Theater in der Klinik
Es wird nicht einfach – aber köstlich

Lengerich -

Umjubelte Premiere für das Ensemble des Theaters in der Klinik am Silvesterabend: Im Festsaal der LWL-Klinik begeisterten sie das ausverkaufte Haus mit der Komödie „Doppelt leben hält besser“.

Montag, 01.01.2018, 18:01 Uhr

Seinen ziemlich langen Terminplan zeigt Bigamist John Smith (Björn Kölling, rechts) seinem Freund Stanley Gardner (Maximilian Klimek), um in seinem Verwirrspiel mit zwei Ehefrauen – kleines Bild Mary Smith (Doris Krekovic, links) und Barbara Smith (Stephanie Eitzert) – zurecht zu kommen.
Seinen ziemlich langen Terminplan zeigt Bigamist John Smith (Björn Kölling, rechts) seinem Freund Stanley Gardner (Maximilian Klimek), um in seinem Verwirrspiel mit zwei Ehefrauen – kleines Bild Mary Smith (Doris Krekovic, links) und Barbara Smith (Stephanie Eitzert) – zurecht zu kommen. Foto: Detlef Dowidat

„Fantastisch, fantastisch”, schwärmt ein Besucher, steht auf und steigt klatschend in den tosenden Beifall mit ein. „Einfach wunderbare Silvesterunterhaltung, hervorragend umgesetzt”, freut sich ein Ehepaar, das unmittelbar vor ihm Jubelschreie ausstößt. Beste leichte Theaterkost präsentierte das Ensemble des Theaters in der Klinik (Thik). Die Komödie „Doppelt leben hält besser” von Ray Cooney entwickelt sich am letzten Abend des Jahres 2017 im Festsaal der LWL-Klinik zu einem Renner der Verwechslungen und Irritationen. Die Akteure liefen zur Hochform auf. Eine würdige Geburtstags-Gala, denn immerhin war es bereits die 30. Silvesteraufführung.

Es war wieder ein echter Ray Cooney, den das Team um Regisseur Karlheinz Arndt so gelungen auf die Bühne brachte. Er, den seine Mitstreiter liebevoll als „Mädchen für alles” bezeichnen und der zudem auch noch in einer ganz kleinen Nebenrolle als Klatschreporter mitwirkt, warnte bei der Begrüßung die Besucher: „Sie müssen sich anstrengen, nicht alles durcheinanderzubringen. Sie werden sich sicherlich schon gefragt haben, was dass soll mit den vier verschiedenen Tapeten in einem Raum. Nein, nein, am Geld hat es nicht gelegen”, schmunzelte er.

Der erfahrene Theaterfachmann erläuterte, dass das Stück in London in zwei Wohnungen spiele: der in schlichtem bordeauxrot gehaltenen von Barbara Smith und der verspielten, cremefarbenen von Mary Smith. Es werde immer wieder an beiden Orten zugleich gespielt. Nur die Bewohner der einen Wohnungen blieben für die der jeweils anderen natürlich unsichtbar. Sie sähen und hörten sich gegenseitig nicht. „Haben Sie das verstanden? Es wird nicht einfach”, lächelte Arndt schelmisch.

Worum geht es in der Verwechslungskomödie des englischen Erfolgsautors, die 1982 uraufgeführt wurde? In frecher Harmonie lebt der Taxifahrer und Bigamist John Smith nach einem exakten Stundenplan mit zwei Ehefrauen an zwei Adressen. Solange, bis ein Unfall alles durcheinanderbringt und seine besorgten Gattinnen zwei Polizeistellen um Hilfe bitten. Die lässt in Gestalt von zwei harmlosen Polizeiinspektoren nicht lange auf sich warten.

ThiK-Premiere „Doppelt leben hält besser“

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  • Das Ensemble (hinten von links): Oliver Determann, Ute Hilder, Karlheinz Arndt, (vorne von links) Maximilian Klimek, Doris Krekovic, Björn Kölling, Stephanie Eitzert und Jan Raß.

    Das Ensemble (hinten von links): Oliver Determann, Ute Hilder, Karlheinz Arndt, (vorne von links) Maximilian Klimek, Doris Krekovic, Björn Kölling, Stephanie Eitzert und Jan Raß.

    Foto: Detlef Dowidat
  • Mary Smith, gespielt von Doris Krekovic, ist Johns Ehefrau in Wimbledon.

    Foto: Detlef Dowidat
  • Der lädierte Taxifahrer John Smith (Björn Kölling), der ein brisantes Doppelleben führt.

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  • John Smith (Björn Kölling, rechts) und sein Freund und Nachbar Stanley Gardner (Maximilian Klimek) hangeln sich durch ein Labyrinth fantastischer Ausreden.

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  • John Smith und Stanley Gardner bewegen sich auf gefährlichem Eis.

    Foto: Detlef Dowidat
  • Freund und Nachcbar Stanley Gardner (Maximilian Klimek).

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  • John Smith mit seiner Ehefrau Mary (Doris Krekovic) in Wimbledon.

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  • John Smith mit seiner zweiten Ehefrau Barbara (Stephanie Eitzert) in Streatham.

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  • Ein Presse-Fotograf (Karlheinz Arndt) sorgt für Verwirrung.

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  • John Smith mit seiner zweiten Ehefrau Barbara.

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  • Verwicklungen über Verwicklungen sind John Smith und Stanley Gardner ausgesetzt, wenn eine der Ehefrauen, wie hier Mary Smith, sich melden.

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  • Die beiden Ehefrauen, die nichts voneinander wissen: Mary und Barbara Smith.

