Jecken leisten viele Tausend Stunden ehrenamtliche Arbeit:
Prinz tauscht Zepter gegen Pinsel

Ottmarsbocholt -

Mit Leib und Seele sind die Karnevalisten der Prinzenecke Dillenbaum seit September bei der Sache. Auch zwischen den Feiertagen arbeiteten die Männer am Prunkwagen, schneiderten die Frauen Kostüme.

Freitag, 29.12.2017, 17:12 Uhr

Freude und Fleiß: Für Prinz Sascha I. (l.) und Funkenmariechen Sarah II. legen sich die Dillenbäumer Narren bereits seit September mächtig ins Zeug.
Freude und Fleiß: Für Prinz Sascha I. (l.) und Funkenmariechen Sarah II. legen sich die Dillenbäumer Narren bereits seit September mächtig ins Zeug. Foto: sff

Von wegen besinnliche Zeit zwischen den Feiertagen: Bei den aktiven Karnevalisten des Dillenbaums herrscht geschäftige Hochkonjunktur: „Wagen bauen, schneidern und basteln“ hieß es für die Jecken der Ottmarsbocholter Prinzenecke in dieser Woche. Schließlich soll Prinz Sascha I. und Funkenmariechen Sarah II. beim großen Umzug durch Otti-Botti am 4. Februar (Sonntag) ein gebührender Hof bereitet werden. Doch es steht noch jede Menge Arbeit ins Haus, bis die letzte Schraube am großen Prunkwagen versenkt, die letzte der rund 35 000 Papierrosen gewickelt und das letzte der 122 Kostüme fertig genäht ist. Bei all diesen Arbeiten lässt das Prinzenpaar die närrischen Untertanen nicht im Stich, sondern packt – wie es in Ottmarsbocholt Tradition ist – selbst kräftig mit an.

So wie in allen sieben Ecken der Karnevalshochburg wird auch im Dillenbaum schon lange gewerkelt. „Direkt nach den Sommerferien ging es hier in der Scheune von Rudi Bertling mit dem Wagenbau los. Und auch im gesamten Advent haben wir gearbeitet“, erzählt Sascha I. (Werth) mit Pinsel und Farbeimer in der Hand. Er selbst ist zwar Prinz und im richtigen Leben Architekt, doch im Kreise der profilierten Wagenbauer sieht er sich selbst eher als dienender Untertan. Denn die meisten von ihnen sind erfahrene Handwerker und wissen besser als ihr „Chef“, wie das von Klaus Mende entworfene Motiv handwerklich am Wagen umzusetzen ist.

„Mittlerweile ist das Papier fürs Rosenbinden komplett verbraucht. Wir hoffen, dass nächste Woche neues da ist und es im Keller von Hubert Falke weitergehen kann“, erzählt Guido Volle, der vor sieben Jahren erster Prinz der noch jungen Karnevalsecke Dillenbaum war. „Es wäre schön, wenn dort noch einige mehr mithelfen würden. Bis zum Umzug sind es nur noch fünf Wochen.“

Trotz der vielen Arbeit sind die Näherinnen bestens gelaunt. Auch Funkenmariechen Sarah II. (vorne, 3.v.r.) legt beim Schneidern Hand mit an.

Trotz der vielen Arbeit sind die Näherinnen bestens gelaunt. Auch Funkenmariechen Sarah II. (vorne, 3.v.r.) legt beim Schneidern Hand mit an. Foto: sff

Bis der Wagen endgültig fertig ist, werden sich jeweils acht bis zwölf Aktive insgesamt 30 Mal getroffen haben und gemeinsam schätzungsweise 1500 ehrenamtliche Arbeitsstunden für Prinz Sascha I. und den Karneval in Otti-Botti geleistet haben. Noch einmal gut 2500 bis 3000 Stunden steuern – laut Hochrechnung – die Frauen durch Näharbeiten und Rosenbinden an insgesamt über 60 Terminen bei. Auch hier legt Funkenmariechen Sarah II. selbst Hand mit an. Dieser enorme Aufwand wird nicht nur im Dillenbaum, sondern in allen sieben Karnevalsecken des 3600-Seelen-Dorfes geleistet.

„Es gibt so viel Arbeit, die Außenstehende gar nicht im Blick haben. Bei den Kostümen beispielsweise machen die Frauen alles selbst, vom Schnittmuster bis zum fertigen Kostüm. Es ist unglaublich, was in Otti-Botti ehrenamtlich auf die Beine gestellt wird. Da kann man nur den Hut vor ziehen“, lobt der Prinz voller Stolz seine vom Karnevalsvirus infizierten Untertanen.

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