Banken informieren Neue gesetzliche Bestimmungen

Nottuln -

Die Geldinstitute informieren über Änderungen der Geschäftsbedingungen. Kein Problem. Trotzdem sollten die Kunden genau hinschauen.

Von Ludger Warnke
 
  Foto: Ludger Warnke

Jeder Nottulner, der Kunde bei einem Geldinstitut ist, bekommt sie auf den Tisch: die Information über die Änderung der Geschäftsbedingungen zum 13. Januar 2018. Volksbank Nottuln und Sparkasse Westmünsterland haben in diesen Tagen ihre Kunden in der Gemeinde informiert. Sparkassenkunden erhielten eine 63-seitige Broschüre, in der die Veränderungen mit roter Schrift markiert sind. Die Volksbank Nottuln informiert auf insgesamt 20 DIN-A4-Seiten.

„Es gibt einen berechtigten Anlass für diese Änderungen“, erklärt Verbraucherberater Ulrich Mensing von der Verbraucherzentrale Dülmen auf WN-Anfrage. Aufgrund europäischer Vorgaben treten neue gesetzliche Bestimmungen für die Erbringung von Zahlungsdiensten in Kraft. An diese neuen Bestimmungen müssen alle Geldinstitute ihre Geschäftsbedingungen anpassen. Wichtig: Kunden, die mit den Änderungen nicht einverstanden sind, müssen selbst aktiv werden und dies ihrer Bank oder Sparkasse mitteilen. Ansonsten gilt das Einverständnis als erteilt. Kunden haben auch ein kostenfreies und fristloses Kündigungsrecht.

Informationen genau anschauen

Mensing schätzt, dass die meisten Volksbank- und Sparkassenkunden sich wahrscheinlich keine Sorgen machen müssen. Aus Sicht der Verbraucherzentrale NRW besteht wegen dieser AGB-Änderung derzeit kein Handlungsbedarf. Die zugrundeliegende Gesetzesänderung betreffe alle Kreditinstitute, sodass Verbraucher ihr durch einen Anbieterwechsel nicht entgehen können. Sollte sich eine der neuen Klauseln als rechtswidrig erweisen, dürfen sich Banken ohnehin nicht darauf berufen. Egal ob der einzelne Kunde widersprochen hat oder nicht.

Verbraucherberater Mensing empfehlt dennoch: „Als Verbraucher sollte man sich die Information genau anschauen.“ Einige Geldinstitute nehmen die AGB-Änderung zum Anlass, um zugleich die Höhe einiger Entgelte zu verändern. So sind die Girobriefumschläge bei einigen Kontomodellen der Postbank zukünftig nicht mehr kostenfrei. Auch einige Auslandsüberweisungen werden teurer.

Drei Änderungen in der Preisliste

Die Volksbank Nottuln informiert ihre Kunden über drei Änderungen in der Preisliste. Die Ausstellung einer „Ersatzkarte Girocard V PAY“ kostet künftig 6 Euro (nur in Fällen, in denen der Kunde die Gründe für den Ersatz selbst zu vertreten hat und die Bank nicht zur Ausstellung einer Ersatzkarte verpflichtet ist). Außerdem kostet die berechtigte Ablehnung der Einlösung einer autorisierten SEPA-Basis-Lastschrift bzw. SEPA-Firmen-Lastschrift wegen fehlender Kontodeckung jeweils 1,95 Euro.

Volksbankvorstand Martin Herding erklärte auf Nachfrage unserer Zeitung, dass im Zuge der Fusion alle Kunden neue Bankkarten erhalten haben. In diesem Zusammenhang habe man nun auch die Kosten für eine Ersatzkarte geregelt. Die Kosten für die Ablehnung einer Lastschrift wegen fehlender Kontodeckung sei nichts Neues. Das habe es auch vorher schon gegeben, auch bei anderen Instituten. Die Volksbank reduziere den Preis dafür aber nun von 3 Euro auf 1,95 Euro. Damit bewege man sich auf einem branchenüblichen Niveau.

Sowohl Volksbank als auch Sparkasse stehen ihren Kunden für Fragen zur Verfügung. „Die Kunden können einfach ihren Berater ansprechen“, sagt Sparkassensprecher Robert Klein.

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