Chaya kommt gut an Mutprobe bestanden

Altenberge -

Erstmals kam im Rahmen der „Sommersause“ der Therapiehund Chaya zum Einsatz. Britta Bucholz setzte die Hündin ein, um bei Kindern Ängste abzubauen. Die Mädchen und Jungen waren begeistert.

Von Martin Schildwächter
Britta Bucholz (r.) mit ihren drei Hunden, die im Rahmen der „Sommersause“ zum Einsatz kamen. Die Kinder waren von der Aktion begeistert. Foto: mas

Der kleine, quirlige Lars, ein Jack Russell Terrier, lässt sich ohne Weiteres auf den Arm nehmen. „Der rennt nur, wenn er einen Ball sieht“, schmunzelt Britta Bucholz. Und der neun Jahre alte Vierbeiner sieht gerade keine Filzkugel, der er hinterherjagen könnte. Bucholz: „Er ist ganz pflegeleicht.“ Das merken auch die Kinder, die am zweitägigen Angebot im Rahmen der „Sommersause“ in Hansell teilnehmen. Unter dem Motto „Ich H(und) Du = wir!“ lernen die sechs bis achtjährigen Kinder den spielerischen Umgang mit dem Hund. Ergebnis: Auch die zunächst ängstlichen Mädchen oder Jungen trauen sich bereits nach einem Tag, Lars zu streicheln.

Doch die Sozialpädagogin Britta Bucholz hat nicht nur Lars zu bieten, sondern noch zwei Berner Sennhunde: In Hansell haben auch die vierjährige Chaya, eine ausgebildete Therapiehündin, und Arthur (ein Jahr alt) ihr Zuhause. Ideale Trainingspartner, um Kindern mögliche Ängste zu nehmen und den richtigen Umgang mit Hunden zu vermitteln.

Doch bevor es an die „richtigen Hunde“ geht, steht ein kurzer theoretischer Teil auf dem Programm – an einem Stoffhund werden Zähne, Pfoten und Zitzen untersucht – und dann kommt Chaya hinzu. Die Überprüfung in der Praxis folgt.

Chaya ist ein idealer Partner an diesen zwei Tagen. Einige Kinder kennen die Hündin bereits aus der Borndal-Grundschule. Dort wird sie als „Lesehund“ eingesetzt (die WN berichteten).

Chaya dreht sich ruckzuck auf den Rücken, hebt die Pfoten hoch – und schon kommt ein Kind und krault die Hündin. Anschließend folgt der Ausflug – ein Sparziergang mit drei Hunden durch Hansell. „Jedes Kind darf einen Hund einmal führen“, erzählt Britta Bucholz. „Das ist überhaupt kein Problem und das größte für die Mädchen und Jungen.“ Auch Kommandos wie Sitz oder Platz werden geübt.

Den Therapiehund Chaya setzt die 42-Jährige nicht nur regelmäßig in der Borndalschule ein. Mittlerweile sind sie auch in Kitas, wie in der „Heckenrose“ zu Gast, um Ängste abzubauen und frühzeitig das richtige Verhalten im Ungang mit Hunden zu üben. Darüber hin­aus fährt Britta Bucholz einmal die Woche in das Stift Tilbeck nach Havixbeck, damit dort behinderte Menschen den Kontakt mit Chaya genießen können.

Nach den zwei Tagen haben die Kinder wichtige Verhaltensregeln gelernt. „Man soll einen Hund nie anfassen, sondern immer erst den Besitzer fragen“, sagt ein Mädchen. Bei Chaya ist der Fall klar. Streicheln erlaubt – und sie hat nichts dagegen, dass man seinen Kopf auf ihren Bauch legt. Mutprobe bestanden.

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