Schluss nach 20 Jahren Die Schnitzel bleiben

Altenberge -

20 Jahre führte Elisabeth Schulte den Gasthof Stermann, seit 2008 ist zudem ihre Tochter Julia Peters mit im Boot. Doch nun hört das Duo auf. Die Nachfolger kommen aus Nienberge.

Von Martin Schildwächter
Fa Stiller (l.) übernimmt den Gasthof Stermann, den Elisabeth Schulte (r.) und ihre Tochter Juli Peters viele Jahre gemeinsam führten.
Fa Stiller (l.) übernimmt den Gasthof Stermann, den Elisabeth Schulte (r.) und ihre Tochter Juli Peters viele Jahre gemeinsam führten. Foto: mas

Julia Peters spricht von einem „Kindheitstraum“, den sie viele Jahre leben durfte: Zusammen mit ihrer Mutter Elisabeth Schulte bildete sie seit 2008 im Gasthof Stermann ein perfektes Duo: Die 36-jährige Peters war für alles rund um den Service in der Traditions-Gaststätte in Hansell verantwortlich, Elisabeth Schulte (59) hatte derweil ihren Arbeitsplatz in der Küche. Die beiden harmonierten vortrefflich: Die 59-Jährige war dabei unter anderem für ihre legendären Schnitzel und Rindfleisch mit Zwiebelsoße zuständig, das Team um Julia Peters sorgte sich um die Gäste. Doch dieser Lebensabschnitt ist nun vorbei: Am nächsten Samstag (23. Dezember) ist offiziell Schluss. Die Weihnachtstage sind seit Wochen ausgebucht. Dann folgt nur noch eine Abschiedsfeier für geladene Gäste.

Warum der Abschied? „Gesundheitliche Gründe sind für meinen Rückzug ausschlaggebend“, erklärt Elisabeth Schulte, die seit 20 Jahren Betreiberin des Gasthofs Stermann ist. 2008, als ihr Ehemann Klaus starb, stieg Tochter Julia mit in die Gastronomie ein. „Ich wollte schon als 19-Jährige eine Gaststätte übernehmen“, lächelt Julia Peters und erinnert sich wieder an ihren Kindheitstraum, einmal ein Restaurant zu leiten.

„Es hat mir immer Spaß gemacht, hier zu arbeiten. Die vielen netten Gäste, das war toll“, strahlt Julia Peters, die aus Hansell stammt und auch hier mit ihrer Familie wohnt.

Immer wieder wurde in die Gaststätte investiert – der Anbau mit Wintergarten erfolgte 2002, das Mobiliar wurde 2012 komplett ausgetauscht. Platz ist im Hanseller Gasthof für bis zu 180 Personen. Geburtstage, Taufen oder Hochzeiten, für jeden Anlass war das Duo vorbereitet. Auch für die rund 25 Kegelclubs, die im Gasthof Stermann ihr Zuhause haben. Doch nun der Abschied. Julia Peters kann jedoch nicht ganz von ihrem geliebten Arbeitsfeld lassen. „Ich möchte auch künftig in der Gastronomiebranche arbeiten“, kündigt die 36-Jährige an.

Wie geht es im Gasthof Stermann weiter? Die Nachfolger stehen bereits in den Startlöchern. Fa und Patrick Stiller aus Nienberge werden den Gasthof übernehmen und ihn in „Restaurant Meran (im Gasthof Stermann)“ umtaufen.

Es wird jedoch nicht nur eine Namensänderung geben, kündigt Fa Stiller an, die in Thailand geboren wurde und seit über 30 Jahren in Deutschland lebt. Einmal im Monat gibt es „authentische Thai-Küche“, blickt Fa Stiller schon mal auf die künftige Speisekarte. Sie möchte dem Gasthof Stermann ein wenig „südliches Flair“ einhauchen.

Fa Stiller, die sowohl eine Ausbildung zur Hotelfachfrau als auch zur Reiseverkaufsfrau absolviert hat, hatte sich vor neun Jahren eigentlich schon gedanklich von Deutschland verabschiedet und wollte nach Thailand, um dort im Hotelsektor Fuß zu fassen. Doch die Liebe durchkreuzte ihre Pläne. Sie lernte ihren Mann Patrick Stiller kennen und lebt seitdem in Nienberge.

Doch bevor das Team um Fa Stiller loslegt, wird im Januar und Februar renoviert – und am 3. März 2018 findet die Eröffnung statt.

Auch wenn es Veränderungen geben wird, einen Wunsch haben Julia Peters und Elisabeth Schulte: „Nehmen Sie bitte die Schnitzel nicht von der Karte.“ Fa Stiller gibt bereits Entwarnung: „Die Küche wird sich verändern, aber die Schnitzel bleiben.“

Leserkommentare
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5374482?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F167%2F