Jugendzentrum: Verwaltung legt Maßnahmenkatalog vor Barrierefreiheit hat keine Priorität

Lengerich -

Die Kellerwände sind feucht, die Toiletten alt und auch an manche anderen Stellen steht es nicht zum Besten. Das Jugendzentrum ist in die Tage gekommen. Am Donnerstag, 14. September, befasst sich der Planungsausschuss mit dem Thema. Die Verwaltung legt einen Maßnahmenkatalog vor.

Von Paul Meyer zu Brickwedde
Über 65 Jahre alt ist das Gebäude an der Bergstraße, in dem das Jugendzentrum beheimatet ist.
Über 65 Jahre alt ist das Gebäude an der Bergstraße, in dem das Jugendzentrum beheimatet ist. Foto: Luca Pals

Wer ab und an im Jugendzentrum an der Bergstraße vorbeischaut oder einmal mit Leiter Thomas Brümmer oder jemandem aus dem Mitarbeiterteam spricht, weiß: In der Einrichtung drückt hier und da der Schuh. Dabei geht es nicht etwa um die Gäste, die dort ein- und ausgehen. Es geht um das Gebäude an sich. Verwaltung und Politik kennen die Probleme. Nun liegt dem Ausschuss für Planung und Umwelt ein Papier vor, in dem ein Überblick darüber gegeben wird, welche Investitionen in den nächsten zehn Jahren anstehen, um die dauerhafte Nutzung sicherzustellen. Das Ergebnis: über 500 000 Euro wären vonnöten.

In der Vorlage findet sich neben vielen Zahlen auch ein recht klares Bekenntnis zur jetzigen Adresse: „Bei all den anstehenden Maßnahmen für das Gebäude muss auch betrachtet werden, dass den Jugendlichen im jetzigen Jugendzentrum aufgrund der Größe des Gebäudes eine Vielzahl von Aktivitäten geboten werden kann. Auch die zentrale und ruhige Lage spielt sicherlich eine Rolle für den Erhalt des Standortes.“ Angesichts des hohen Sanierungsaufwandes waren zwischenzeitlich Gedankenspiele aufgekommen, inwieweit ein Umzug Sinn machen könnte. Dieses Thema dürfte vom Tisch sein, wenn die Politik der von der Verwaltung eingeschlagenen Richtung folgt.

Unterteilt wird die Maßnahmenliste in Arbeiten, die in den kommenden fünf Jahren erledigt werden sollen, und in Vorhaben, die frühestens Handwerker in sechs Jahren in Angriff nehmen könnten. In letztere Kategorie gehört ein Thema, das nicht zuletzt an Schulen inzwischen eine zentrale Rolle spielt. „Die Herstellung der Barrierefreiheit und Schaffung einer Behinderten-WC-Anlage wird in dem Gebäude eine große Herausforderung darstellen und ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht geplant.“ Geschätzt werden diese Investitionen auf 205 000 Euro, 100 000 Euro würden demnach allein auf den Einbau eines Aufzugs entfallen.

Kurzfristiger geht es um andere Dinge. Unter den Posten, die sich da auf 188 000 Euro summieren, sind die drei größten die Sanierung der feuchten Kellerwände (66 000 Euro), die Sanierung der Toiletten (50 000 Euro) und die „Sicherstellung des Brandschutzes“ (30 000 Euro).

Bleiben noch einmal gut 100 000 Euro, die in frühestens sechs Jahren für die Dacheindeckung, den Neuanstrich der Außenfassade und für neue Fenster Verwendung finden sollen.

Das Haus wurde 1951 gebaut und diente zunächst als Lagergebäude. Das Jugendzentrum ist dort seit 1974 beheimatet. Größere Sanierungsmaßnahmen fanden laut Vorlage für den Ausschuss zuletzt 1986 statt. Genutzt werden kann eine Fläche von 670 Quadratmetern. Die Verwaltung schreibt in ihrem Bericht schlussendlich: „Ob das Jugendzentrum mittelfristig mit einem geringeren Raumangebot im aktuellen Integrierten-Stadtentwicklungskonzept-Prozess integriert werden kann, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch offen. Um aber eine angemessene Nutzung im Jugendzentrum sicherzustellen, sind die oben aufgeführten Maßnahmen notwendig und sollten sachgerechterweise durchgeführt werden.“

Zum Thema

Die öffentliche Sitzung des Ausschusses für Planung und Umwelt findet am Donnerstag, 14. September, in Raum 141 der Stadtverwaltung statt. Beginn ist um 18 Uhr.

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