Therapiehunde im Altenheim St. Johannes im Einsatz: Glücksbringer auf vier Pfoten

Senden -

Sozialpädagogin Heike Altenhövel besucht mit ihren Therapiehunden Fritz und Lilly Demenzkranke im Altenheim St. Johannes. Der Kontakt mit den Tieren bereitet den Bewohnern Freude und lässt sie aufleben.

Von Siegmar Syffus
Über die Streicheleinheiten nehmen demenzkranke Bewohner Kontakt zu der sie umgebenden Welt auf. Sie freuen sich über den Besuch der Tiere und erleben glückliche Momente.
Über die Streicheleinheiten nehmen demenzkranke Bewohner Kontakt zu der sie umgebenden Welt auf. Sie freuen sich über den Besuch der Tiere und erleben glückliche Momente. Foto: sff

Für Hildegard Simon geht die Sonne auf: Vierbeiniger Besuch im Doppelpack. Die 84-Jährige juchzt und stahlt vor Glück. Und auch Labrador Fritz und die kleine Mischlingshündin Lilly freuen sich: Schwanzwedelnd tapern sie auf die Bewohnerin des Altenheims St. Johannes zu – Heike Altenhövel folgt im Schlepptau.

Die Sozialpädagogin ist nicht nur „Frauchen“ der beiden Therapiehunde , sondern auch Mitarbeiterin des Sozialen Dienstes im Sendener Altenheim.

Lilly liegt derweil auf dem Sessel neben der Seniorin und lässt sich wieder und wieder streicheln. „Ich lieb‘ dich doch, das weißt du doch“, flüster Hildegard Simon. „Ich würd‘ dich gerne mit nach Hause nehmen. . .“

„Lilly ist eher zum Kuscheln da und geht mit zu den bettlägerigen Bewohnern. Fritz ist für die aktiveren Bewohner zum Spielen, Apportieren, Pfötchen-geben, und er kann kleine Kunststücke“, beschreibt Heike Altenhövel die Aufgabenteilung ihrer vierbeinigen Mitarbeiter. Der Labrador sorgt zudem für besondere Erheiterung in den Wohnbereichen. Denn zum Dienst erscheint er mit einer Aktentasche im Maul. „In der Mappe sind Süßigkeiten für die Bewohner und Leckerlis für Fritz“, lüftet Heike Altenhövel ein „offenes Geheimnis“.

„Die Hunde vermitteln unseren Bewohnern Lebensfreude. Sobald Fritz und Lilly kommen, sind sie plötzlich hellwach. Die Hunde bauen eine Art Brücke zwischen unserer Welt und der Welt der Demenzkranken, deren Sprache verloren geht. Mit den Tieren kommunizieren sie auf einer emotionalen Ebene“, erläutert die Sozialpädagogin den therapeutischen Effekt.

Während der zweijährige Fritz bei den fitten Bewohnern den Clown und Animateur spielt, macht sich die mit neun Jahren selbst schon betagte Lilly als Schmusetier verdient. „Die Arbeit ist für beide Tier anstrengend, weil sie ständig unter Kommando stehen und nicht frei sind. Nach einer halben Stunde brauchen sie eine Pause, damit sie die Freude an der Therapie nicht verlieren“, erzählt Heike Altenhövel.

Längst nicht jeder Hund eignet sich für die Therapiearbeit. Nach einer allgemeinen Grundausbildung wurden die Tier vor Ort im Altenheim Schritt für Schritt unter Begleitung einer Hundetrainerin an ihre Aufgaben herangeführt. „Felix und Lilly sind geimpft, entwurmt und stehen unter ständiger tierärztlicher Kontrolle. Und selbstverständlich gehen wir nicht zu Allergikern oder zu Bewohnern, die sich vor Hunden fürchten“, berichtet die Sozialpädagogin.

"

Die Hunde bauen eine Art Brücke zwischen unserer Welt und der Welt der Demenzkranken, deren Sprache verloren geht.

Heike Altenhövel vom Sozialen Dienst des Altenheims St. Johannes

"
Leserkommentare
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3933197?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F166%2F