Rettungswache Nottuln Retter brauchen mehr Platz

Nottuln -

Seit die Nottulner Rettungswache Ausbildungsstandort geworden ist, reicht der Platz nicht mehr aus. Ein Provisorium sorgt nun für Entlastung.

Von Ludger Warnke
 Die großen Wohnmodule werden mit einem Schwerlastkran hinter die Rettungswache gebracht. Die großen Wohnmodule werden mit einem Schwerlastkran hinter die Rettungswache gebracht. Dort sollen sie zwei Jahre lang als Schulungs- und Aufenthaltsräume für die Mitarbeiter genutzt werden.
 Die großen Wohnmodule werden mit einem Schwerlastkran hinter die Rettungswache gebracht. Die großen Wohnmodule werden mit einem Schwerlastkran hinter die Rettungswache gebracht. Dort sollen sie zwei Jahre lang als Schulungs- und Aufenthaltsräume für die Mitarbeiter genutzt werden. Foto: Ludger Warnke

Der große, blaue Schwerlastkran an der Lise-Meitner-Straße ist nicht zu übersehen. Und ebenso wenig die großen Wohnmodule, die mit mehreren Lkw vor die Rettungswache gefahren werden. Insgesamt acht Module nimmt der Kran nacheinander an den Haken, hebt sie über das Gebäude und setzt sie auf der Rückseite für die Endmontage ab.

Mit den acht mobilen Wohnmodulen behebt der Kreis Coesfeld einen akuten Platzmangel in der Nottulner Rettungswache. Denn die Mitarbeiterzahl ist in den vergangenen Jahren gewachsen, wie Michael Hofmann , Leiter des DRK-Rettungsdienstes im Kreis Coesfeld, auf WN-Nachfrage betont. Seit drei Jahren ist die Rettungswache in Nottuln auch Ausbildungsstandort. Derzeit absolvieren in Nottuln sechs junge Leute die dreijährige Ausbildung zum Notfallsanitäter. Für sie wurde es notwendig, nicht nur Unterbringungsräume zu schaffen, sondern auch Seminar- und Schulungsräume vor Ort.

Natürlich sei dies nur eine vorübergehende Maßnahme, „eine Notlösung“, erklärt Michael Hofmann. „Wir sind dem Kreis Coesfeld aber sehr dankbar, dass er dies macht.“

Hinter der Rettungswache erfolgt die Endmontage. Zwei Jahre lang sollen die Module als Schulungs- und Aufenthaltsräume für die Mitarbeiter genutzt werden. Foto: Ludger Warnke

Zwei Jahre lang sollen die neuen Modulbauten an der Rettungswache in Nottuln genutzt werden, erläutert Christoph Hüsing, Pressesprecher des Kreises Coesfeld. Der Aufbau und der spätere Abbau der Wohnmodule schlägt mit rund 14 000 Euro zu Buche. Hinzu kommt eine monatliche Miete von 1572 Euro. Schließlich investiert der Kreis noch weitere 10 000 Euro, um im Obergeschoss der Rettungswache zusätzliche Schlafräume zu schaffen. Damit ist den Mitarbeitern des Rettungsdienstes zunächst einmal geholfen.

Das zweijährige Provisorium schafft Freiraum, über eine endgültige Lösung nachzudenken. Und diese endgültige Lösung schließt einen Rettungswachen-Neubau nicht aus. Denn: Das Grundstück an der Lise-Meitner-Straße ist für eine bauliche Erweiterung nur wenig geeignet.

Der Kreis Coesfeld hat daher bereits Kontakt zur Gemeinde Nottuln aufgenommen, ob es an anderer Stelle im Ort ein geeignetes Grundstück gibt.

3298 Einsätze

Die Rettungswache Nottuln ist im Rettungsdienst-Konzept des Kreises ein wichtiger Baustein. Im Jahr 2016 verzeichnete die Rettungswache Nottuln 3298 Einsätze (Rettungsdienst, Krankentransporte, Notarzteinsätze). In diesem Jahr sind es bislang 2558 Einsätze (Stand: 13. November). Ausgestattet ist die Rettungswache mit einem Rettungswagen (RTW, rund um die Uhr verfügbar) sowie einem Krankentransportwagen (KTW) und einem Notarzteinsatzfahrzeug (NEF). Letztere beiden Fahrzeuge stehen montags bis freitags im Zeitraum von 9 bis 18 Uhr für jeweils neun Stunden zur Verfügung. Nach Einschätzung von Rettungsdienstleiter Michael Hofmann werden die Einsatzzahlen in Zukunft weiter steigen. Es sei daher dringend geboten, sich auch um den Nachwuchs zu kümmern und neue Notfallsanitäter auszubilden. Nottuln sei eine von vier Lehr-Rettungswachen im Kreis. - luw

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