80. Geburtstag von Pfarrer Ausel In St. Laurentius tief verwurzelt.

Senden -

Als emeritierter Pfarrer gehört Wilhelm Ausel zum Seelsorgeteam, kann sich aber aussuchen, welche Aufgaben er übernimmt. Wie sehr er noch in St. Laurentius präsent ist, zeigte seine Feier zum 80. Geburtstag, die gut besucht war.

Von Dietrich Harhues
Viele Gratulanten  suchten am Mittwochabend das Pfarrheim auf.
Viele Gratulanten  suchten am Mittwochabend das Pfarrheim auf. Foto: di

Die Kapitänsmütze bleibt sein Erkennungszeichen, doch den Platz auf der Kommandobrücke auf dem vergrößerten „Schiff, das sich Gesamtgemeinde nennt“, hat Wilhelm Ausel abgegeben. Zur Mannschaft, dem Seelsorgeteam von St. Laurentius, gehört der Geistliche, der am Mittwoch seinen 80. Geburtstag feierte, aber immer noch. Dass Ausel, der von 1978 bis 2010 als Pfarrer in Senden wirkte, prägende Spuren hinterlassen hat, zeigte wohl auch die große Beteiligung an der Geburtstagsfeier im Pfarrheim St. Laurentius.

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Ich habe die Sorge, dass der christliche Glaube immer mehr verdunstet.

Wilhelm Ausel

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Gegenüber den WN blickte Ausel zuvor beim Gespräch in seiner Wohnung am Spitalweg auf Jahrzehnte in Senden zurück und wagte auch einen Ausblick auf Herausforderungen, denen das Christentum ausgesetzt ist. Und das sieht der Geistliche in Bedrängnis: „Ich habe die Sorge, dass der christliche Glaube immer mehr verdunstet.“

Allerdings, schränkt der langjährige Pfarrer ein, liege dies nicht an der „Oberflächlichkeit der Leute“. Vielmehr moniert Ausel auch die „Altertümlichkeit bei der Verkündigung des Glaubens“. Die Kirche müsse „alte Zöpfe, die noch herumgeschleppt werden“, abschneiden. Dabei denkt der Sendener nicht zuerst an den Zölibat, weiß aber, dass diese Frage stark von außen an die Kirche herangetragen wird. Für Ausel könne die Ehelosigkeit beibehalten werden – „aber nicht verpflichtend für alle, die ein Weiheamt übernehmen wollen“.

Mehr Offenheit bei Frauen als Priestern und Zölibat

Bei der Rolle der Frauen in der Kirche würde der Seelsorger in St. Laurentius ebenfalls für eine Öffnung plädieren. Frauen im Priesteramt – da sei die evangelische Kirche schon weiter. Ansätze des Aufbruchs erkennt der gebürtige Lengericher in der katholischen Kirche – die insoweit an die Zeit seiner Priesterweihe vor 53 Jahren erinnern, als das Zweite Vatikanische Konzil Veränderungen einleitete. Der heutige Aufbruch sei stark mit der Person von Papst Franziskus verbunden.

Dass Veränderungen in der Regel Befürchtungen auslösen, habe sich auch bei der Sanierung und Umgestaltung der Pfarrkirche gezeigt, die Ausel täglich im Austausch mit Handwerkern begleitet. Die Sorgen versteht Ausel, pocht aber auf die Notwendigkeit dieses Prozesses: „Ich stehe voll und ganz dahinter.“

Wissenschaft und Glaube versöhnen

Nicht nur baulich müsse die Kirche darauf reagieren, dass andere Zeiten angebrochen seien, sondern auch bei der Glaubensvermittlung. Wissenschaft und Glaube müssten sich nicht ausschließen.

Für Ausel ist das Bekenntnis zum Christ-Sein gerade in Zeiten von Krieg und Terror erforderlich: Weil es für Nächstenliebe und Wertschätzung einer jeden Person als Mensch stehe.

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