Zurück in die Zelle Ebay-Betrug in 28 Fällen / Drei Jahre ohne Bewährung für Grevener Azubi

Greven -

Für drei Jahre muss ein 20-jähriger Auszubildender aus Greven wegen gemeinschaftlichen Ebay-Betruges in 28 Fällen und der Einfuhr von Drogen in nicht geringer Menge ins Gefängnis. Er kam aus der Untersuchungshaft und musste nach der Verhandlung zurück in die Zelle. Zwar wurden gestern beim Jugendschöffengericht in Rheine nur die Betrugstaten mit einem Schaden von knapp 9500 Euro verhandelt, aber am Ende wurde das letzte Urteil wegen der Drogentaten mit zwei Jahren in die neue Einheitsjugendstrafe einbezogen. Sein 19-jähriger Komplize aus Emsdetten wurde wegen derselben Betrugstaten zwischen Januar und März 2012 zu einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung verurteilt. Er hatte von Anfang an ein volles Geständnis abgelegt. Auf Grund „schlüssiger, nachvollziehbarer und plausibler Angaben“, so der Richter, sowie zahlreicher Indizien war das Gericht von der Schuld des Greveners fest überzeugt. Er selbst gestand nicht.

Von Monika Koch

Am 27. März war der Azubi aus Greven über ein Videogerät bei der Bank beim Abheben von 550 Euro identifiziert worden. Es hatte zuvor zahlreiche maskierte Abhebungen gegeben, einmal mit einem Motorradhelm, bei dem die Polizei auch die feste Vermutung hatte, dass es sich um den Angeklagten handelte. Der räumte zwar diese eine Abhebung mit Ausreden vor Gericht ein, den Zusammenhang mit den Betrugstaten bestritt er. Laut Anklage sollen beide Angeklagten im November 2011 Betrugspläne geschmiedet haben. Während der Emsdettener zwölf Konten mit fiktiven Namen über „Postident-Formulare“ abschloss und die Konten verwaltete, soll der Grevener Konzertkarten für „Rock am Ring“ und teure Elektronikware über die Namen der Kunden bei Ebay angeboten, kassiert und die Beträge bei den Banken in bar abgehoben haben. Der Erlös wurde angeblich geteilt. Bei dem Emsdettener stellte die Polizei bei der Hausdurchsuchung 4100 Euro sicher, die den Geschädigten zugeführt werden sollen. Bei dem Grevener wurden neben einem Handy mit Kontoaufzeichnung 400 Euro sicher gestellt. Auf ihn warten zwei weitere Verfahren.

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