Einzelhändler gefragt Betriebe müssen sich neu erfinden

Altenberge -

Die Einzelhändler müssen aktiv werden, wollen sie auch künftig wettbewerbsfähig bleiben und der Konkurrenz durch das Internet Paroli bieten. Auf Einladung von Werbegemeinschaft, IHK und Gemeinde gab es Expertentipps zum Thema „Handel(n) mit Profil“.

Von Rainer Nix
Freuten sich über einen informativen Abend mit zahlreichen Impulsen (v.l.): Bernhard Bäumer (Vorsitzender Werbegemeinschaft), Elmar Fedderke (Referent), Ingrid Wegener (Inhaberin Ludgerus-Apotheke), Sebastian Nebel (Gemeinde Altenberge) und Christian Korte (IHK Nord-Westfalen).
Freuten sich über einen informativen Abend mit zahlreichen Impulsen (v.l.): Bernhard Bäumer (Vorsitzender Werbegemeinschaft), Elmar Fedderke (Referent), Ingrid Wegener (Inhaberin Ludgerus-Apotheke), Sebastian Nebel (Gemeinde Altenberge) und Christian Korte (IHK Nord-Westfalen). Foto: Nix

„Seien Sie nicht gut, seien Sie besser“, riet Elmar Fedderke am Mittwochabend den Einzelhändlern in Altenberge. Auf Einladung der Werbegemeinschaft, der Gemeinde und der IHK hielt er in der Ludgerus-Apotheke einen Vortrag zum Thema „Handel(n) mit Profil: Nach-vorne-Strategien für den Handel von morgen“.

Die Situation ist bekannt: Der Kunde kann heute alles immer und überall bekommen, der Einzelhändler ist ersetzbar. Internet-Händler sind eine ernstzunehmende Konkurrenz, doch der günstige Preis muss nicht immer die Kaufentscheidung bestimmen. Professionalisierung im Verkauf beispielsweise bewirke oft schon eine ganze Menge. Der stationäre Handel müsse seine Wettbewerbsposition neu definieren, so Fedderke.

Der Diplom-Kaufmann weiß, wovon er spricht. Er selbst ist mit einem familiengeführten Filialunternehmen im Einzelhandel aktiv. Er verfügt über eine Ausbildung als Trainer und Berater, die er am Institut für Marketing und Controlling in Düsseldorf absolvierte.

„70 Prozent der Einzelhandelsbetriebe müssen sich völlig neu erfinden“, sagt der Fachmann. Die Alternative wäre ein langsames Verschwinden vom Markt. Allerdings sind auch Online-Händler vor Misserfolgen nicht gefeit. Aber: wo einer verschwindet, tauchen fünf neue auf. Doch das Internet einfach nur zu verteufeln, sei nicht der richtige Weg, so der Experte. Er riet den Einzelhändlern dazu, Digitalisierungsstrategien zu entwickeln und dort, wo noch nicht geschehen, eine gut strukturierte Homepage einzurichten. Kontaktdaten, ein Foto mit freundlichen Mitarbeitern, ein netter Gruß – all das erreiche den Kunden auch über Monitor oder Display. Innerhalb einer Werbegemeinschaft sei die gemeinsame, informative Internet-Plattform mit allen wichtigen Daten zu den Geschäften hilfreich.

Außerhalb des World Wide Webs ist der Faktor Mensch von besonderer Bedeutung. Der Kunde muss einen Mehrwert wahrnehmen, wenn er im Einzelhandel kauft. Freundliche Bedienung und kompetente Beratung gehören dazu, aber auch die kontinuierliche kritische Überprüfung der eigenen Außenwirkung. Was erstaunt: Die Weisheit „Der Kunde ist die jeweils wichtigste Person in einem Betrieb. Er ist nicht von uns abhängig, sondern wir von ihm“, stammt nicht etwa von einem modernen Marketingspezialisten, sondern von einem klugen Menschen aus dem 12. Jahrhundert.

Fedderke gab dem Publikum griffige Ratschläge mit auf den Weg: „Machen Sie Ihre Grundtugenden zu klaren Leistungsversprechen“, „Forcieren sie konzertiertes Vorgehen“, zum Beispiel in einer Werbegemeinschaft und „Arbeiten Sie nur mit den Besten“ gehörten dazu.

Gemeinsame Aktionen, wie ein Straßenfest, eine Verlosung, Kindergeburtstags-Ausrichtungen oder Einkaufsgutscheine seien zwar nichts grundlegend Neues, zeigten aber, dass sich etwas bewegt und erzeugten Aufmerksamkeit.

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