Feuerwehr-Übung in Schmedehausen Dummy aus den Flammen gerettet

Greven -

Irgendwo in einem Gang am Ende des Stalls liegt eine vermisste Person, bewusstlos, dem Rauch schutzlos ausgesetzt. Das Motto: Menschenrettung vor Brandbekämpfung. Zum Glück war das nur ein Übungsszenario.

Von Jens Keblat
Menschenrettung vor Brandbekämpfung: Dieses Motto hat der Löschzug Schmedehausen bei seiner Herbstübung beherzigt – auch wenn der Mensch in diesem Fall nur ein Dummy war.
Menschenrettung vor Brandbekämpfung: Dieses Motto hat der Löschzug Schmedehausen bei seiner Herbstübung beherzigt – auch wenn der Mensch in diesem Fall nur ein Dummy war. Foto: Jens Keblat

Keineswegs warm, dunkel und mehr als nebelig: Zwei Feuerwehrmänner unter schwerem Atemschutz, der Angriffstrupp vom Löschzug Schmedehausen, kämpfen sich Meter für Meter durch einen der Ställe auf dem Hof Hovemann vor. Links und rechts harren die Rinder der Dinge, die da in Form von Nebel und gespenstisch anmutenden Wehrleuten auf sie zukommen. Nervös werden sie nicht, aber unquittiert lassen sie die für sie mehr als ungewohnte Situation nicht. Nach einigen Metern erreichen die beiden Feuerwehrleute bereits den Brandherd, die Heizungsanlage. Doch die müssen die Kameraden ebenso links liegen lassen wie das imposante Rindvieh. Denn: Irgendwo in einem Gang am Ende des Stalls liegt noch eine vermisste Person, bewusstlos, dem Rauch schutzlos ausgesetzt. Das Motto: Menschenrettung vor Brandbekämpfung. Doch binnen kurzer Zeit gelingt es dem Angriffstrupp, den Dummy vor Rauch und Flammen zu retten – der Rest der traditionellen Herbstübung des Löschzugs, ein Klacks.

Der Brand auf dem Bauernhof am Samstag zog mehr Zuschauer an als Feuerwehrleute: Vor dem Stall bereiten weitere Wehrleute bereits die Brandbekämpfung vor, auch eine Wasserentnahme vom Dortmund-Ems-Kanal kann schnell eingerichtet werden. Den Zuschauern von den Nachbarhöfen, aus der Ehrenabteilung der Wehr und von Rat und Verwaltung wird schnell deutlich: Mit dem neuen Löschfahrzeug und dem bewährten Mannschaftstransportfahrzeug ist der Löschzug Schmedehausen im ersten Angriff vor dem Eintreffen der Verstärkung aus Greven deutlich schlagkräftiger als noch vor einigen Jahren. In den ersten und meist entscheidenden Minuten vor Ort können sie bereits viele Maßnahmen treffen. Die Truppe des scheidenden Löschzugführers Martin Huckenbeck ist schlagkräftig.

Was ihr allerdings noch fehlt: engagierte Feuerwehrfrauen und mehr Nachwuchs, damit auch in Zukunft die Sicherheit für die Bürger in Schmedehausen optimal gewährleistet werden kann.

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