonnen. Für einen Austausch müssten wir das Dach anheben. In dem Zusammenhang stellt sich die Frage, ober wir den Freibad-Filter direkt daneben, der genau so alt ist, gleich mitaustauschen“, erläutert Frömmel. Entscheiden müsse das die Politik. Kostenpunkt pro Filter inklusive Lieferung und Montage: rund 50 000 Euro.

Aber selbst wenn der Rat diesen „Rundumschlag“ mittragen würde, ist noch nicht gesichert, dass das auch klappt. Denn laut Frömmel gibt es in Deutschland nur eine Handvoll Anbieter, die die erforderlichen Zulassungen haben – und die seien mit Aufträgen ziemlich zu.

Würde also jetzt ein neuer Hallenbad-Filter bestellt, was tatsächlich zeitnah passieren soll, hieße das noch lange nicht, dass ein mit Verzögerung bestellter Freibad-Filter zum gleichen Zeitpunkt in Lienen eintrudeln würde. Und die Ausschreibungs- und Vergaberichtlinien machten das Prozedere nicht gerade leichter. Frömmel: „Das Ganze ist mit viel hätte, wäre, wenn und aber verbunden.“

Eines scheint dabei aber so gut wie sicher zu sein: Im kommenden Jahr wird das Bad nicht erst im Dezember für die jährliche Wartung geschlossen, sondern vermutlich schon im Frühjahr oder Sommer. Dann allerdings, so Frömmel, werde es Ende des Jahres keine zusätzliche Schließung mehr geben.

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