Preußen-Stadion in Bösensell Preußen-Offensive trifft auf geteilte Meinungen

Bösensell -

Der Vorstoß des SC Preußen, eine bundesligataugliche Fußball-Arena in Bösensell errichten zu wollen, stößt auf Begeisterung und Skepsis. Sendens Politiker halten sich noch bedeckt.

Von Dietrich Harhues
Preußen-Stadion in Bösensell: Preußen-Offensive trifft auf geteilte Meinungen
Münsterland-Stadion in Bösensell: Gegenüber dem Autohof könnte die Arena entstehen. Foto: Jürgen Christ

Der Pass über die Stadtgrenze ist gelungen, der Ball liegt nun in Bösensell. Dort und in ganz Senden wird über den Spielzug des Traditionsclubs diskutiert. Wen wundert´s: Der WN-Bericht hat gehörig eingeschlagen, dass der SC Preußen an Plänen bastelt, die von ihm herbeigesehnte Fußball-Arena in der Nähe von Bahnhof und Autohof, zwischen A 43 und Gleisen, zu errichten. Ob die Preußen mit ihrer Offensive einen Treffer landen, steht aber noch dahin.

Euphorische Reaktionen im Netz

Die Nachricht sorgte an realen Stammtischen wie an virtuellen für Gesprächsstoff. Der Blick in soziale Netzwerke wie der fast 4200 Mitglieder umfassende Facebook-Gruppe „Du bist Sendener, wenn“ spiegelt das Spektrum der Reaktion in voller Breite wider. Viele User äußern ihre Begeisterung: „Ja, wie cool ist das denn bitte . . . kann man schon ne Dauerkarte irgendwo bestellen?“, postete ein User aus Senden. „Welcome, das wäre echt klasse“, betonte ein weiterer. Vom Vorzug, mit dem Rad zum Stadion zu fahren, schwärmten andere, die mit Fußball und dem SCP sympathisieren und aus der Stevergemeinde stammen.

Doch auch Preußen-Fans, die zugeben, bisher allein auf die Karte gesetzt haben, dass der Kicker-Club in seiner Heimatstadt ein neues Domizil bekommt, können sich mit dem neuen Spielmanöver anfreunden: „Ich war immer gegen eine Entscheidung über die Stadtgrenze hinaus. Mittlerweile jedoch: Besser könnte eine Entscheidung nicht fallen. Die Stadt Münster will nicht. Pech gehabt.“

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Finanzielle Risiken bereiten Sorge

Doch ungebremste Euphorie allein löste die Vision vom Münsterland-Stadion in Senden-Bösensell nicht aus. Skeptische und kritische Stimmen waren ebenfalls zu finden: „Warum soll unsere Gemeinde irgendwelche, wie auch immer geartete, z.B. finanzielle Risiken eingehen“, fragt sich ein Mitglied der Facebook-Gruppe.

Dieses Statement löste den Hinweis aus, dass das darüber noch keine Informationen vorliegen und deshalb nicht schon „rumgemotzt“ werden solle. Tatsächlich ist die Frage, ob und wie sich die Gemeinde beteiligt noch völlig offen, ergaben auch die WN-Recherchen im Sendener Rathaus.

Bei Bösensellern, die ohnehin den Preußen zugewandt sind, punktet der Verein mit seinem Plan. „Hervorragend“, sagte ein Bewohner des Ortsteils über die Vorstellung, das Stadion „lande“ in dem „Dorf“, das bis dato vor allem für seine Möbelhäuser bekannt ist.

Preußen-Aufsichtsratschef Frank Westermann bekräftigte im WN-Interview zum Standort Bösensell: „Ja, das ist eine sehr ernsthafte Option.“

Anderen Bösensellern stößt die Aussicht bitter auf: Sie erinnern daran, dass ihr Freibad eingestampft worden sei und es bei der Buslinie am Wochenende nach Senden hapere, während gleichzeitig hochfliegende Pläne gemacht würden.

Kommunalpolitiker halten sich bedeckt

Die Kommunalpolitik bezieht noch keine Stellung zu der Stadion-Frage, gibt Georg Jacobs, CDU-Ratsherr und Vorsitzender des Bezirksausschusses Bösensell, die übereinstimmende Haltung aller Fraktionen wieder. Deren Vorsitzende waren von der Rathausspitze informiert worden, einige Mandatsträger erfuhren von den Gesprächen zwischen SCP und Stevergemeinde jedoch erst aus dem WN-Bericht, der online erschienen, bevor am selben Tag die Mandatsträger im Rat offiziell in Kenntnis gesetzt wurden. Jacobs und die Politiker-Kollegen benötigen erst weitere Informationen und ein Stimmungsbild aus der Bevölkerung, bevor sie eine Position beziehen können, hieß es auf Anfrage.

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