Trauriger Anblick nach „Friederike“
„Es ist kein böser Wille“

Nottuln -

Die Gemeindeverwaltung lässt im Pastorskamp alle Bäumen fällen – über 100 Hainbuchen.

Freitag, 19.01.2018, 20:01 Uhr

Es hilft nichts: Im Pastorskamp müssen alle Hainbuchen gefällt werden.
Der Pastorskamp ohne Hainbuchen – die Luftaufnahme vermittelt einen ersten Eindruck. Foto: Hinkerohe & Gorke Luftaufnahmen (www.hg-luftaufnahmen.de)

„Es ist kein böser Wille. Wir haben keine andere Wahl. Es wird alles wieder schön.“ Diese Sätze sagte am Freitagvormittag Bürgermeisterin Manuela Mahnke – vor Ort, im Pastorskamp. Dort müssen und werden in den kommenden drei bis vier Tagen alle 112 bis 115 Hainbuchen gefällt.

Michael Kneuer , Technischer Leiter Grünflächen, war schon am Sturmtag mit Kollegen im Pastorskamp gewesen. Anwohner hatten die Gemeindeverwaltung gerufen. Eine Hainbuche war durch „Friederike“ komplett entwurzelt worden. „Bei über 90 Prozent der Bäume“, so Kneuer am Freitag gegenüber dieser Zeitung, hätte der Sturm die Wurzelteller, sprich den gesamten oberen Wurzelbereich, gelockert. „Wir haben gestern gesehen, wie sich die kompletten Wurzelteller bewegt haben.“ Das bedeute, dass die Wurzeln des jeweiligen Baumes locker oder sogar gerissen seien. Kneuer zeigte ein Video, das er am Donnerstag aufgenommen hatte: Die Erde unter einem Baum hebt sich an der Seite hoch und runter, selbst das Pflaster bewegt sich. Die Bäume jetzt nicht fällen zu lassen, „das kann ich nicht verantworten“, sagte Kneuer am Freitag klipp und klar.

Auch Daniel Krüger, Betriebsleiter Gemeindewerke, und Caglayan Korkmaz, Fachbereichsleiter Sicherheit und Ordnung, hatten sich die Schäden angesehen.

Am Freitag wurden die ersten Bäume gefällt – kein schöner Anblick, nur Baumstümpfe sind noch zu sehen. Dass auch die zehn Prozent Bäume gefällt werden, die noch standfest sind, begründete Kneuer damit, dass diese Hainbuchen, würden sie vereinzelt stehenbleiben, dem nächsten Sturm noch mehr ausgesetzt seien.

Bürgermeister Manuela Mahnke (rechts) sowie (v.l.) Michael Kneuer, Daniel Krüger und Caglayan Korkmaz sprachen am Tag nach dem Sturmtief mit Anwohnern, hier mit Ursula Hinze.

Bürgermeister Manuela Mahnke (rechts) sowie (v.l.) Michael Kneuer, Daniel Krüger und Caglayan Korkmaz sprachen am Tag nach dem Sturmtief mit Anwohnern, hier mit Ursula Hinze. Foto: Bettina Laerbusch

„Ich finde es toll, dass die Verwaltung so schnell ist“, lobte Anwohnerin Ursula Hinze. Dass bereits einen Tag nach dem Sturm eine Fachfirma am Werk war, lag daran, dass die Gemeinde diese sowieso für den Freitag geordert hatte: Eigentlich sollte eine Eiche am Kücklingsweg für den dort geplanten Fuß- und Radweg gefällt werden. Die muss jetzt warten.

Die Fällung der Bäume sei jetzt nur der erste Schritt, weil Gefahr im Verzug sei, betonten Manuela Mahnke und Michael Kneuer. Anschließend, so die Bürgermeisterin, müsste der Rat in enger Abstimmung mit den Anliegern, der Verwaltung und Experten entscheiden, welche Baumart neu angepflanzt werden soll. Eine Ersatzbepflanzung werde es auf jeden Fall geben. Mahnke: „Es kann nicht sein, dass hier keine Bäume stehen.“ Aber das könne nicht von heute auf morgen geschehen.

Baum um Baum arbeitet sich die Fachfirma vor. Zurück bleiben nur Baumstümpfe.

Baum um Baum arbeitet sich die Fachfirma vor. Zurück bleiben nur Baumstümpfe. Foto: Bettina Laerbusch

Um 7.30 Uhr hatten die Männer der Fachfirma mit der Arbeit begonnen. Um die 30 Jahre, sagte Karl Weckendorf als Anlieger, seien die Hainbuchen alt (gewesen).

In den nächsten Tagen werden Michael Kneuer und Kollegen auch andere Straßenzüge in der Gemeinde begutachten und entscheiden, wo nach „Friederike“ vielleicht noch weitere Bäume gefällt werden müssen.

Die Feuerwehr wurde am Freitag nach um die 150 Einsätzen am Vortrag nur noch einmal gerufen: zu einem umgestürzten Baum. „Um den kümmert sich jetzt der Bauhof“, so Wehrführer Johannes Greve.

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