Unzufriedener Teutel-Kunde
Gestörte Verbindung

Lengerich -

Die Geschichte dauert nun bereits rund ein Jahr: So lange ärgert sich Hans Hornung schon über die Teutel beziehungsweise über seinen Internetzugang. Stundenlang habe er immer und immer wieder keine Netzverbindung, sagt der Lengericher. Die Stadtwerke-Tochter räumt ein, dass es Probleme gibt.

Samstag, 30.12.2017, 07:12 Uhr

Jedes der sechs bunten Kabel besteht aus mehreren Glasfasern. Die Datenübertragung auf optischem Weg ist eine der schnellsten Möglichkeiten, weltweit zu kommunizieren. Im Außenbereich setzt die Teutel derzeit noch auf mobile Funkmasten. Das, sagt Hans Hornung (kleines Foto), funktioniere bei ihm mehr schlecht als recht.
Jedes der sechs bunten Kabel besteht aus mehreren Glasfasern. Die Datenübertragung auf optischem Weg ist eine der schnellsten Möglichkeiten, weltweit zu kommunizieren. Im Außenbereich setzt die Teutel derzeit noch auf mobile Funkmasten. Das, sagt Hans Hornung (kleines Foto), funktioniere bei ihm mehr schlecht als recht. Foto: Annette Metz/Paul Meyer zu Brickwedde

Tuut, Tuut, Tuut. Wenn dieser Tut-Ton im Telefonhörer vom nervösen tit-tit-tit abgelöst wird, hat´s mit der Verbindung nicht geklappt. Am Computer gibt´s diese Töne nicht. Im Zweifelsfall dreht sich die Eier-Uhr in Dauerschleife auf der Suche nach dem world-wide-web oder es wird am Bildschirm angezeigt, das nichts geht.

„Rie ne va plus“, dieses Gefühl hat Hans Hornung nach eigenem Empfinden viel zu oft, wenn er telefonieren oder im Internet surfen will. Stundenlang, so beschwert er sich gegenüber den Westfälischen Nachrichten , sei er vom Netz abgehängt. Dabei sei er fest davon ausgegangen, dass mit dem Wechsel zur Teutel „alles besser wird“. Zwölf Monate später schwankt seine Stimmung zwischen sauer und desillusioniert.

Bei der Teutel, einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft der Stadtwerke Lengerich (SWL), sind die Probleme bekannt. Seit Mitte des Jahres 2014 ist die Teutel als Telekommunikationsanbieter am Start. „Wir haben technisch alles geprüft, um den Außenbereich mit schnellen Leitungen zu versorgen“, sagt Prokurist Daniel Wolter . Dazu ist auch das Fraunhofer-Institut ins Boot geholt worden.

Während im Kernbereich das auf Glasfaserkabeln basierende schnelle Internet aufgebaut wird, hakt es im ländlichen Raum. Den wollen die Stadtwerke „flächendeckend versorgen“. Allerdings, so schränkt Daniel Wolter ein, werde das zwei bis drei Jahre Zeit benötigen. Anfang nächsten Jahres soll es dort losgehen.

Als Zwischenlösung setzt die Teutel auf ein Funknetz – und ist dabei auf „unerwartete Probleme“ gestoßen. „Die haben wir noch nicht vollends in den Griff bekommen“, räumt Daniel Wolter ein. Eine Problemstelle scheint gefunden: Der Übergang vom Funk ins Leitungsnetz. „Da fehlt es an einheitlichen Standards.“ Der Teutel seien da die Hände gebunden. „Wir setzen die Standards nicht.“

Dass der Funk das Sorgenkind bei der Telekommunikation ist, weiß auch der SWL-Prokurist. „Nur in Lengerich und Lienen haben wir Funkmasten eingesetzt, nur dort gibt es Probleme.“ Und die tauchen immer wieder auf und sind auch für die Experten des Fraunhofer-Instituts ein Rätsel. Wobei die Sichtweise unterschiedlich ist. Die Teutel spricht von kurzen Störungen, Hans Hornung von stundenlangen Ausfällen.

Tipps wie bei Störungen kurz den Router vom Netz nehmen, die Störungsstelle anrufen, zusätzlich vielleicht noch bei der Teutel – Hans Hornung hat alles getan. Aus seiner Sicht ohne Erfolg. Der Kunde sei auch zu einer Arbeitsgruppe gebeten worden, in der es speziell um diese Probleme gegangen sei, sagt der Prokurist. Hans Hornung spricht von mehr oder weniger regelmäßigen Treffen in einem Zeitraum von etwa sechs Wochen.

Dass es Probleme gibt, ist unstrittig. Die Teutel hat im November reagiert und den betroffenen Kunden drei Möglichkeiten angeboten. „Über 80 Prozent haben sich dafür entschieden, bei der Teutel zu bleiben mit einem um etwa 60 Prozent reduzierten Preis für Funkprodukte“, berichtet Daniel Wolter. Etwa acht Prozent der Betroffenen hätten den Schritt einer sofortigen Kündigung getan. Ein gleich großer Kreis, der nur beim Internet Teutel-Kunde ist, habe einen gesonderten Preisnachlass in Anspruch genommen.

Zur Teutel gewechselt ist Hans Hornung, weil er sich die hohe Übertragungsrate sichern wollte. Ein anderer Anbieter, so sagt er, hätte das nicht bieten können. Von der Teutel ist er enttäuscht, weil es immer wieder Probleme gibt. Die sollen abgestellt werden. „In zwei Jahren haben wir keine Funkkunden mehr, dann sind alle an den Glasfaserleitungen“, verspricht Daniel Wolter. „Das Funknetz soll bis dahin stabil stehen“, ergänzt der Prokurist.

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