Carolin Wessels ist neue Pastoralreferentin Weite Wege zwischen vier Kirchen

Lengerich/Lienen/Ladbergen/Tecklenburg -

Für Carolin Wessels läuft noch die Eingewöhnungsphase. Am 1. August hat sie in der katholischen Pfarrgemeinde Seliger Niels Stensen das Amt der Pastoralreferentin übernommen. Ihr Arbeitsgebiet, das hat die 27-Jährige schnell festgestellt, ist ziemlich groß.

Von Dietlind Ellerich
Die Mauer an der Schlossstraße in Tecklenburg kennt Carolin Wessels noch aus Kindertagen. Heute ist das Gemäuer für sie gefühlt längst nicht mehr so hoch wie vor 20 Jahren.
Die Mauer an der Schlossstraße in Tecklenburg kennt Carolin Wessels noch aus Kindertagen. Heute ist das Gemäuer für sie gefühlt längst nicht mehr so hoch wie vor 20 Jahren. Foto: Dietlind Ellerich

„An diese Mauer hier konnte mich sofort wieder erinnern“, stellt Carolin Wessels lachend fest. An der Schlossstraße in Tecklenburg steht die Mauer, über die die 27-Jährige als kleines Mädchen gerne gegangen wäre, wenn die Eltern es denn erlaubt hätten. Vor über 20 Jahren aber, als die gebürtige Hauenhorsterin mit ihrer Familie Sonntagsausflüge in die Burgstadt unternahm, war das Mäuerchen tabu. Kein Wunder, schließlich geht es dahinter steil bergab.

Die Mauer kennt sie, auch wenn sie längst nicht so hoch ist, wie sie sie in Erinnerung hatte. Alles Weitere wird die junge Frau, die zum 1. August ihre Stelle als Pastoralreferentin der katholischen Pfarrgemeinde Seliger Niels Stensen angetreten hat, sich nach und nach erschließen. Das Gebiet ihrer neuen Wirkungsstätte ist groß, Die Wege zwischen den vier Kirchen in Lengerich, Ladbergen, Lienen und Tecklenburg sind weit. Ohne Auto sei das nicht zu schaffen, bedauert die passionierte Radlerin. Es wird eine Weile dauern, bis Carolin Wessels sich in allen Orten zurechtfinden wird.

Die 27-Jährige, die nach einem dreijährigen Studium der Religionspädagogik in Paderborn ihre dreijährige praktische Ausbildung in der Pfarrei St. Sixtus in Haltern am See absolviert hat und nun mit ihrem Verlobten, einem Pastoralreferenten in der Assistenzzeit, in Hörstel lebt, ist gespannt auf die Menschen ihrer neuen Gemeinde.

Einen Ausflug mit den Messdienern aus Lienen hat sie schon hinter sich. Die Messdienerjugend ist für Wessels wie ein Heimspiel. „Ich bin in Hauenhorst, einem Stadtteil von Rheine, in der Jugendarbeit groß geworden, war selber Messdienerin, später Gruppenleiterin“, begründet sie, weshalb sie in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu Hause ist.

Für die Jugendlichen, für deren Sorgen und Nöte möchte die neue Pastoralreferentin der Gemeinde da sein. „Seelsorge bei Jugendlichen passiert abends und oft per Whatsapp“, ist ihr bewusst, dass Dienst nach Vorschrift und ein geregelter Feierabend in ihrem Job eher selten sind. Der jungen Frau macht das nichts.

Begeistert erzählt sie von ihren Plänen, die sie in ihrer Pfarrei gerne verwirklichen möchte. Fahrten seien sehr wichtig, weiß sie aus ihrer eigenen Kindheit und Jugend, aber auch aus ihre praktischen Ausbildung. Eine Reise nach Taizé mit den Firmlingen ist ihr in besonders guter Erinnerung geblieben. „Das sind gemeinsame Erfahrungen, auf die man aufbauen kann, die ein intensives Vertrauensverhältnis schaffen, das die Gespräche über schwierige Themen wie den Glauben einfacher macht“, ist sich Carolin Wessels bewusst, dass solche Aktionen weitaus mehr sind Abende am Lagerfeuer und durchgemachte Nächte. „Wenn ich das den Jugendlichen hier ermöglichen könnte, wäre das super“, wünscht sie sich.

Auch die Musik liegt ihr am Herzen. So sehr, dass sie in Münster gerne den C-Kursus für Kirchenmusiker absolvieren möchte. „In der Musik bin ich spirituell zu Hause“, erklärt die junge Frau, die ihr Abitur am bischöflichen Gymnasium St. Arnold in Neuenkirchen gemacht hat. Einer ihrer Leistungskurse war Musik. Da verwundert es nicht, dass die Gründung einer Jugendband in der Gemeinde Seliger Niels Stensen ein weiterer Traum ist, den Carolin Wessels sich und dem Nachwuchs der Pfarrei gerne erfüllen würde.

„Das Tolle an meinem Beruf ist, dass man mitwachsen kann“, weiß sie, dass sich die Schwerpunkte ihrer Arbeit mit den Jahren verändern werden. Ein paar Jahre weiter sind vielleicht die Familien ihr Kerngebiet, noch später die Seniorenarbeit, überlegt sie. Zunächst einmal möchte sie im Tecklenburger Land ankommen, die Menschen kennenlernen, ihre Arbeit beginnen, die Natur erobern, per Rad oder zu Fuß. „Vielleicht werde ich hier ja zum leidenschaftlichen Wanderer“, überlegt sie.

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