Nach tödlichen Unfällen
Dunkelheit birgt Risiken: Polizei appelliert an alle Verkehrsteilnehmer

Lengerich -

In Lengerich gab es im Oktober und November zwei tödliche Verkehrsunfälle. Beide ereigneten sich in der Dunkelheit. Das dürfte bei dem tragischen Geschehen jeweils eine Rolle gespielt haben. Grund für einen Appell der Polizei.

Freitag, 29.12.2017, 06:12 Uhr

Keine Straßenlaternen stehen an der Ladberger Straße zwischen Ringeler und Schulstraße. Sollte die Stadt den Standpunkt vertreten, dass um der besseren Sicherheit willen eine Beleuchtung kommen soll, muss sie laut Straßen-NRW auch für die Kosten aufkommen.
Keine Straßenlaternen stehen an der Ladberger Straße zwischen Ringeler und Schulstraße. Sollte die Stadt den Standpunkt vertreten, dass um der besseren Sicherheit willen eine Beleuchtung kommen soll, muss sie laut Straßen-NRW auch für die Kosten aufkommen. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Am 18. Oktober starb ein Radfahrer bei einem Verkehrsunfall auf der Ladberger Straße. Am 26. November wurde ein Fußgänger auf der Ringeler Straße von einem Auto überrollt. Das eine Unglück ereignete sich in den frühen Morgenstunden, das andere nachts. Es war also in beiden Fällen dunkel, und das, mutmaßt auch Reiner Schöttler , dürfte eine wesentliche Rolle dabei gespielt haben, dass zwei Menschen zu Tode kamen. Der Pressesprecher der Polizei im Kreis Steinfurt appelliert vor diesem Hintergrund an alle Verkehrsteilnehmer, sich der entsprechenden Gefahren bewusst zu sein.

Seinen Angaben zufolge wird noch ermittelt, ob die Beleuchtung am Fahrrad des 77-Jährigen, der auf der Ladberger Straße unterwegs war, funktionierte oder nicht. Zeugen hatten ausgesagt, dass kein Licht angeschaltet gewesen sei. Der Mann war nicht auf dem Fuß- und Radweg unterwegs, sondern auf der Fahrbahn und wurde dort von einem Lkw erfasst.

40-jähriger Lengericher überfahren

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  • VU_toedl_LNG_KEB_002 Foto: Jens Keblat
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Darüber und über die Tatsache, dass auf diesem innerorts zwischen Ringeler und Schulstraße befindlichen Teilstück der Ladberger Straßen keine Straßenbeleuchtung vorhanden ist, ist inzwischen in der Lokalpolitik gesprochen worden. Björn Schilling sagte zuletzt im Stadtrat, der Fuß- und Radweg werde zu selten gereinigt. Laub sammele sich an und mache das Fortkommen gerade für Radler zu einer rutschig-gefährlichen Angelegenheit. Das hätten ihm bereits mehrere Bürger berichtet, führte der Vorsitzende der Lengericher SPD gegenüber den WN aus.

Dem hält Heinrich Lütke Wenning, Sachgebietsleiter beim Straßenlastträger Straßen.NRW, entgegen, dass eine regelmäßige Reinigung stattfinde. Der Landesbetrieb sei aber für rund 350 Kilometer Straße zuständig sei. „Rund 250 Kilometer davon sind mit Radweg. Da können wir nicht überall gleichzeitig sein.“

Auf die von Schilling ins Spiel gebrachte Frage nach einer Straßenbeleuchtung hat Lütke-Wenning ebenfalls eine klare Aussage parat: „Das wäre Sache der Stadt.“ Die Straßenverkehrsordnung sehe allein an Fußgängerüberwegen die grundsätzliche Pflicht für eine Beleuchtung vor. Alles andere gehöre innerorts zur Daseinsvorsorge und falle damit in die Verantwortung der Kommunen.

Fahrweise den Wetterverhältnissen anpassen

Der von SPD-Mann Schilling gegenüber den Westfälischen Nachrichten ins Spiel gebrachte Vorschlag einer gemeinsamen Finanzierung durch Stadt und Straßen.NRW käme somit nicht in Frage. Verwaltung und Politik bliebe laut Lütke-Wenning nur die Möglichkeit, einen Antrag für die Einrichtung einer Beleuchtung zu stellen, der bewilligt würde, wenn bestimmte Kriterien an der Ladberger Straße erfüllt würden. Die Realisierung wäre dann Sache der Stadt.

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Zur Frage, ob die Kraftfahrer bei den beiden Unglücken möglicherweise zu schnell unterwegs waren, will sich Polizeisprecher Schöttler derweil nicht äußern. Er verweist aber darauf, dass bei Dunkelheit nicht der selbe Maßstab angelegt werde wie etwa bei Nebel, Schneefall oder starkem Regen. In letzteren Fällen seien Verkehrsteilnehmer dazu verpflichtet, ihre Fahrweise den Wetterverhältnissen anzupassen. Bei Dunkelheit hingegen würden die selben Vorgaben gelten wie tagsüber. Es sei dann Sache der Gerichte, im Einzelfall zu klären, ob eventuell doch ein Fehlverhalten vorgelegen hat.

Fußgänger und Radler müssten mit Ausnahme der Beleuchtung am Rad zwar keine besonderen Vorkehrungen treffen, um im Verkehr gut gesehen zu werden, so Schöttler weiter. Aber er rate dringend dazu, entsprechende Kleidungsstücke zu tragen. „Damit tut jeder wirklich etwas für seine Sicherheit.“

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