Oldies bei Rickermann
Der verspätete Teenie-Traum

Reckenfeld -

„Bridge Back“ heißen sie. Also die Brücke zurück. So klang auch ihre Musik am Freitag bei Rickermann.

Dienstag, 13.02.2018, 06:02 Uhr

Mit den Hits ihrer Jugend, aus den 50’s, 60’s und 70’s sorgen die „Jungs“ der neuen Band „Bridge Back“ bei Rickermann für eine tolle Stimmung.
Mit den Hits ihrer Jugend, aus den 50’s, 60’s und 70’s sorgen die „Jungs“ der neuen Band „Bridge Back“ bei Rickermann für eine tolle Stimmung. Foto: Stefan Bamberg

Der Nachbar kommt auch vorbei. Aber natürlich nicht ohne einen kecken Spruch: „Mensch, Thomas ! Du machst ja immer so’n Krach inne Siedlung“, frotzelt der fröhliche Mitt-Fünfziger mit dem Ruhrpott-Slang. „Da hab ich mir gedacht: ‚ Dat musse Dir jetz‘ mal angucken.“ Heute hört er also ausnahmsweise freiwillig zu.

Thomas Beumer freut sich über so viel Zuneigung von nebenan: eine freche Grimasse, ein krachender Schulterklopfer. Fünf Minuten noch, dann geht’s los. Für die Oldies, die musikalisch aber Newcomer sind.

„Vor zwei Jahren kam der Stein ins Rollen“, erzählt Beumer, der ganz früher schon mal Musik gemacht hat. In der Schulband. „Dann hab ich aufgehört – warum? Frag‘ mich nicht.“ Doch es ist nie zu spät, eine Band zu gründen. Den verspäteten Teenie-Traum von der eigenen Rockkapelle – Beumer und seine drei Kumpels leben ihn jetzt schon länger. Mit den Hits ihrer Jugend, aus den 50’s, 60’s und 70’s. Und das sollen nun auch in Reckenfeld endlich alle hören, am Freitagabend im Landhaus Rickermann – Heimspiel für „Bridge Back“.

Vielversprechend die Stimmung um kurz vor acht: Daniel Nelissen, Michael Hürter, Eckhard Hanisch und eben Thomas Beumer kennen im Ort offenbar viele Leute. Kind, Frau und Schwiegermutter. Die Kollegen aus der Firma und vom SPD-Ortsverband  an den Stehtischen. Und auf den Sitzplätzen ältere Ehepaare, die Selfies üben. Fans der ersten Stunde.

Doppelt cool daran, dass so viele da sind: Mit dem Eintrittsgeld unterstützt die Band das „Haus Hannah“. „Es ist wichtig, Hospizarbeit nicht nur immer zu loben, man muss auch was dafür tun“, findet Beumer. Rocken und Spaß haben nämlich – bei einer Mischung aus solider Mucke und witziger Selbstironie: „Wir wollten heute eigentlich 50 Songs spielen“, meint Frontmann Nelissen. „Dabei können wir doch nur fünf.“

Aber mit denen kann man absolut nix falsch machen: „Bad moon rising“ von CCR als Eisbrecher. Der „Ring of fire“. Je eine Runde Elvis und Johnny Cash. Und „Hello Mary Lou“ ist und bleibt einfach eine süße Nummer – noch früh am Abend, und schon geht was auf der Tanzfläche! Es werden natürlich auch deutlich mehr als fünf Songs.

Zugegeben: Was die Akkorde betrifft, läuft hier manches nach dem Motto „Vier gewinnt“. Aber lieber vier Akkorde vor 100 Zuschauern als andersrum. Dazu ein lecker Pilsken im Anschlag – das es vielleicht sogar umsonst gibt, weil der Daniel aus der Band Geburtstag hatte: „Heute geh’n wir nicht nach Haus‘“, trällern seine Kumpels zur Feier des Tages, „denn der Daniel gibt noch einen aus.“

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