130 000 Euro Förderung für Schloss Senden:
Mannenhaus wird auf sichere „Füße“ gestellt

Senden -

Zur Rettung des Mannenhauses von Schloss Senden stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz eine Förderung über 130 000 Euro zur Verfügung.

Donnerstag, 28.12.2017, 17:12 Uhr

Den symbolischen Fördervertrag der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) für das Mannenhaus nahmen die Vorsitzenden des Vereins „Schloss Senden“ Dr. Franz Waldmann (r.) und Wolfgang Voosholz (3.v.r.) gemeinsam mit Geschäftsführerin Dr. Martina Fleßner (5.v.r.) aus den Händen von Sigrid Karliczek (DSD) entgegen. Über diese Hilfe freuten sich mit ihnen (v.l.): Bürgermeister Sebastian Täger, Beigeordneter Klaus Stephan, Ewald Schulte von der Unteren Denkmalbehörde, Andreas Rohde von Westlotto und Sebastian Rudolf vom Architekturbüro Scholz.
Den symbolischen Fördervertrag der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) für das Mannenhaus nahmen die Vorsitzenden des Vereins „Schloss Senden“ Dr. Franz Waldmann (r.) und Wolfgang Voosholz (3.v.r.) gemeinsam mit Geschäftsführerin Dr. Martina Fleßner (5.v.r.) aus den Händen von Sigrid Karliczek (DSD) entgegen. Über diese Hilfe freuten sich mit ihnen (v.l.): Bürgermeister Sebastian Täger, Beigeordneter Klaus Stephan, Ewald Schulte von der Unteren Denkmalbehörde, Andreas Rohde von Westlotto und Sebastian Rudolf vom Architekturbüro Scholz. Foto: Christian Besse

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ( DSD ) stellt erneut erhebliche Mittel für die Restaurierung von Schloss Senden zur Verfügung. Dieses Mal ist die Förderung für das 1719 erbaute Mannenhaus vorgesehen, das jüngste Gebäude der gesamten Schlossanlage, deren älteste Teile aus dem 15. Jahrhundert stammen.

„Mit der Fördersumme soll die Instandsetzung der Gründung und des Sockels ermöglicht werden“, berichtet Sigrid Karliczek . Kurz vor dem Jahreswechsel überbrachte die Ortskuratorin der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz den Fördervertrag in Höhe von 130 000 Euro gemeinsam mit Andreas Rohde von West-Lotto. Dieses Unternehmen unterstützt die Denkmalstiftung mit Mitteln aus der staatlichen Lotterie „Glücks-Spirale“, heißt es in einer Mitteilung.

Besucher fragen immer wieder, ob das schiefstehende, abgesackte Mannenhaus noch zu retten ist. „Für die Stiftung als auch für den planenden Architekten Eckhard Scholz ist das keine Frage. Das schiefstehende Gebäude soll jedoch nicht aufgerichtet, sondern in seiner jetzigen Lage stabilisiert werden, so dass es weitere Jahrhunderte überdauern kann“, heißt es in einer Mitteilung.

Das Mannenhaus geriet vermutlich deshalb in Schieflage, weil es Anfang des 18. Jahrhunderts im Zuge der barocken Umplanungen als Neubau in den Bereich der vormaligen Gräfte hinein gebaut wurde. In der Zeit des Barock verlegten die damaligen Eigentümer eine seitlich auf den Schlosshof führende Brücke. Sie lag dort, wo jetzt das Mannenhaus steht, an die heutige Stelle in der Blickachse. Man wünschte damals ein dem zeitgenössischen Geschmack entsprechendes symmetrisches Schlossensemble mit Allee, Park und Ziergarten.

„Das Mannenhaus wurde also sozusagen in die Gräfte hineingebaut – ein denkbar schlechter Baugrund. Doch nicht nur das: Auch bei der Gründung beging man grobe Fehler. Für die Gründungspfähle wurde Nadelholz verwendet anstatt der für diesen Zweck üblichen und dauerhaften Eichenpfähle“, erläutert Karliczek.

„So etwas ist mir noch nie begegnet. Bei unseren Untersuchungen haben wir festgestellt, dass die Pfähle so morsch sind, dass man sie mit dem Spaten problemlos durchstechen kann“, erklärt Eckhard Scholz. Nun sei eine Bodenverbesserung/Tiefergründung mit gleichzeitiger Stabilisierung der Fundamente erforderlich, ein aufwendiges Verfahren, da man zuerst eine Arbeitsebene in der Gräfte errichten und Sicherungsmaßnahmen am Gebäude vornehmen müsse.

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Schloss Senden ist eines von über 420 Projekten, die die Denkmalstiftung dank Spenden und Mittel aus der Lotterie „GlücksSpirale“ in NRW fördern konnte.

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Bei unseren Untersuchungen haben wir festgestellt, dass die Pfähle so morsch sind, dass man sie mit dem Spaten problemlos durchstechen kann.

Architekt Eckhard Scholz
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