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  • Zwei Wohnungen, ein Spielort: Der Freund des Bigamisten, Stanley Gardner, mit Ehefrau Nummer zwei, Barbara.

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  • Ehefrau Nummer zwei, Barbara Smith.

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  • Freund und Nachbar Stanley Gardner mit dem schwulen Nachbarn Bobby Franklyn (Jan Raß).

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  • Der schwule Nachbar Bobby Franklyn.

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  • Stanley Gardner und John Smith werden von SErgeant Troghton (Ute Hilider) vernommen.

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  • Verwicklungen über Verwicklungen mit Ehefrau Mary Smith, Stanley Gardner, John Smith und Sergeant Troughton.

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  • Ehefrau Barbara Smith umgarnt ihren Mann John.

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  • Noch mehr Verwirrung: Der schule Nachbar Bobby Franklyn nähert sich dem Ehepaar Mary und John Smith.

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  • Ehefrau Mary Smith erleidet einen Schwächeanfall und wird von Inspektor Porterhause (Oliver Determann), John Smith und Stanley Gardner aufgefangen.

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  • Der schwule Bobby Franklyn vermutet eine Orgie, als sich die Männer um die ohnmächtige Mary Smith kümmern.

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  • Bis das Knäuel der Irrungen und Verwirrungen in der Komödie entzerrt ist, haben die Akteure Stanley Gardner, Inspektor Porterhouse, Mary Smith, John Smith und Barbara Smith etliche Abenteuer zu überstehen.

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  • Inspektor Porterhouse und Sergeant Troughton verlieren bei den vielen Wechselspielchen manchmal den Überblick.

    Foto: Detlef Dowidat

Mit Hilfe seines Freundes und Nachbarn Stanley führt John sie in ein Labyrinth fantastischer Ausreden und Lügen, in dem sich die Ehefrauen Mary und Barbara in Transvestiten und hysterische Nonnen verwandeln, während der wendige John den entsetzten Stanley mal zum Kind, mal zum homosexuellen Verführer umdichtet. Keinen Ausweg gibt es aus dem Irrgarten, in dem kein Auge trocken und keine Wahrheit übrigbleibt, bis beide Ordnungshüter (und das Publikum) dem Gesetz der Verrücktheit erliegen.

Die Thik-Akteure verstehen es vorzüglich, der atemberaubend schnellen und nur scheinbar chaotischen Komödie Charakter zu verleihen. Das Durcheinander wird mathematisch und logisch genau aufgebaut, bis aus einer eigentlich (fast) alltäglichen Situation ein unentwirrbaren Knoten aus Lügen, Ausreden und Halbwahrheiten entsteht.

Herrlich, wie sich Björn Kölling in der Rolle des taxifahrenden Ehemannes durch dieses nahezu unüberschaubare Gewirr hindurchmanövriert. Mit Maximilian Klimek in der Rolle des Freundes und Nachbarn Stanly Gardner steht ihm ein Partner zur Seite, der durch seine eher salopp wirkende Art glänzt.

Die beiden Ehefrauen können unterschiedlicher nicht sein. Doris Krekovic in der Rolle der Mary Smith wirkt wie eine biedere Hausfrau, Stephanie Eizert als Barbara Smith gibt sich als bettsüchtiges Früchten. Um die Entwirrung der kompliziert anmutenden Lage bemühen sich in vollkommen unterschiedlicher Art Ute Hilder als Sergeant Throughton und Oliver Determann als Inspektor Portnerhouse.

Akteure

Akteure: John Smith, Taxifahrer: Björn Kölling. Mary Smith, Johns Ehefrau in Wimbledon: Doris Krekovic. Barbara Smith, Johns Ehefrau in Streatham: Stephanie Eitzert. Stanly Gardner, Untermieter in Wimbledon: Maximilian Klimek. Bobby Franklyn, Nachbar in Streatham: Jan Raß. Sergeant Troughton, Polizeibeamtin: Ute Hilder. Inspektor Porterhouse, Polizeibeamter: Oliver Determann. Klatschreporter: Karlheinz Arndt.

Maske und Frisuren: Stefan Becks. Regie: Karlheinz Arndt. Backstage-Team: Arnd Tillmann-Lichtenberg, Max Wittig, Christoph Pahl, Johannes Pahl, Niclas Knemöller, Moritz Dreyer, Johannes Lotz, Jakob März, Luisa Knemöller. Bühne: Alexandra Kattmann. Klavier: Noah Arndt-Serafin.

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Bestechend, wie die Mitwirkenden die Pointen auf den Punkt bringen und die Situationskomik umsetzen. Als ein Meister seiner Rolle erweist sich Jan Raß, der den schwulen Nachbarn Bobby Franklin in unnachahmlicher Art darstellt und viel Szenenapplaus einheimst. Fehlen darf natürlich auch nicht der Seitenhieb auf Kattenvenne.

Keine Frage: eine wirklich gelungene Premiere – einige Besucher sprachen sogar von einer der besten der vergangenen Jahre. Die Komödie wird sich zu einem Renner entwickeln. Die kommenden Aufführungen sind fast schon ausgebucht. Für einige gibt es nur noch Restkarten.

Zum Thema

Aufführungstermine: Samstag, 6. Januar, 20 Uhr; Sonntag, 7. Januar, 18 Uhr; Samstag, 13. Januar, 20 Uhr, Sonntag, 14. Januar, 18 Uhr. Karten gibt es in der Buchhandlung Oberhellmann (Lengerich), bei EP Bünemann (Lienen), im Salon Becks (Tecklenburg) und in der Tourist-Info Ladbergen.

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