Geständnisse abgelegt
Polen gestehen mehrere Taten

Altenberge/Münster -

Sie hatten es zwar bereits angedeutet, nun setzten zwei Angeklagte im Home­jacking-Prozess vor dem Landgericht in Münster die Ankündigung in die Tat um: In einer von den Verteidigern abgegebenen Erklärung legten die beiden 40- und 38-Jährigen ein Geständnis ab.

Dienstag, 13.02.2018, 06:02 Uhr

 
  Foto: dpa

Sie hatten es zwar bereits angedeutet, nun setzten zwei Angeklagte im Home­jacking-Prozess vor dem Landgericht in Münster die Ankündigung in die Tat um: In einer von den Verteidigern abgegebenen Erklärung legten die beiden 40- und 38-Jährigen ein Geständnis ab und entschuldigten sich. Zu den Taten gehört auch ein Pkw-Diebstahl in Altenberge (wir berichteten). Dennoch blieben beim Gericht Zweifel am Wahrheitsgehalt und der Vollständigkeit der Geständnisse.

Zuvor hatte ein 51-jähriger Angeklagte aus Telgte seine Tatbeteiligung an Wohnungseinbruchsdiebstählen abgestritten, den Diebstahl eines VW-Bulli am 11. Mai in Telgte mit anschließender unfallträchtiger Trunkenheitsfahrt und Beleidigungen gegenüber Amtsträgern aber zugegeben.

Die beiden jüngeren Angeklagten reisten von Polen nach Deutschland, wo sie überwiegend gemeinsam und nur in drei Fällen auch allein auf Diebestour gingen. Hatten sie Erfolg, dann ging es schnell zurück nach Polen. Den Diebstahl eines Audi Q 5, der am 21. April 2016 in Telgte entwendet wurde, nahm der 40-Jährige allein auf seine Kappe. Seine Täterschaft beim Einbruch auf dem Golfplatz des Golfclubs „Brückhausen“ in Everswinkel, beim versuchten Einbruchsdiebstahl in Bockholt sowie in ein Landhaus in Münster-Handorf wies er indes zurück.

Damit belastete sich aber der 38-jährige Pole. Mit dem 51-jährigen Mann aus Telgte will er aber nie etwas unternommen haben, sagte der Angeklagte. Nach dem Wohnungseinbruch in Telgte im Dezember 2016, bei dem hochwertiger Schmuck aus einem Tresor und Waffen entwendet wurden, sei der Tresor auf dem Grundstück des 51-Jährigen in Telgte aufgebrochen worden. Der Tresor soll leer gewesen sein. Tresor und Waffen sollen danach in einem Fluss – vermutlich der Ems – entsorgt worden sein.

Auffällig war, dass die jüngeren Angeklagten versuchten, den 51-Jährigen aus allem herauszuhalten. Nur selten hätten sie bei ihm übernachtet, aber eingenistet hätten sie sich nicht, wie es ein Angeklagter formulierte. Ganz so ahnungslos, wie es die beiden polnischen Angeklagten darzustellen versuchten, war der Telgter aber wohl nicht. Ein Polizeibeamter berichtete im Zeugenstand, dass der 51-Jährige am 12. Dezember 2015 gegenüber der Polizei in Münster Angst vor den Mitangeklagten geäußert habe. Die Männer hätten sich gegen seinen Willen bei ihm einquartiert. Schon jahrelang sollen die beiden Einbrüche und Pkw-Diebstähle begangen haben.

Der Prozess wird fortgesetzt.

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