Besondere Weihnachtsbeleuchtung Ein Lämpchen-Meer in der Wüstenei

Lengerich -

Wer von der Bodelschwinghstraße in die Wüstenei abbiegt, dem bietet sich in diesen Tagen und Wochen oft ein sehr weihnachtlich geprägtes Bild. Einige Nachbarn haben sich zusammengetan und sorgen für einen wahren Lichterzauber.

Von Mareike Stratmann
Wie aus einem Guss wirkt die aufwendige Dekoration an der Straße Wüstenei
Wie aus einem Guss wirkt die aufwendige Dekoration an der Straße Wüstenei Foto: Mareike Stratmann

Eine Lichterkette hier, ein Leuchtstern dort: Wer während der Feiertage einen Spaziergang durch die Wohngebiete Lengerichs gemacht hat, dürfte sich vielerorts über etwas stimmungsvolle Weihnachtsbeleuchtung gefreut haben. Etwas mehr dieses besonderen Lichterzaubers bieten die Nachbarn aus der Wüstenei – und das seit Jahren. Wer von der Bodelschwingh- straße abbiegt, taucht ein in ein Meer aus Lämpchen und Birnchen. Alle im selben Ton, alles wie aus einem Guss.

Angefangen hat die Geschichte wie so oft. „Als wir vor etwa 15 Jahren unsere alte Hecke gegen einen Zaun ausgetauscht haben, kam die Schnapsidee auf, diese zur Weihnachtszeit entsprechend mit einer Lichterkette zu schmücken“, erinnert sich Jutta Rustige . Und dann ging es Schlag auf Schlag.

Jahr für Jahr wurde aufgerüstet. Eine Familie stachelte die andere an und schwups waren bei Rustiges, Dalms, Alberts und Haases sämtliche Büsche im Vorgarten in schönstes Warmweiß getaucht. Jedes Jahr kam die ein oder andere neue Illumination dazu, sodass die Lichterketten mittlerweile auch das ein oder andere Fenster und sogar die ersten Giebel erreicht haben. „Da macht der eine den anderen verrückt“, lacht Thomas Rustige und stellt eines unmissverständlich fest: „Wir haben klare Regeln. Keine bunten Ketten und auch keine blinkenden Lichter – wir haben uns alle auf das gleiche warmweiße Licht geeinigt.“

Und nicht nur das: Mitte November herrscht plötzlich über Tage und sogar Wochen hektische Betriebsamkeit in den Vorgärten, denn am Vorabend von Totensonntag will jede Kette an ihrem Platz sein. „Wir treffen uns dann am späten Nachmittag und schmücken abschließend gemeinsam den Zaun, der vor Jahren den Anstoß gab“, erzählt Jutta Rustige. Selbstverständlich verbunden mit einem kleinen Nachbarschaftsfest mitsamt zünftigem Abgrillen bei Punsch, Glühwein und Weihnachtsbier. Wenn schließlich das letzte Lämpchen positioniert ist, heißt es „Probeleuchten“. Und das sorgt Jahr für Jahr für strahlende Augen bei den Hobby-Lichtdesignern – begleitet von begeisterten „Ahs“ und „Ohs“.

Kurz vor dem ersten Advent – und dann täglich von 16.30 bis 23 Uhr sowie 6 bis 8.30 Uhr – gehen in der Wüstenei die Lichter an. Wie viele es sind? „Die Lichterkette am Zaun hat schon mal 1500 Lämpchen“, fängt Thomas Rustige an zu zählen – die Nachbarn winken ab. Gezählt hat die Ketten noch niemand. Zig tausend Lampen sind es in jedem Fall. Dass das auch die Stromrechnung in die Höhe treibt, wissen sie alle. Es ist ihnen aber egal. Und viele Passanten erfreut‘s. „Es halten tatsächlich viele Autofahrer an und machen sogar Fotos. Und wir werden auch ansonsten häufiger drauf angesprochen“, sagt Jutta Rustige. Klar, dass sie und ihre Nachbarn das freut. Oder wie ihr Mann augenzwinkernd feststellt: „Wenn die Lichter an sind, ist die Wüstenei tatsächlich 30er Zone. Das ist der positive Nebeneffekt. Dann wird die Straße deutlicher langsamer befahren als sonst.“

Ob sich das Ganze noch steigern lässt? „Darum geht es ja gar nicht“, sagen die Nachbarn. „Wir wollten es einfach gemütlich und heimelig haben. Und wenn`s dann noch dem ein oder anderem gefällt…“. Wobei: „Die ein oder andere Kleinigkeit fällt uns bestimmt noch ein“, stellt Thomas Rustige schmunzelnd fest. Er und seine Nachbarn werden sich noch manches Mal treffen, um die neuesten Ideen zum alljährlichen Lichterzauber zu besprechen, ehe sie im kommenden Jahr dann wieder zum gemeinsamen Probeleuchten auf der Straße stehen.

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