Zweigstelle wird in SB-Filiale umgewandelt Sparkasse zieht Personal aus Hohne ab

Lengerich -

Noch sind vier Mitarbeiter der Stadtsparkasse Lengerich in Hohne beschäftigt. Zum Ende des Jahres wird sich das Ende. Dann wird die Zweigstelle in eine SB-Filiale umgewandelt. Die Angestellten wechseln ins Haupthaus oder an die Ringeler Straße.

Von Paul Meyer zu Brickwedde
Noch sind in der Filiale an der Lienener Straße vier Mitarbeiter beschäftigt. Ende Dezember werden sie abgezogen, es bleibt der Selbstbedienungsbereich.
Noch sind in der Filiale an der Lienener Straße vier Mitarbeiter beschäftigt. Ende Dezember werden sie abgezogen, es bleibt der Selbstbedienungsbereich. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Mit Wirkung zum Jahreswechsel zieht die Stadtsparkasse Lengerich ihr Personal aus Hohne ab. Die Niederlassung an der Lienener Straße wird in eine SB-Filiale umgewandelt. Das haben die Vorstände, Achim Glörfeld und Max Mews , im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten angekündigt. Betroffene Kunden würden über den Schritt per Brief informiert, die vier Mitarbeiter aus dem östlichen Stadtteil entweder ins Haupthaus oder an die Ringeler Straße wechseln.

Die Chefs des örtlichen Geldinstitutes begründen den Schritt mit „enormen gesellschaftlichen Veränderungen“ – Stichworte demografischer Wandel und Digitalisierung –, die sich auch auf die Kreditwirtschaft auswirken würden. „Dem müssen wir uns stellen“, so Glörfeld.

Er und Mews wurden noch konkreter. Sie verwiesen auf eine Untersuchung aus dem Jahr 2015. Demnach nutzt der Durchschnitts-Sparkassenkunde in Deutschland sein iPad oder iPhone pro Jahr 228 Mal, um mit seiner Bank Kontakt aufzunehmen oder Geldgeschäfte zu erledigen. 120 Mal kommt der Rechner oder das Laptop zum Einsatz und 24 Mal der Geldautomat. Aber nur ein Mal, betonen die beiden Vorstände, komme der Kunde pro Jahr direkt zu einem Sparkassenmitarbeiter. Diese Werte, da sind sich die Sparkassen-Vorstände sicher, ließen sich auch auf ihr Haus und ihre Kunden übertragen.

Für Hohne habe in den vergangenen Monaten eine interne Auswertung zudem ergeben, dass der „personengebundene Service“ sehr stark zurückgegangen sei. Anders als etwa an der Ringeler Straße, wo es nach wie vor „viel Laufkundschaft“ gebe.

Ergebnis der internen Analyse sei zudem, dass die individuelle Beratung noch stärker in den Fokus gerückt werden solle als bislang. Dass die Sparkasse Lengerich ihre Eigenständigkeit wahren könne, liege nicht zuletzt an der „guten Einkommensstruktur“ in der Stadt und dem Vertrauen in die örtliche Wirtschaft. Daraus ergebe sich, dass die Sparkasse im Vergleich mit anderen Banken „sehr vertriebsstark“ sei.

Die zunehmende Digitalisierung biete zudem die Möglichkeit, Kunden, die bislang nach einem Umzug zu einem anderen Institut gewechselt seien, zu halten. Glörfeld und Mews berichten, dass es das bereits zunehmend gebe. Und der geplante Ausbau entsprechender Angebote könne auch in diesem Segment hilfreich sein. Aber die modernen technischen Möglichkeiten seien nicht zuletzt auch für Ältere, die nicht mehr so mobil sind, eine Chance, weiter ihre finanziellen Angelegenheiten selbst zu regeln. Als Beispiel, was „perspektivisch“ bei der Stadtsparkasse noch kommen könnte, nennt Mews die Beratung per Video und Chatrooms für bestimmte Fragen.

Trotz der vorgebrachten Argumente gehen die beiden Vorstände davon aus, dass die Entscheidung bei manchen Kunden auf Kritik stoßen wird. „Darauf sind wir vorbereitet.“ Was mit der Immobilie an der Lienener Straße passiert, in der die Zweigstelle derzeit noch untergebracht ist, ist ihren Worten zufolge noch offen. Sie befindet sich im Eigentum der Stadtsparkasse. Gebraucht wird ab dem Januar jedoch nur noch das Foyer für den SB-Bereich.

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