Unternehmerfrühstück Flüchtlinge in der Arbeitswelt

Ladbergen -

Das Interesse der Arbeitgeber scheint groß zu sein: „Ich kann fünf Mitarbeiter gebrauchen“, sagt einer. Ein anderer: „Ich auch“. Doch so einfach ist das nicht, denn es geht um Flüchtlinge, und deren Arbeitserlaubnis und -einsatz sind von vielen Faktoren abhängig. „Flüchtlinge in der Arbeitswelt“ lautet das Thema beim gestrigen Unternehmerfrühstück, zu dem die Wirtschaftsförderung der Gemeinde Ladbergen eingeladen hatte.

Von Sigmar Teuber
Geschäftsleute aus vielen Branchen sowie Vertreter der Gemeinde Ladbergen trafen sich gestern zum Unternehmerfrühstück bei der Nosta Holding. Bürgermeister Udo Decker-König (links) und Heike Peters von der Verwaltung begrüßten die Gäste.
Geschäftsleute aus vielen Branchen sowie Vertreter der Gemeinde Ladbergen trafen sich gestern zum Unternehmerfrühstück bei der Nosta Holding. Bürgermeister Udo Decker-König (links) und Heike Peters von der Verwaltung begrüßten die Gäste. Foto: Sigmar Teuber

Das Interesse der Arbeitgeber scheint groß zu sein: „Ich kann fünf Mitarbeiter gebrauchen“, sagt einer. Ein anderer: „Ich auch“. Doch so einfach ist das nicht, denn es geht um Flüchtlinge, und deren Arbeitserlaubnis und -einsatz sind von vielen Faktoren abhängig.

„Flüchtlinge in der Arbeitswelt“ lautet das Thema beim gestrigen Unternehmerfrühstück, zu dem die Wirtschaftsförderung der Gemeinde Ladbergen eingeladen hatte. Gastgeber war die Nosta Holding GmbH an der Lengericher Straße. Als Referenten standen Karl-Heinz Hagedorn und Renate Hüttemann vom Jobcenter Kreis Steinfurt und Flüchtlingsbetreuer Sebastian Schulze von der Gemeinde Ladbergen zur Verfügung.

Hagedorn erinnerte daran, dass lediglich anerkannte Flüchtlinge vom Jobcenter gefördert würden. „Alle anderen fallen in die Zuständigkeit der Agentur für Arbeit“, sagte er. Im Jahr 2015 seien im Jobcenter rund 8000 Menschen im Asylverfahren betreut worden – „von damals vier Mitarbeitern“. Aktuell seien es etwa 3100, die arbeiten dürften und auch Arbeit suchten.

„Bei rund 60 Prozent der Bewerber stellen wir fest, dass ihre Deutsch-Kenntnisse nicht ausreichen und die Ausbildung, die sie in ihren Heimatländern absolviert haben, in Deutschland nicht zu gebrauchen ist“, bedauerte der Fachmann. Erste und wichtigste Maßnahme sei es deshalb, die Bewerber zu Sprachkursen zu schicken. Die Teilnahme daran sei verpflichtend für die Betreuten. „Sie müssen sich wie jeder andere auch abmelden, wenn sie verhindert sind, eine Krankmeldung vorlegen, wenn sie krank sind, und Urlaub beantragen.“

In Ladbergen, so Karl-Heinz Hagedorn, bestehe eine besondere Situation. Dank der Hilfe der örtlichen Betriebe sowie etlicher ehrenamtlicher Paten seien die hier ansässigen Flüchtlinge gut ausgebildet und versorgt. Eine Tatsache, die Sebastian Schulze bestätigte. Insgesamt, so der Fachmann, seien im Heidedorf zurzeit 72 Flüchtlinge beheimatet. Erwerbsfähig seien 42 von ihnen, erwerbstätig 27. Zehn Personen befänden sich zurzeit in einer Ausbildung, ein Flüchtling in einem Integrations-Kursus.

Auch Renate Hüttemann berichtete, dass die Kenntnis der deutschen Sprache in Wort und Schrift für jeden Flüchtling unabdingbar sei, der sich in die deutsche Arbeitswelt integrieren wolle. Das Jobcenter sei zuständig unter anderem für Sprachförderung, die Feststellung der Kompetenzen der Bewerber, die berufliche Orientierung, Unterstützung bei Anerkennungsverfahren und die Vermittlung von Praktika.

Nach den Ausführungen der Integrations-Fachleute übernahmen Vertreter der Nosta-Geschäftsführung das Ruder. Im Rahmen einer Betriebsbesichtigung erfuhren die Gäste vieles über das international agierende Familienunternehmen im Logistik-Sektor.

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