Kommunalpolitik
1,2 Millionen für den Sport

Nottuln -

Grüne, CDU und FDP wollen in diesem Jahr 1,2 Millionen Euro für den Sport im Gemeindehaushalt bereitstellen.

Freitag, 09.02.2018, 07:02 Uhr

Der Wasserspielplatz: So wird im Volksmund inzwischen der Ascheplatz in Appelhülsen bezeichnet. Hier spritzt Timo Zimmermann beim Flanken mit Wasser.
Der Wasserspielplatz: So wird im Volksmund inzwischen der Ascheplatz in Appelhülsen bezeichnet. Hier spritzt Timo Zimmermann beim Flanken mit Wasser. Foto: Johannes Oetz

Für die Sportstätten in der Gemeinde Nottuln werden im Haushalt 2018 insgesamt 1,2 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Welche Maßnahmen damit finanziert und in welcher Form diese umgesetzt werden sollen, darüber wird noch einmal beraten. So lautete der Antrag, den die Grünen mit Unterstützung von CDU und FDP im Gemeindeentwicklungsausschuss einbrachten. Den elf Ja-Stimmen der drei Fraktionen standen die acht der UBG und der SPD gegenüber.

In der Diskussion hatte die CDU zunächst favorisiert, die drei vom Ausschuss in einer vorhergehenden Sitzung priorisierten Projekte zu finanzieren: Umwandlung des Tennen- in einen Kunstrasenplatz in Appelhülsen, Sanierung des alten Kunstrasens in Nottuln und Bezuschussung der Bogensportanlage in Schapdetten. Für diese Projekte standen allerdings Summen in der Kostenschätzung, „die haben uns erschreckt“, wie Fraktionsvorsitzender Hartmut Rulle formulierte. Für Appelhülsen waren rund 1 Million Euro, für Nottuln rund 950 000 Euro angesetzt worden, zudem 23 000 Euro für Schapdetten. „Das kann man bestimmt günstiger machen“, war Rulle überzeugt.

Zweifel einzelner Politiker an den Zahlen wurden von der Verwaltung zerstreut. Das Büro, das sie aufgestellt hatte, sei renommiert. Außerdem seien die Anlagen in anderen Kommunen vergleichbar teuer gewesen, hatte sich Beigeordnete Doris Block kundig gemacht. Dass andere Kommunen bei Kunstrasenplätzen mit einer halben Million Euro ausgekommen seien, liege daran, dass diese solche Projekte entweder nicht voll finanziert, sondern nur bezuschusst hätten oder die Projekte kleiner dimensioniert gewesen seien.

Das war ein Punkt, den Andreas Hüls, Vorsitzender des SV Arminia Appelhülsen, aufgriff. Er habe beim DFB erfahren, dass das Fußballfeld nicht – wie von der Gemeinde vorgeschlagen – 116 mal 80 Meter groß sein müsse, sondern 104 mal 68 Meter ausreichen würden. Das verringere die Gesamtfläche von 9200 auf 7000 Quadratmeter. Außerdem könne die Aschelaufbahn bestehen bleiben – die Gemeinde hatte hier ebenfalls eine Kunststofflösung vorgesehen. Und schließlich betonte Hüls: „Es wird nicht an Sponsoring und Eigenleistung fehlen. Die Hauptsache ist, wir können anfangen.“

Doris Block räumte ein, dass die Verwaltung die großen Lösungen habe berechnen lassen, um die Zahlen für alle möglichen Fragen der Politik parat zu haben. Kleinere sinnvolle Lösungen seien natürlich möglich. Grundsätzlich aber gab sie zu bedenken, dass die Gemeinde auch die 1,2 Millionen Euro nicht mehr aus eigenen Mitteln stemmen könne. Ein Kredit jedoch werde den ohnehin schon sehr hohen Kapitaldienst für laufende Kredite noch weiter erhöhen.

Das wussten auch die Grünen. Ebenso wie die CDU sahen auch sie die Notwendigkeit von Maßnahmen, betonten jedoch, dass sie auch die Bedarfe anderer Vereine – hier vor allem der Reha-Aktiv-Gemeinschaft – sehen. Richard Dammann: „Darüber wollen wir erst noch mal sprechen.“ Dammann lag die Bezuschussung der Bogensportanlage quer im Magen, man rede hier über eine Randsportart für nur sehr wenige Sportler. Die CDU hingegen sah ein schlüssiges Konzept des SV Fortuna Schapdetten. Durch die Besetzung einer Nische werde der Sportverein attraktiver auch für Nicht-Schapdettener und das Dorfleben gestärkt. Die Bogensportler sollen ihre Ideen noch einmal im Ausschuss vorstellen.

Während die FDP dem 1,2-Millionen-Vorschlag der Grünen folgen konnte, blieb die UBG dabei, zunächst über die vielen insgesamt anstehenden Projekte zu sprechen, um zu sehen, wie viel Geld bereitzustellen ist, und die Vorhaben dann zu priorisieren. „Es tut mir für die Sportvereine leid, aber wir können dem so nicht zustimmen“, erklärte Fraktionsvorsitzender Jan Van de Vyle. Die Etatberatungen wollte auch die SPD abwarten und stimmte ebenfalls gegen die Einstellung der 1,2 Millionen Euro.

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