Gemeinsam im Karneval
Der Funke wollte erst gar nicht

Reckenfeld -

Thomas und Elke Hermes sind Karnevalisten durch und durch. In diesem Jahr hatten sie eine kurze, und gerade deshalb anstrengende Karnevalssession mit vielen Terminen zu absolvieren.

Freitag, 09.02.2018, 19:02 Uhr

Fürs Ausruhen in der neuen Wohnung bleibt im Moment kaum Zeit. Thomas und Elke Hermes haben eine kurze, und gerade deshalb anstrengende Karnevalssession mit vielen Terminen zu absolvieren.  
Fürs Ausruhen in der neuen Wohnung bleibt im Moment kaum Zeit. Thomas und Elke Hermes haben eine kurze, und gerade deshalb anstrengende Karnevalssession mit vielen Terminen zu absolvieren.   Foto: ros

Das scheint im Leben oft der Falls zu sein: Man hat ein Hobby, lernt einen Partner kennen, und der hat erst mal mit diesem Hobby rein gar nichts am Hut. Genau so war es bei den beiden gebürtigen Reckenfeldern Elke und Thomas Hermes . Sie, seit ihrem sechsten Lebensjahr karnevalistisch vorbelastet, lernte ihren Thomas kennen. Als sie bemerkte, dass der überhaupt nicht karnevalistisch unterwegs ist, machte sie, noch bevor geheiratet wurde, eine klare Ansage: „In der Karnevalszeit bin ich an den Wochenenden unterwegs.“ Klar, wer seit seinem sechsten Lebensjahr auf der Re-Ka-Ge-Bühne im Kinderkarneval steht, wer mit elf Jahren im rosa Kleidchen aus dem offenen VW-Käfer den jubelnden Narren am Straßenrand zuwinkte und wer ab dem zwölften Lebensjahr im großen Karneval im Ballett mittanzte, der kann nicht ohne Karneval.

Und steckte offensichtlich den Partner, der zwischen-durch einige Jahre in Emsdetten aufwuchs und wieder nach Reckenfeld kam, dann doch noch an. „Ich war im Kolping-Musikzug, habe dort Zugposaune gespielt und bin natürlich dem Karneval irgendwo begegnet.“

Dann ging es für ihn für drei Jahre nach Essen zur Ausbildung bei der Bahn als Bauzeichner. „Das war praktisch klar, wenn der Vater ein Baugeschäft hat. Doch es war nicht wirklich mein Ding.“ So arbeitete er im Laufe der Jahre in verschiedenen Berufen, bis er sich 1985 für den Beruf des Schädlingsbekämpfers entschied.

Während seiner Ausbildung in Essen war er aber an den Wochenenden in Reckenfeld. „Da ich der Musik treu war, jobbte ich ab 1977 an den Wochenenden als DJ im Oldtimer.“ Oldtimer – so hieß seinerzeit die Reckenfelder Disco, in der sich die beiden trafen, wie Elke Hermes berichtet. „Dort habe ich gekellnert. Thomas konnte ich erst gar nicht ab. Der Städter aus Essen mit roter Cord-Bundfaltenhose, kurzärmeligem Hemd und spitzen Schuhen – da fühlte ich mich als Dorflieschen“, erzählt Elke, die im Café Schulz Konditoreifachverkäuferin lernte.

Irgendwann schmolz das Eis, wich gar einem leidenschaftlichen Feuer. Die beiden kamen zusammen und gründeten eine Familie. Ab 1992 gehörte der heute 62-Jährige zum Männerballett, das von der Ehefrau geleitet wurde. Ein Jahr drauf stand er als Elferrat auf der Bühne, und 2002 wurden die beiden zum Re-Ka-Ge Prinzenpaar proklamiert. „Im Mai 2002 wählte man mich zum Präsidenten.“ Kein Gesellschaftspräsident vor ihm war so lange in jenem Amt, das er immer noch ausfüllt. „Im Laufe der Jahre bin ich da hineingewachsen. Die Gesellschaft liegt uns am Herzen.“

Er sagt bewusst „uns“, denn ohne die Ehefrau, die sich nach der Familienphase beruflich mehrfach veränderte und inzwischen Prokuristin in einem Saerbecker Betrieb ist, „hätte ich das so nicht hingekriegt. Vieles arbeiten wir als Team ab.“ Auch im Karneval: Er entwirft die Plakate und bucht die Künstler, und Elke macht das Programmheft.

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