Einen Riegel vorschieben Wie ticken Einbrecher?

Altenberge -

Man kennt es aus den Krimis: Nachts kommen Einbrecher mit schwerem Equipment bewaffnet, steigen geräuschlos ein und nehmen alles Wertvolle mit. Doch tatsächlich finden Wohnungseinbrüche selten nachts statt.

Von Detlef Held
Riegel an Fenster und Türen sind ein wirksamer Schutz vor Einbrechern. Welche Anforderungen diese Systeme haben sollten, darüber informierte Kriminalhauptkommissar Andreas Ewering die Zuhörer im Bürgerhaus in Altenberge.
Riegel an Fenster und Türen sind ein wirksamer Schutz vor Einbrechern. Welche Anforderungen diese Systeme haben sollten, darüber informierte Kriminalhauptkommissar Andreas Ewering die Zuhörer im Bürgerhaus in Altenberge. Foto: Detlef Held

Man kennt es aus den Fernsehkrimis: Nachts kommen Einbrecher mit schwerem Equipment bewaffnet, brechen Fenster und Türen geräuschlos auf und nehmen alles Wertvolle, vom Fernseher über die Musikanlagen, sowie Gemälde und Schmuck mit, meist in großen Säcken verpackt.

„Das ist ein Irrglaube“ machte Kriminalhauptkommissar Andreas Ewering , der seit vielen Jahren in der Kriminalprävention tätig ist, den Zuhörern im Bürgerhaus deutlich. Im wahren Leben ist die Mehrzahl der Einbrecher von 7 bis 22 Uhr im „Einsatz“, das jedenfalls zeigt die Statistik. Das macht deutlich, dass viele sorglose Haus- oder Wohnungsbesitzer es ihnen leicht machen. Volle Briefkästen, heruntergezogene Rollläden, überquellende Mülltonnen sind oft Anzeichen dafür, dass niemand zu Hause ist.

Erfahrene Ganoven wenden zusätzlich oft den Klingeltrick an, fragen, wenn sich doch die Tür öffnet, nach einer Adresse oder nach dem Weg. „Spätestens dann“, so rät der Experte, „sollte man stutzig werden und sich nicht scheuen, die Notrufnummer 110 zu wählen. Dort weiß man, was zu tun ist.“

Doch neben diesen verräterischen Äußerlichkeiten ist es wichtig, Türen und Fenster so sicher zu machen, dass ein Einbruch nur mit großem Aufwand möglich ist. Ewering: „Diebe haben einen Zeitfaktor von fünf Minuten und das reicht oft aus, über Fenster und Türen in die Wohnung zu kommen. Da helfen nur Riegelsysteme, die ein Aufbrechen in so kurzer Zeit so gut wie unmöglich machen. Das schreckt die Einbrecher ab.“ Auch eine Dreifachverglasung hilft nicht. Ein Kieselstein genügt, um ein Loch zu schaffen und den Fenstergriff zu erreichen. Das gilt eben auch für Terrassentüren, die meist ein leichtes Spiel für den ungebetenen Gast sind. Nicht nur neue, auch ältere Fenster und Türen lassen sich mit ein wenig Aufwand sicher machen. Wie das gehen kann, machte der Kommissar anhand verschiedener Schließsysteme deutlich. Nicht immer sei ein Austausch notwendig. Oft gäbe es preisgünstige Nachrüstvarianten. „Ein Wohnungseinbruch ist für viele ein Schock. Das Gefühl der Geborgenheit im ganz privaten Bereich ist gestohlen worden“, weiß Andreas Ewering aus seinem Berufsalltag. Damit das jedem erspart bleibt, rät er allen, sich bei der Polizei kostenlos über sinnvolle, individuelle Lösungen zu informieren, um Einbrechern im wahrsten Sinne des Wortes einen Riegel vorzuschieben.

Mehr Informationen gibt es im Internet unter  

 

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