Vermeintliche Wolfs-Attacke
Schaf in Lengerich wurde offenbar von Hund gerissen

Lengerich -

(Aktualisiert) Das im November in Lengerich tot aufgefundene Schaf wurde nicht von einem Wolf gerissen. Das hat eine amtliche Untersuchung ergeben. Per Gen-Test wurde Hundespeichel identifiziert.

Dienstag, 12.12.2017, 11:12 Uhr

Vermeintliche Wolfs-Attacke: Schaf in Lengerich wurde offenbar von Hund gerissen
Am 13. November wurde ein gerissenes Schaf in Lengerich entdeckt. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Vor gut einem Monat fanden Doerthe Dzielak und  Norbert Klar aus Lengerich das Skelett eines ihrer Schafe. Von dem Tier war nicht mehr viel übrig. Der Verdacht: Ein Wolf hat das Schaf gerissen und gefressen. Doch ein Gen-Test brachte jetzt ein anderes Ergebnis, berichtet das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv). Die Untersuchung von Proben durch das Senckenberg Forschungsinstitut, das als „Nationales Referenzzentrum für genetische Untersuchungen bei Luchs und Wolf″ in ganz Deutschland fungiert, hat genetisches Material von einem Hund nachgewiesen.

Das Schaf war am 13. November vom Tierhalter weitgehend skelettiert auf der Weide gefunden worden . „Ein Hund macht so etwas nicht“, meinte Tierärztin Natascha Schwake aus Ladbergen damals beim Blick auf den Kadaver. 

Gutachten zum Wolf in Westfalen vorgestellt

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  • 01 Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Clemens Freiherr von Oer (Vorsitzender des Verbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe) bei der Vorstellung des Wolf-Gutachtens am 8. August 2017 on der WLV-Geschäftsstelle in Münster.

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  • Im Allwetterzoo friedliche Besuchermagneten: Timberwölfe.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Dr. Matthias Quas (WLV-Vertreter im Landesjagdbeirat NRW), Laura Jacobs (WLV-Pressestelle), Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel (Diplom-Biologe, Professor für Zoologie an der FU Berlin), Johannes Röring (Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands), Clemens Freiherr von Oer (Vorsitzender des Verbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe) und Jürgen Reh (Rechtsanwalt und Geschäftsführer des Verbandes der Jagdg...) bei der Vorstellung des Wolf-Gutachtens am 8. August 2017 on der WLV-Geschäftsstelle in Münster.

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  • Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel (Diplom-Biologe, Professor für Zoologie an der FU Berlin), Johannes Röring (Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands), Clemens Freiherr von Oer (Vorsitzender des Verbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe) bei der Vorstellung des Wolf-Gutachtens am 8. August 2017 on der WLV-Geschäftsstelle in Münster.

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  • Johannes Röring (Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands) bei der Vorstellung des Wolf-Gutachtens am 8. August 2017 on der WLV-Geschäftsstelle in Münster.

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  • Clemens Freiherr von Oer (Vorsitzender des Verbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe) bei der Vorstellung des Wolf-Gutachtens am 8. August 2017 on der WLV-Geschäftsstelle in Münster.

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  • Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel (Diplom-Biologe, Professor für Zoologie an der FU Berlin) bei der Vorstellung des Wolf-Gutachtens am 8. August 2017 on der WLV-Geschäftsstelle in Münster.

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  • Im Allwetterzoo friedliche Besuchermagneten: Timberwölfe.

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  • Im Allwetterzoo friedliche Besuchermagneten: Timberwölfe.

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  • Im Allwetterzoo friedliche Besuchermagneten: Timberwölfe.

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Gen-Test sorgt für Klarheit

Der herbeigerufene Wolfsberater Jan-Dirk Hubbert, Förster aus Nordwalde, untersuchte im Auftrag des Lanuv die Spuren am Fundort und nahm genetische Proben. Anschließend wurde der Kadaver im Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Emscher-Lippe pathologisch untersucht. Dort war aufgrund des Zustands des Tierkörpers eine Todesursache nicht mehr zweifelsfrei feststellbar.

An dem Kadaver gefundene Speichelreste wurden an das Senckenberg Forschungsinstitut geschickt. Das Ergebnis der genetischen Untersuchung brachte Klarheit: Das Schaf wurde von einem Hund befressen.  „Es ist keine Wolf-DNA am Kadaver gefunden worden, dafür aber Hunde-DNA“, erklärt  Wilhelm Deitermann , Pressesprecher des Lanuv, auf Nachfrage der WN. 

Der Wolf scheidet die Geister - hier ein Tier im Allwetterzoo.

Der Wolf scheidet die Geister - hier ein Tier im Allwetterzoo. Foto: Gunnar A. Pier

Ob das Tier eines natürlichen Todes gestorben ist, von einem Menschen getötet oder einen Hund gerissen wurde, „das spielt für uns keine Rolle“, sagt Deitermann. Ebenso wenig, um was für einen Hund es sich gehandelt hat, der den Kadaver befressen hat.

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Häufige Angriffe von Hunden

Übergriffe von Hunden auf Schafe und andere Weidetiere seien leider häufig zu beklagen. „Es ist nicht ungewöhnlich, dass frei laufende oder unbeaufsichtigte Hunde ein Tier reißen.“ Deshalb die Bitte des Landesamts an Hundehalter, ihre Vierbeiner nicht streunen zu lassen und auch beim Spaziergang unter Kontrolle zu halten, damit Übergriffe auf andere Tiere verhindert werden.

Das Lanuv erreichen regelmäßig Meldungen über Wolf-Sichtungen. „Sehr häufig sind es Hunde“, berichtet Wilhelm Deitermann. Im jüngsten Fall habe sich der Wolf als Schlittenhund herausgestellt. Unter dem Strich sei es im Jahr vielleicht eine Handvoll Meldungen, bei denen sich die Vermutung Wolf am Ende bestätige.

Bei diesen Tieren handele es sich in der Regel um durchziehende Wölfe, in der überwiegenden Zahl aus Niedersachsen. „Das können Jungwölfe sein, die das Rudel verlassen haben, und sich jetzt auf die Suche nach einer Partnerin machen“, nennt der Pressesprecher eine mögliche Ursache. Heimisch seien die Jäger mit dem grauen Fell nicht. „Nordrhein-Westfalen ist Wolf-Erwartungsland“, so die amtliche Definition.

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