Grevener Unternehmer hilft
Mühlrad: Mit neuer Welle an alter Stelle

Ladbergen -

Da klappert nix. Kann auch nicht. Schließlich dienen „Rolincks Alte Mühle“ und das dazugehörige „Mühlchen“ seit Jahrzehnten nicht mehr ihrer einstigen Bestimmung. Das ehemals klappernde Innenleben der Gebäude ist gastronomischem Interieur gewichen. Geblieben ist das Mühlrad, und das ist wieder an seinem Platz. Mit neuer Welle aus Greven wohlgemerkt.

Montag, 16.04.2018, 21:04 Uhr

Da klappert nix. Kann auch nicht. Schließlich dienen „Rolincks Alte Mühle“ und das dazugehörige „Mühlchen“, an dem sich das große Wasserrad dreht, seit Jahrzehnten nicht mehr ihrer einstigen Bestimmung. Korn gemahlen wird dort schon lange nicht mehr, eher mal einer getrunken. Das ehemals klappernde Innenleben der Gebäude ist gastronomischem Interieur gewichen. Geblieben ist das Mühlrad, und das ist wieder an seinem Platz. Mit neuer Welle wohlgemerkt.

Im Jahr 2013, sagt Gastronomin Brigitte Wilke, damals Inhaberin des „Mühlchen“, habe sie das aufwendig restaurierte Rad einbauen lassen. Im Januar 2017 war die stählerne Welle, um die es sich dreht, kaputt. „Vermutlich ein Materialfehler“, sagt Theo Hillebrandt, Geschäftsführer der „Hillebrandt Stahl- und Behälterbau“ in Greven, die das alte, einstige Mühlrad mit tatkräftiger Unterstützung des ehemaligen Mitarbeiters – des „Altgesellen“ Ludger Regusiak, wie Theo Hillebrandt berichtet – ausgebaut, vermessen und nachgebaut hatte.

Regusiak war auch jetzt wieder vor Ort. Ebenso sie Vertreter des Heimatvereins, an der Spitze dessen Vorsitzender Heinz Lagemann, Bürgermeister Udo Decker-König, Mitarbeiter des Bauhofes und ein Baggerführer des Ladberger Unternehmens „Rehkopf Bau“. Der sorgte mit seinem schweren Gerät dafür, dass das reparierte Mühlrad millimetergenau auf seine neuen Lager zu liegen kam.

Als das Mühlrad auf dem Auflieger eines Lkw geliefert wurde, hatten sich schon viele Zuschauer auf der Brücke an der Mühlenstraße eingefunden. Es dauerte nicht lange, da hing das rund 1,2 Tonnen schwere Rad aus verzinktem Metall am Haken. Vorsichtig schwenkte der Fachmann den Auslieger, manövrierte haarscharf an den Dachziegeln des „Mühlchens“ vorbei, ließ seine Last langsam sinken, bis sich die langen Befestigungsschrauben durch die Löcher des Lagers schoben.

„Stopp!“ Das Kommando von Ludger Regusiak, der gemeinsam mit einem Kollegen im kalten Wasser des Mühlenbaches stand, war eindeutig. „Das liegt hier nicht plan auf. Wir müssen die Reste der Haltebolzen des alten Lagers abflexen! Und wir brauchen einen 19er Schraubenschlüssel.“

Eine Flex – auch bekannt als Winkelschleifer – war in einem Fahrzeug des Bauhofes schnell gefunden. Den Schraubenschlüssel zauberte Bürgermeister Udo Decker-König aus dem Kofferraum seines Autos. Mühlrad hochziehen, einen langen Gurt daran befestigen, um es anschließend noch besser dirigieren zu können, flexen – auf ein Neues.

Es dauerte nicht mehr lange, bis das Mühlrad installiert war. Während die Helfer unten die Schrauben anzogen und die Lager justierten, griff Theo Hillebrandt schon zu einer blauen Kurbel, mit der das Gerinne heruntergelassen wird, das das Wasser des Mühlenbaches aufs Rad leitet. Ein wenig Öl ans Getriebe, schauen, ob neben dem Mühlrad keiner mehr steht: „Läuft!“.

Bei einer anschließenden Tasse Kaffee, serviert von der neuen Inhaberin des „Mühlchens“, Carmen Brocklage, dürfen sich die Helfer und auch der Bürgermeister entspannen. Warum hat es so lange gedauert, bis das Mühlrad wieder an seinen Platz kam? „Die Witterung ist schuld“, sagt Theo Hillebrandt. Und der Wasserstand des Mühlenbaches. „Der war lange Zeit zu hoch.“

Während sich draußen das reparierte Mühlrad munter dreht und Carmen Brocklage den Männern – insbesondere dem Heimatverein – für die Unterstützung dankt, eine letzte Frage. „Was kostet die Reparatur und wer bezahlt das?“ Theo Hillebrandt schmunzelt und guckt in die Runde: „Das geht aufs Haus“, sagt er. Ebenso wie die Kosten für eine Abdeckung über den Lagern, die nachträglich angebracht werden soll. „Schließlich soll das jetzt lange halten.“

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