Letzter Gottesdienst „Es ist für uns ein trauriger Abend“

Laer -

Zu einem schmerzlichen Abschied wurde der letzte Gottesdienst in der Krankenhauskapelle am Montagabend für die Besucher. Ihnen machte Pfarrer Andreas Ullrich Mut, mit Zuversicht in die Zukunft zu schauen. Es sei überall möglich, Gottesdienste zu feiern, meinte der Seelsorger, der die Profanierung vornahm.

Von Heinrich Lindenbaum
Den Besuchern in der Krankenhauskapelle des Laerer Marienhospitals fiel der Abschied während des letzten Gottesdienstes am Montagabend schwer. Das kleine Bild zeigt den Gottesdienstraum nach der Profanierung.
Den Besuchern in der Krankenhauskapelle des Laerer Marienhospitals fiel der Abschied während des letzten Gottesdienstes am Montagabend schwer. Das kleine Bild zeigt den Gottesdienstraum nach der Profanierung. Foto: Heinrich Lindenbaum

„Es ist für uns ein trauriger Abend“, waren sich die Besucher einig, die sich am Dienstagabend in der komplett besetzten Krankenhauskapelle eingefunden hatten, um beim letzten Gottesdienst dabei zu sein. „Es ist Gründonnerstagsstimmung in der Adventszeit,“ begrüßte Pfarrer Andreas Ullrich die Teilnehmer.

„Es gibt aber auch einen Neubeginn, wenn man loslässt, wenn man Abschied nimmt. Ich hoffe und bete, dass es gut weitergeht“, erklärte der Seelsorger. Die Gremien hätten nach bestem Wissen entschieden. Man schaue frohen Mutes in die Zukunft, dass etwas Gutes entstehen möge, auch für den Kapellenraum. „Damit wir später auch hier wieder beten können und das Lob Gottes erschallt“, so der Geistliche.

In seiner Predigt verwies der Pfarrer auf die sich schnell ändernden Gegebenheiten. „Wir leben in einer Zeit des Wandels, alles ist im Umbruch, nichts gilt mehr. Den älteren Mitmenschen geht es gegen den Strich. Was gilt heute noch?“, fragte er.

Nach 50 Jahren würde dieser Gottesdienstraum nunmehr aufgegeben. „Das Alte kennen wir – das Neue noch nicht. Es ist überall möglich, Gottesdienst zu feiern. Gott braucht die Räume nicht für seine Präsenz“, betonte der Seelsorger. Kirche sei ein „fester“ Stein. Es komme aber auf die „lebendigen“ Steine an. Die Besucher bedankten sich mit einem Applaus bei Pfarrer Ullrich für seine Ausführungen.

Zum Abschluss des Gottesdienstes verlas dieser noch das Dekret vom 18. Oktober 2017 zur Profanierung der Kapelle. Danach wurde die Litanei zur Profanierung einer Kirche gesungen. Während der Litanei wurden das Ewige Licht und die Kerzen gelöscht und der Altar abgedeckt. Anschließend wurde das Allerheiligste herausgetragen.

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