Sicher im Ewaldidorf
In Laer eine Chance bekommen

Laer -

Shakhrukh Nuriddinov und seine Familie fühlen sich sicher und wohl in Laer, wo sie seit 2013 leben. Der 20-Jährige ist glücklich, dass er einen Ausbildungsplatz im Dentallabor Bornemann gefunden hat. Dort wird der junge wissbegierige Mann zum Zahntechniker ausgebildet. Sein Chef Ernst Bornemann ist mit seinem Azubi sehr zufrieden und freut sich, ihm eine berufliche Chance geben zu können.

Freitag, 22.12.2017, 19:12 Uhr

Ernst Bornemann erklärt dem Auszubildenden Shakhrukh Nuriddinov, worauf es beim Zahntechniker-Handwerk ankommt.
Ernst Bornemann erklärt dem Auszubildenden Shakhrukh Nuriddinov, worauf es beim Zahntechniker-Handwerk ankommt. Foto: nix

Weihnachten ist traditionell die Zeit des Friedens. Ruhe und Besinnlichkeit sind jedoch nicht überall auf der Welt selbstverständlich, auch nicht zum Christfest. Der 20-jährige Shakhrukh Nuriddinov ist froh, mit seinen Eltern und den beiden Brüdern heute in Laer leben zu dürfen. „Das Wichtigste für uns ist Sicherheit“, sagt er, und die fanden sie in Deutschland. Der junge Mann befindet sich zurzeit in der Ausbildung zum Zahntechniker im Dentallabor Bornemann . Doch bis dahin war es ein weiter Weg.

Gebürtig stammt Shakh­rukh aus Kirgisistan. Der zentralasiatische Binnenstaat grenzt im Norden an Kasachstan, im Südosten an China, im Süden an Tadschikistan und im Westen an Usbekistan. In Kirgisistan herrschte 2010 Bürgerkrieg. Zu dieser Zeit lebten die Nuriddinovs noch dort. Der Vater wurde zu Unrecht terroristischer Aktivitäten beschuldigt. Als die Familie versuchte, in Russland Fuß zu fassen, drohte bald die Abschiebung. Die Lage wurde für die Fünf immer gefährlicher, bis endlich die Flucht nach Deutschland gelang. Seit 2013 leben die Kirgisen in der Bundesrepublik und fanden letztlich in Laer ein dauerhaftes Zuhause.

Shakhrukh lernte in recht kurzer Zeit die deutsche Sprache, machte den Führerschein, absolvierte seinen Hauptschulabschluss in Borghorst und bewarb sich als Azubi zum Zahntechniker. „Ich schrieb an viele Dentallabore, wurde aber abgelehnt, weil ich damals noch nicht so perfekt Deutsch sprach“, sagt der Auszubildende. Unter zahlreichen Bewerbungen wählte Ernst Bornemann gerade ihn aus, denn er gibt Flüchtlingen gerne eine Chance und hat es nie bereut. „Ich bin sehr gut mit Herrn Nuriddinov zufrieden“, sagt der Dentallabor-Chef.

„Der junge Mann ist sehr nett, höflich und hilfsbereit“, stellt Bornemann ihm auch hinsichtlich der so genannten „Soft-Skills“, der persönlichen und sozialen Kompetenzen, ein gutes Zeugnis aus. „Hut ab“, sagt Bornemann angesichts des starken Engagements. In der Schule sei er zwar nicht in jedem Fach absolute Spitze, doch auch Leistungen auf mittlerem Niveau findet der Zahntechnikermeister absolut in Ordnung. Shakhrukh besucht eine Schule in Haltern am See. Ein weiter Weg, doch das macht ihm nichts aus. Es gibt zahlreiche lateinische Begriffe zu lernen, Fachrechnen gehört ebenso zum Pensum wie Chemie und Physik.

„Schon als ich klein war, interessierte ich mich für medizinische Themen“, erinnert sich Nuriddinov. Eigentlich wollte er Zahnarzt werden, doch dazu bekam er in seinem Heimatland keine Chance. Aus heutiger Sicht ist der Beruf des Zahntechnikers genau das Richtige für ihn. „Ich möchte lernen, mich weiter entwickeln und Menschen helfen, die Probleme mit ihrem Gebiss haben“, erklärt der junge Mann.

Bei alldem bleibt auch noch Zeit für Freizeitaktivitäten. Der Kirgise ist im koreanischen Kampfsport Taek­wondo sehr aktiv. Im letzten Sommer bestand er die Prüfung zum „schwarzen Gürtel“, jetzt arbeitet er auch als Trainer. Bei Wettkämpfen holte Nuriddinov bereits mehrere Titel und wird auch an der Weltmeisterschaft teilnehmen.

Für 2020 steht der Berufsabschluss auf dem Programm. Zukunftsperspektive: Zahntechnikermeister. „Ich möchte, wenn möglich gerne weiter hier arbeiten“, sagt der Auszubildende. Das, erläutert der Chef des Hauses, hänge von der Entwicklung auf dem Dentalmarkt ab. Die digitale Technik hat längst auch in diese Branche Einzug gehalten. Sie kostet Arbeitsplätze, schafft aber auch neue. „Das Ende ist offen“, so Bornemann, doch es bestehe auf jeden Fall eine gute Chance, beruhigt er seinen Azubi.

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