Weihnachtsgeschäft in Lengerich
Gute Umsätze mit Geschenken

Lengerich -

Alles in allem zeigen sich Lengerichs Einzelhändler recht zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft 2017. Es sei in etwa auf dem Niveau des Vorjahres abgelaufen, heißt es vielerorts. Der Trend scheint zudem immer mehr zum späten Geschenkeinkauf zu gehen. Das zeigt eine kleine Umfrage der Westfälischen Nachrichten.

Donnerstag, 28.12.2017, 06:12 Uhr

Viel zu verpacken gab es in den vergangenen Wochen in den Lengericher Geschäften.
Viel zu verpacken gab es in den vergangenen Wochen in den Lengericher Geschäften. Foto: dpa

Eintrittskarten für Konzerte, Musicals und Theaterbesuche seien in den vergangenen Wochen sehr gut gegangen, berichtet Christina Dittrich vom gleichnamigen Reisebüro. Aber auch nach Gutscheinen und Kurzreisen habe die Kundschaft immer wieder gefragt. Etwa die Hälfte komme in ihr Geschäft an der Bahnhofstraße mit ganz festen Vorstellungen für das Präsent, die andere Hälfte werde erst einmal beraten. Gerade in den letzten Tagen vor Heiligabend seien es immer wieder Männer, die für die Ehefrau oder auch die Schwiegermutter etwas suchen, ohne recht zu wissen, was es sein soll. „Aber das klären wir dann im Lauf des Gesprächs“, so Dittrich. Die Fachfrau berichtet weiter, dass für viele der Aspekt eine wichtige Rolle spiele, dass „Zeit zusammen verschenkt wird“.

Ähnlich positiv wie sie spricht Dirk Budke über das Weihnachtsgeschäft. Sein Ladenlokal für Modelleisenbahnfreunde liegt am Bodelschwinghplatz. Und in das sind seinen Worten zufolge in den vergangenen Tagen und Wochen sowohl die gekommen, die bereits daheim eine Anlage haben, als auch jene, die für sich oder den Sohn eine Starterpackungen kaufen wollten. Diese Sets seien diesmal besonders gefragt gewesen. Mit Blick auf die Zukunft ein gutes Zeichen, denn das verspreche weitere Besuche im Geschäft. Schon jetzt habe er das Umsatzniveau 2016 erreicht. Und da zwischen den Feiertagen und kurz nach Neujahr auch noch einiges laufe, gehe er von einem Plus im Vergleich zum Vorjahr aus.

Klagen will auch nicht Jens Kröger von Euronics JK & Hawerkamp. „Klar, Fernseher sind gelaufen, Radiorecorder ebenfalls“, sagt der Fachmann für Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräte. Bei der sogenannten weißen Ware seien unter anderem Kaffeevollautomaten und Küchenmaschinen über den Verkaufstresen gegangen. Alles in allem liege man auf dem Vorjahresniveau. Doch er verweist auch darauf, dass der Trubel längst nicht mehr der sei, wie man ihn aus den Zeiten vor dem Onlinehandel gekannt habe.

Die Konkurrenz durch das Internet, das ist auch ein Thema für Iris Gottwald. Die Betreiberin der Wühlmaus zieht eine negative Bilanz. 2016 sei schon nicht gut gewesen, 2017 aber noch schlechter. Der zunehmende Anteil der Kunden, die im Netz kaufen ist aus ihrer Sicht ein wesentlicher Grund. Der zweite: die Lage des Spielzeug- und Geschenkwarenladens am östlichen Ende der Fußgängerzone, wo der Publikumsverkehr immer mehr nachlasse, so ihre Beobachtung. Hinzu komme dann noch, dass einige besonders gefragte Artikel aufgrund von Lieferengpässen zuletzt nicht mehr bei den Herstellern zu bekommen gewesen seien.

Reiner Friss von Sport Dierker ist beim Blick auf das Weihnachtsgeschäft vor allem eines aufgefallen: „Es wird immer später.“ Soll heißen, der Großteil lief in den letzten eineinhalb bis zwei Wochen vor dem Fest. Gut verkauft habe sich vor allem „Freizeit und Fashion-Bekleidung“, bei Kindern sei das neue WM-Trikot der deutschen Fußballnationalmannschaft ein Renner gewesen.

Von solchen Rennern kann Jürgen Eickhold nicht berichten. Doch in dem Schmuck- und Uhrengeschäft an der Münsterstraße wird deswegen keineswegs Trübsal geblasen. Verkauft worden sei zu Weihnachten einiges, nur eben nicht von bestimmten Artikel besonders viel, dafür aber „querbeet“. Ähnlich wie bei Sport Dierker brummte es so richtig, je näher die Festtage kamen.

„Die Neuen“ von Ken Follett und Dan Brown haben ihren Teil dazu beigetragen, dass auch Sabine Kattmann am Tag nach Weihnachten zufrieden zurückschaut. Die vor Kurzem erschienenen Romane der beiden Bestsellerautoren waren bei der Kundschaft der Buchhandlung Oberhellmann jedoch nicht allein dafür verantwortlich, dass der Umsatz stimmt. Auch „Tyll“ von Daniel Kehlmann und „Die Zweisamkeit der Einzelgänger“ von Joachim Meyerhoff gehören zu jenen Werken, die offenbar recht oft fein verpackt unterm Baum lagen.

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