Reckenfelder Kopf: Beatrix Wendel Kreatives aus dem Stall

Reckenfeld -

Sie ist beruflich einige Umwege gegangen, am Ende aber doch bei ihrer Berufung gelandet: Goldschmiedin Beatrix Wendel hat sich mit der eigenen Werkstatt einen Traum erfüllt.

Von Rosemarie Bechtel
Der früher vom Opa genutzte Schweinestall ist heute eine Werkstatt. Dort erschafft Beatrix Wendel ihre besonderen Schmuckstücke, die Kinder Thilo und Ida schauen gerne zu.
Der früher vom Opa genutzte Schweinestall ist heute eine Werkstatt. Dort erschafft Beatrix Wendel ihre besonderen Schmuckstücke, die Kinder Thilo und Ida schauen gerne zu. Foto: Rosemarie Bechtel

Die Feuerstiege, wo soll die denn in Reckenfeld sein? Das fragen sich bisweilen sogar Ortsansässige. Wer es genau wissen will, der fährt einfach aus Richtung der Grevener Landstraße die Adlerstraße immer geradeaus, bis diese am Ende in einer unbefestigten Straße endet. „Ja, dann noch ein ganzes Stück weiter – und da wohnen wir am Waldrand mitten zwischen Feldern“, erzählt Beatrix Wendel . Die 39-Jährige ist im Elternrat des Reckenfelder AWO Kindergartens aktiv. Dort ging schon Tochter Ida (7) und jetzt Sohn Thilo (4) hin.

Die Arbeit im Elternrat macht Spaß. „Wir haben uns auch am Vogelscheuchenwettbewerb beteiligt, und es war schön zu sehen wie sich die Kinder da eingebracht haben“, erzählt sie. Der Elternrat ist auch in diesem Jahr beim Reckenfelder Weihnachtsmarkt am 16. Dezember wieder mit einem Stand vertreten. „Da werden wir wieder weihnachtliches Dosenwerfen anbieten, und Leckereien und anderes haben wir auch im Angebot“, erläutert sie.

Gemeinsam mit Ehemann und Eltern wohnt sie an der Feuerstiege. Zum Domizil gehört ein großer Garten, wie es früher üblich war. Ein Paradies für die Kinder. „Ich habe schon als Kind gerne gebastelt. Sobald ich Materialien an die Hand bekam, die sich biegen und formen ließen, habe ich meiner Fantasie freien Lauf gelassen.“

Später kam der Wunsch auf, den Beruf der Goldschmiedin zu erlernen. In der Goldschmiede Kube absolvierte sie ein Praktikum. Den Ring, den sie dort fertigte, trägt sie heute noch. Die erste Ausbildungsstelle in Rheine war allerdings ein Flopp. „Ich war total unglücklich dort und brach die Lehre ab und wurde Ergotherapeutin, weil man dort die Arbeit mit Menschen und dem Handwerk verbinden kann.“ Doch so gut ihr der Beruf auch gefiel, es fehlte die Kreativität, die der ursprüngliche Berufswunsch bietet. Sie suchte nach einer Ausbildungsstelle und schloss diese 2006 als Prüfungsbeste ab, vom Wifo Greven ausgezeichnet.

Einige Jahre später folgte die Familienphase. Doch kreativ blieb sie weiterhin. Im früheren Schweinestall des Opas richtete sie sich eine kleine Werkstatt ein, dort kreiert sie ganz besondere Schmuckstücke.

Bei der Arbeit schauen Ida und Thilo gerne mal zu. „Für mich hat die Familie Vorrang, aber so ganz auf meine Arbeit möchte ich nicht verzichten“, erzählt die kreative Mutter.

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