Afrikanische Schweinepest
Ein Runder Tisch zur Vorbeugung

Kreis Steinfurt -

Die Gefahr, dass die Afrikanische Schweinepest ausbrechen kann, ist latent vorhanden. Deshalb haben Landwirte und Jäger zu einer gemeinsamen Informationsveranstaltung eingeladen. Es gibt auch einen Vorschlag, wie der Kreis sich in dieser Frage aufstellen will.

Donnerstag, 21.12.2017, 10:12 Uhr

Einen Runden Tisch rund um die afrikanische Schweinepest wollen Albert Rohlmann (stellv. WLV-Kreisverbandsvorsitzender), Kreisveterinär Dr. Christoph Brundiers, WLV-Kreisgeschäftsführer Franz-Georg Koers, Carsten Spieker (stellv. WLV-Kreisverbandsvorsitzender) und Wildmeister Peter Markett , Bild oben, von links) ins Leben rufen. Die Info-Veranstaltung zu diesem Thema war sehr gut besucht.
Einen Runden Tisch rund um die afrikanische Schweinepest wollen Albert Rohlmann (stellv. WLV-Kreisverbandsvorsitzender), Kreisveterinär Dr. Christoph Brundiers, WLV-Kreisgeschäftsführer Franz-Georg Koers, Carsten Spieker (stellv. WLV-Kreisverbandsvorsitzender) und Wildmeister Peter Markett , Bild oben, von links) ins Leben rufen. Die Info-Veranstaltung zu diesem Thema war sehr gut besucht. Foto: Marlies Grüter

„Wir installieren jetzt in unserem Kreis einen runden Tisch zum Thema Afrikanische Schweinepest. Start ist Anfang 2018.“ Konkreter hätte das Ergebnis der Infoveranstaltung zur Afrikanischen Schweinepest (ASP) im Gasthaus Ruhmöller in Saerbeck-Sinningen kaum ausfallen können.

Angesichts der latenten Bedrohung durch die Ausbreitung der gefährlichen Tierseuche in Osteuropa und die aktuellen positiven Funde in Tschechien und Polen hatten der landwirtschaftliche Kreisverband und die Kreisjägerschaft gemeinsam Fachleute eingeladen, um das Thema von allen Seiten zu beleuchten. eine wichtige Frage: Was können Landwirte und Jäger vorbeugend und im Ernstfall tun?

„Wenn die ASP da ist, wird man sie nicht mehr los“, machte Dr. Bernhard Schlindwein , Fachreferent des WLV, den mehr als 200 Teilnehmern der Versammlung deutlich. „Wenn es zu einem Ausbruch käme, dann zwar eher im Wildschweinbestand, aber mit verheerenden Folgen für die Vermarktung in der Nutztierhaltung“, so Schlindwein. Er forderte eine enge Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Jägern. „Wir sollten jetzt Strukturen schaffen, um im Ernstfall bei einem Ausbruch der Seuche handlungsfähig zu sein“, sagte Schlindwein.

Auch Kreisveterinär Dr. Christoph Brundiers nahm die Wildschweinbestände rund um Ochtrup und Wettringen, Westerkappeln und Lienen als mögliche Gefahrenpunkte in den Blick. Besonders sensibel, so Brundiers, seien die Autobahnraststätten entlang der Autobahnen 1, 30 und 31. „Dort häufig von Lkw-Fahrern aus Osteuropa achtlos weg geworfene Lebensmittel wie zum Beispiel Wurstbrote sind problematisch“, so Brundiers. Diese möglicherweise mit dem sehr widerstandsfähigen ASP-Virus kontaminierten Abfälle werden von Wildschweinen gerne aufgenommen. „Biosicherheit ist das höchste Gebot“, sagte der Kreisveterinär. „Wir brauchen keinen blinden Aktionismus. Wir sind im Kreis nicht hilflos. Lassen Sie alles untersuchen, was Sie schießen und was Sie finden“, schrieb er den Landwirten und Jägern ins Aufgabenbuch.

Das konnte Peter Markett, Wildmeister und beratender Berufsjäger, nur bestätigen. Er lenkte das Augenmerk auf eine effektive Bejagung der Wildschweinebestände. Es gelte, so Markett, die Dynamik in der Wildschweinpopulation zu beachten und durch gut geplante, Revier übergreifende Drückjagden unter der Beachtung „ethischer Leitplanken“ nachhaltig die Schwarzwildbestände zu reduzieren. Landwirte könnten die Jäger dabei durch das Anlegen von Jagdschneisen unterstützen.

„Wir brauchen schon heute eine Plattform, auf der Landwirte, Jäger und das Kreisveterinäramt zum Thema ASP im Gespräch sind“, sagte WLV-Kreisgeschäftsführer Franz-Georg Koers. Ein erstes Treffen zum „Runden Tisch ASP im Kreis Steinfurt“ wurde für Anfang 2018 verabredet. Dort sollen gemeinsam Strukturen geschaffen werden, die zur Vorbeugung beitragen und auch im Seuchenfall tragen sollen.

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