Karnevalsauftakt im Rathaus „Wer will schon nach Köln?!“

Greven -

Da helfen keine Pauken und Trompeten. Die Brassband beschallt den Marktplatz, und man hört – nichts. Denn: „Der Brunnen ist so laut!“, grinsen die Musiker. Passanten hätten sich auch schon beschwert. Die neueste Provinzposse, sie ist gerade noch rechtzeitig gekommen zum Elften im Elften.

Von Stefan Bamberg
Anker setzen, damit jeder weiß: Nun ist die Karnevalszeit angebrochen. Das Spektakel im Rathaus dauerte handgestoppte 18 Minuten.  
Anker setzen, damit jeder weiß: Nun ist die Karnevalszeit angebrochen. Das Spektakel im Rathaus dauerte handgestoppte 18 Minuten.   Foto: Stefan Bamberg

Ein klassischer Fall von: Schwein gehabt! Der wichtige erste Gag sitzt also schon mal. Doch auch der Rest – Achtung, Wortspiel – plätschert keineswegs dahin beim schmissigen Sessionsauftakt am Samstag im Rathaus.

So schmissig, dass Bürgermeister Peter Vennemeyer – pünktlich zum Beginn der jecken Zeit im sozialen Netzwerk wieder mit Narrenkappe unterwegs – frohlockt: „Wer will schon nach Köln?!“ Der Stadtprinz jedenfalls nicht: Prinz Hubert I. (Wimber) waltet noch immer seines Amtes, fröhlich und charmant, wie wir ihn kennen und mögen. Und: Jetzt singt er auch noch. Seine Version von „O, wie herrlich ist’s zu schunkeln“ ist so dicht an der Weltklasse, dass die Band vor lauter Schreck aufhört zu spielen.

Mit Augenmaß freilich agiert der Regent beim obligatorischen Ankersetzen – passt, wackelt und hat Luft. Die Abordnungen aller städtischen Karnevalsvereine applaudieren begeistert. Emspünte, CCFfL, ReKaGe, KaKiV und die Newcomer von „KGeht noch was“ – sie sind geschlossen am Start. Dazu die langjährigen Freunde von der KG Silber-Blau Freckenhorst. Ein Auftakt ganz im Zeichen des närrischen Teamgeists.

Freilich einer mit wenig Brimborium: keine Spielchen, keine Reden, (fast) keine Bützchen und Orden – Einmarsch, Geschunkel, Ausmarsch. Handgestoppte 18 Minuten.

Ein neues Konzept, das Aktive und Fans sichtlich verzückt. Und Karnevalsmuffel zumindest nicht nervt. Zumal: Wer Bock hat, kann hinterher noch weiterfeiern. Im „Café Spontan“ begrüßen (und begießen) die Narren die neue Saison. Die Karawane zieht weiter, die Spielmannszüge vorneweg – jetzt hört man sie doch noch.

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