Hohe Strafen Fünfeinhalb Jahre Haft für Bandenchef

Altenberge/Detmold -

Sie kamen mit PS-starken Autos, schlugen zu und verschwanden innerhalb von Minuten wieder: Extrem professionell gingen drei Albaner bei ihren Tankstellen-Einbrüchen vor. Bis sie am Gründonnerstag geschnappt wurden. Die Quittung von Justitia: mehrjährige Haftstrafen für die Einbrecher, die auch in Altenberge fette Beute gemacht hatten.

Von Ulrich Pfaff
 
  Foto: dpa

Am 21. März 2016 war die Bande von Profi-Einbrechern in eine Tankstelle an der Borghorster Straße in Altenberge eingedrungen und hatte dort Tabakwaren im Wert von 12 000 Euro abtransportiert. Zu ihrem Pech hatten sie Spuren hinterlassen, die der Polizei wertvolle Dienste leisteten. Insgesamt 44 vergleichbare Taten zwischen März 2016 und April 2017, begangen in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen und Rheinland-Pfalz, hatte die Staatsanwaltschaft in Detmold (Kreis Lippe) vor dem dortigen Landgericht zur Anklage gebracht. Dass dies überhaupt möglich war, ist der akribischen Arbeit einer gemeinsamen Ermittlungskommission mit Beamten aus in Bielefeld und Detmold namens „Signum“ zu verdanken: Sie verfolgten Spuren des Einbruchs in Altenberge, die schließlich zu dem Haupttäter führten – einem per Haftbefehl gesuchten 49-jährigen Albaner, der bereits 2004 wegen ähnlicher Delikte verurteilt und abgeschoben worden war. Er hielt sich jedoch vermutlich seit 2006 illegal in Deutschland auf, unter anderem Namen.

Mit Hilfe einer GPS-Überwachung und verdeckter Observierung gelang es den „Signum“-Ermittlern, die Bande am Gründonnerstag nach einem Blitzeinbruch in einer Tankstelle in Langenberg im Kreis Gütersloh auf frischer Tat zu erwischen und nach einer kurzen Verfolgungsjagd zu stellen. Zuvor war den Mitgliedern der Bande bei diversen Einbrüchen noch die Flucht gelungen – etwa in Horn-Bad Meinberg, wo ein Diensthundeführer der Polizei versuchte, die Männer zu stellen. Dort entkamen sie, nachdem sie den Polizisten massiv mit einem Brecheisen angegriffen hatten, so dass dieser einen Warnschuss abgeben musste.

Mit ins Netz ging der Polizei bei dem weiteren Zugriff am Gründonnerstag auch der Hehler der Bande, ein 43-Jähriger aus Meerbusch, der mehrere Kioske betrieb, wo er die gestohlenen Zigaretten absetzte.

Vor dem Landgericht Detmold mussten sich in diesem Prozess wegen schweren Bandendiebstahls mit einem Beutewert von annähernd 320 000 Euro die drei 49, 34 und 31 Jahre alten Einbrecher albanischer Herkunft verantworten sowie der Hehler und dessen 47-jähriger Handlanger. Alle fünf legten ein umfassendes Geständnis ab.

Die Große Strafkammer des Landgerichts verurteilte den 49-Jährigen als Kopf der Bande zu fünfeinhalb Jahren Haft, seine beiden Komplizen zu drei Jahren und drei Monaten beziehungsweise vier Jahren und drei Monaten Gefängnis. Der Hehler aus Meerbusch bekam dreieinhalb Jahre Freiheitsstrafe, sein Helfer kam mit einer zweijährigen Bewährungsstrafe davon.

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