Alle wünschen sich Frieden Sehnsucht nach Frieden vereint alle

Horstmar -

Bewegend war der jüngste Bürgertreff, der als Vorweihnachtsfeier im Pfarrzentrum Borchorster Hof gestaltet wurde. Dazu hatte Ehrenamtskoordinatorin Claudia Berning nicht nur die Flüchtlinge eingeladen, sondern auch die, die diese als Lotsen betreuen und begleiten.

Von Franz Neugebauer
Im weihnachtlich geschmückten Kaminzimmer im Borchorster Hof verbrachten Flüchtlinge mit ihren Kindern und den ehrenamtlichen Lotsen in der Burgmannschaft ein paar besinnliche Stunden.
Im weihnachtlich geschmückten Kaminzimmer im Borchorster Hof verbrachten Flüchtlinge mit ihren Kindern und den ehrenamtlichen Lotsen in der Burgmannschaft ein paar besinnliche Stunden. Foto: Franz Neugebauer

Glück und Zufriedenheit, Traurigkeit und Sehnsucht – wohl selten sieht man diese Gefühlsregungen so nah beieinander wie beim jüngsten Bürgertreff im Borchorster Hof.

Es waren die strahlenden Augen der Kinder beim Anblick des Weihnachtsbaumes und der adventlich dekorierten Tische und das Lächeln der Erwachsenen beim Zusammentreffen mit den Helfern. Viele herzliche Händedrucke und liebevolle Umarmungen gab es.

Es war aber auch der Schmerz nach dem Verlust der Heimat zu spüren. Über 60 Flüchtlinge waren der Einladung der Ehrenamtskoordinatorin Claudia Berning gefolgt.

Es waren Kurden, Syrer, Afghanen, Iraker, Pakistaner und Albaner die sich hier zu einer vorweihnachtlichen Feierstunde trafen und gemeinsam mit den Lotsen vier kurzweilige Stunden im festlich geschmückten Saal bei loderndem Herdfeuer verbrachten. Die Feier war Anlass, gemeinsam mit den Geflüchteten, Weihnachten zu feiern, zumal auch einige Flüchtlinge christlichen Glaubens hier leben. Zugleich war es ein Dankeschön an die vielen Helfer für ihr ehrenamtliches Engagement.

„Ihr Einsatz ist unverzichtbar zur Bewältigung der Aufgaben rund um die Versorgung und Integration der Geflüchteten,“ betonte Claudia Berning. „Sie erleichtern den Geflüchteten das Ankommen in Deutschland, sie helfen beim Erlernen der deutschen Sprache, erklären die deutsche Bürokratie, nehmen sich Zeit für Gespräche und versorgen sie über die an die „Kommode“ gespendeten Sachen mit Kleidung, Hausrat und Möbeln.“

Den deutschen Besuchern der Feier erging es diesmal wie sonst den Neuzugezogenen: Kinder, Frauen und Männer lasen eine Geschichte in ihren Heimatsprachen vor. Nur einzelne Ausdrücke, wie „Betlehem“, und „Galiläa“ ließen erahnen, worum es in der Geschichte auf Albanisch, Kurdisch, Tigrinya, Französisch, Arabisch, Urdu und Dari ging: Es war das Weihnachtsevangelium, das anschließend noch auf Deutsch vorgelesen wurde.

Außerdem stand ein geschmückter Weihnachtsbaum im Kaminzimmer des Borchorster Hofes. Alle konnten ihre Wünsche zu Weihnachten auf Papiersterne schreiben. Mit diesen wurde der Weihnachtsbaum geschmückt. Viele Erwachsene wünschten sich „Frieden“. Ein Kind hofft, ein Handy zu bekommen, ein anderes „dass mein Papa nach Deutschland kommt“.

Internationale Weihnachtsmusik, unter anderem „Jingle Bells“ gesungen auf Arabisch, begleitete den Abend. Heinz Lölfing, Fachbereichsleiter Ordnung und Soziale Dienste stellte fest, dass die Integration in Horstmar sich positiv entwickelt. „Ein Abend wie dieser trägt dazu bei.“ Claudia Berning lädt alle Bürger ein, sich am 23. Dezember um 18 Uhr an der besinnlichen halben Stunde beim offenen Adventskalender vor der „Kommode“ anzuschließen.

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