Pfarreiratswahl Neue Statuten wirbeln Staub auf

Greven -

Mit Hammer und Meißel, Bohrmaschine und Handfeger hat die Pfarrgemeinde St. Martinus die Beteiligung an den Pfarreiratswahlen von knapp sieben auf fast 17 Prozent hochgeschraubt. „Jetzt staubt’s!“, hieß die vorausgehende Wahlkampagne, die danach fragte, wie Christsein angesichts radikaler gesellschaftlicher Verhältnisse künftig aussehen könne.

Von Hans Lüttmann
In St. Martinus wurden Folgende Kandidaten wurden direkt in den Pfarreirat gewählt (Reihenfolge in der Anzahl der erhaltenen Stimmen) Dr. Frank Möllmann, Jan Recker, Johanna Hensmann, Hendrik Ahlert, Stephan Wegmann, Sarah Ottenjann, Veronika Hajek, Farhad Saleh, Heike Wesseler, Annette Theismann, Bärbel Drees und Lea Elferich.
In St. Martinus wurden Folgende Kandidaten wurden direkt in den Pfarreirat gewählt (Reihenfolge in der Anzahl der erhaltenen Stimmen) Dr. Frank Möllmann, Jan Recker, Johanna Hensmann, Hendrik Ahlert, Stephan Wegmann, Sarah Ottenjann, Veronika Hajek, Farhad Saleh, Heike Wesseler, Annette Theismann, Bärbel Drees und Lea Elferich. Foto: prf

„Wenn wir das Evangelium in die Welt tragen wollen ,müssen wir nah an den Menschen“, war auf Webebroschüren und Plakaten zu lesen, die mit ebenjenen Handwerksgeräten einräumten, dass Veränderungen, Umgestaltungen und Erneuerungen eben auch Staub aufwirbeln, also folgert die Kampagne: „Die nötigen Werkzeuge sind vorhanden, jetzt geht es ums beherzte Anpacken.“

Das wichtigste Werkzeug für die Grevener Pfarrgemeinde war offenbar die Briefwahl: „Dadurch, dass wir alle Katholiken angeschrieben haben, haben wir auch diejenigen erreicht, die zwar keine fleißigen Kirchgänger sind, sich aber schon für die Belange der Kirche interessieren“, kommentiert Verwaltungsreferent Michael Hüttmann, der außer der direkten Ansprache auch die begleitende Werbung erfolgreich nennt, den Ausgang der Wahl.

Um den Pfarrgemeinden die neuen Werkzeuge an die Hand zu geben, hatte der Diözesanrat zwei Punkte der Statuten geändert: zum einen die Möglichkeit der Briefwahl, zu anderen die Absenkung des (aktiven) Wahlalters von 16 auf 14 Jahre. In wieweit diese beiden Werkzeuge tatsächlich auf die Wahlbeteiligung durchgeschlagen haben, „werden wir“, so Hüttermann, „in aller Ruhe analysieren“.

Vielleicht hilft der Blick nach Emsdetten, wo die Wahlbeteiligung in St. Pankratius beinahe unverändert gegenüber 2013 bei 7,6 Prozent liegt; dort gab es, wie in 19 der 26 Pfarren des Kreisdekanats, kein Möglichkeit zur Briefwahl.

Ein ergänzendes Ergebnis noch aus Greven: Der nach eigenen Worten und Angaben „unwählbare“ Kandidat Werner Thiehl, der sich klar gegen den Abriss der St.-Josef-Kirche ausgesprochen hat, habe 573 Stimmen bekommen; und das, so Werner Thiehl weiter, trotz der „Damnation durch den leitenden Pfarrer“.

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