Schwester Brunilda verstorben
Weltoffen, herzlich und resolut

Reckenfeld -

Als Schwester Brunilda im Jahr 2010 in der damaligen Lukas-Gemeinde verabschiedet wurde, dachte sie – damals immerhin 82 Jahre alt – noch lange nicht ans Aufhören, sondern an neue Aufgaben im Sauerland. Dort betreiben „ihre“ Schönstätter Marienschwestern eine MS-Klinik, dort wollte sie bei der Seelsorge dieses Hauses mitarbeiten. Nun ist Schwester Brunilda im Alter von 90 Jahren gestorben.

Freitag, 23.03.2018, 08:03 Uhr

Dieses Foto entstand am Tag ihrer Verabschiedung in der damaligen Lukas-Gemeinde. Auf den Stuhl am Altar wollte sie sich erst nicht setzen. Doch Schwester Brunilda (Brinker) hatte anlässlich dieses besonderen Tages keine Wahl. Foto: Maximilian Fitting

Seit 2001 war die beliebte Schwester im Gemeindeleben der Franziskusgemeinde und später der Lukasgemeinde (heutige Martinusgemeinde) engagiert. Rund zehn Jahre lang besuchte Sr. Brunilda selbstverständlich und regelmäßig an drei Tagen in der Woche das Matthias-Claudius-Haus und kümmerte sich nicht nur um ihre „katholischen Schäfchen“, sondern sah in jedem Bewohner und Mitarbeiter den Menschen, dem sie aufmerksam und voller Humor begegnete. Für ihren „nahen Dienst am Menschen, für ihre Begleitung Sterbender, für manchen Anstoß zu einem versöhnenden Gespräch zwischen untereinander entfremdeten Familienangehörigen und nicht zuletzt für die humorvollen Schilderungen aus ihrem bewegten Ordens- und Berufsleben“, bedankten sich seinerzeit Bewohner und Mitarbeiter bei Schwester Brunilda, als diese ihre Tätigkeit beendete.

Lange war Schwester Brunilda mit dem Fahrrad in Reckenfeld unterwegs, um Geburtstagsbesuche bei den älteren Menschen zu machen. Besuche im Krankenhaus und der Dienst der Krankenkommunion gehörten zu ihrem festen Stundenplan. Eine Knieoperation zwang Schwester Brunilda jedoch vor Jahren, auf das Fahrradfahren zu verzichten und ihre Arbeit ein wenig einzuschränken.

Ende Februar 2010 wurde sie aus der Lukasgemeinde verabschiedet – ist dort aber nicht in Vergessenheit geraten. Im Gegenteil: Ihr ausgeprägtes Engagement und ihre zupackende Art sind vielen Menschen in Erinnerung geblieben. Ganze neun Jahre und zehn Tage, so rechnete Pastor Martin Fronhöfer damals vor, stand sie im Dienste der Gemeinde. „Ich lasse sie nur schweren Herzens gehen“, sprach Fronhöfer seinerzeit wohl vielen Gemeindemitgliedern aus der Seele.

Das Ziel, das sie einmal erreichen wollte, hatte Schwester Brunilda schon bei ihrer Erstkommunion vor Augen. Ganz deutlich wurde es, als sie 1944 die Schönstattjugend kennen lernte. Das Ziel hieß von da an: Gott und den Menschen dienen.

Ihr goldenes Ordens-Jubiläum feierte sie 2004 mit vielen Gästen im katholischen Pfarrheim St. Franziskus. Weltoffen war sie, resolut und, wie sie einst selbst sagte: „Ich zanke mich gerne.“ Streiten, das mache sie immer noch, wie Pfarrer Martin Frohnhöfer anlässlich des Ordensjubiläums schmunzelnd schilderte. „Aber wir verstehen uns prima“, betonte der Geistliche.

Als junge Frau kam Schwester Brunilda viel herum, bis sie einen festen Platz in Borken an der Berufsfachschule als Lehrerin antrat.

In Reckenfeld schließlich betreute sie seelsorgerisch Menschen im Haus Marienfried und im Matthias-Claudius-Haus, stand vielen in der letzten Stunde bei, spendete Trost. Hausbesuche und Rosenkranzgebetsstunden gehörten zu ihrem Aufgabenkreis. Ihr Beruf sei Berufung und kein Job, wurde beim Ordensjubiläum betont.

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