Bürger diskutieren über die Gräfte „Extrem schade“

Appelhülsen -

Der Vorschlag, die Gräfte am Prozessionsweg zuzuschütten, stößt in Appelhülsen auf große Kritik.

Von Ludger Warnke
Die Gräfte am evangelischen Gemeindezentrum in Appelhülsen. Die Gemeinde Nottuln ist vertraglich verpflichtet, sich um die Instandhaltung zu kümmern.
Die Gräfte am evangelischen Gemeindezentrum in Appelhülsen. Die Gemeinde Nottuln ist vertraglich verpflichtet, sich um die Instandhaltung zu kümmern. Foto: Ludger Warnke

Der Vorschlag aus der Nottulner Kommunalpolitik, die Gräfte am Prozessionsweg in Appelhülsen zuzuschütten, statt für viel Geld auszubaggern, hat am Wochenende in Appelhülsen für lebhafte Diskussionen gesorgt. Auch bei Facebook wird das Thema umfangreich besprochen, dabei stößt der Vorschlag auf breite Ablehnung. Eine Appelhülsenerin kommentiert mit bitterem Unterton: „Warum soll in Appelhülsen auch etwas erhalten werden? Ist doch alles zu teuer. Hauptsache, der Ortskern in Nottuln wird hübsch gemacht.“ Dafür erntet sie viele Likes. Und ein anderer fordert: „Im Gegenzug wird der Teich im Rhodepark auch zugeschüttet.“

Wie berichtet, soll die Gräfte nach vielen Jahren ausgebaggert werden, weil der angesammelte Faulschlamm zu großen Geruchsbelästigungen im Sommer führt. Die Gemeinde Nottuln, die aufgrund eines altes Vertrages für die Instandhaltung der Gräfte zuständig ist, geht von Kosten in Höhe von 130 00 Euro aus, da der Faulschlamm auf einer Deponie entsorgt werden muss. Wegen dieser hohen Kosten hatte die FDP ein Zuschütten der Gräfte ins Spiel gebracht. Zustimmung dafür gab es von der UBG.

In der Internet-Diskussion weisen Bürger daraufhin, dass an der Gräfte viele Tiere beheimatet sind. „Man muss nicht immer alles vernichten, was seit Jahrhunderten besteht“, schreibt eine Bürgerin und fragt: „Wo bleibt da unser Umweltschutz?“

Eine andere Diskussionsteilnehmerin meint: „Nichts ist umsonst, aber der Natur zuliebe, die ja ohnehin immer mehr Schaden nimmt, sollte man das auf jeden Fall erhalten. Muss der Mensch alles zerstören?!“

Eine Appelhülsenerin erinnert an ihre Kindheit, als sie und andere Kinder im Bereich der Gräfte spielten, und betont: „Sind solche Ecken nicht genauso wie der Kinderwald und der ‚Grubenwald‘ am Frenkingshof Orte, die uns Dorfkinder ausmachen? Ich fände es extrem schade, wenn das alles verloren geht.“

Einige Diskussionsteilnehmer zeigen aber auch Verständnis. „Wenn man die Kosten sieht, kommt man schon ins Grübeln.“

Noch sei kein Beschluss gefasst worden, die Verwaltung sei nur mit einer Prüfung beauftragt, beteiligt sich SPD-Ratsherr Andreas Winkler an der Diskussion. Seine Meinung: „Ich erwarte eigentlich, dass ein Zuschütten bei der vertraglichen Übernahme durch die Gemeinde nicht möglich ist. Was hätte sonst eine Pflegeverpflichtung für einen Sinn?“

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