Technologische Entwicklung „Glasfaser ist die Zukunft“

Nottuln -

Im Außenbereich sieht es nicht schlecht aus, in der Ortslage dagegen hat Nottuln noch Nachholbedarf beim Thema Glasfaser.

Von Ludger Warnke
Landwirte verlegen in Eigenregie Leerrohre für Glasfaserleitungen (hier ein Beispiel aus Schölling-Holtrup bei Senden).
Landwirte verlegen in Eigenregie Leerrohre für Glasfaserleitungen (hier ein Beispiel aus Schölling-Holtrup bei Senden). Foto: Dietrich Harhues

4 – 13 – 27! Das ist kein Code für das Zahlenschloss eines Diplomatenkoffers, sondern diese Zahlen geben die aktuelle Verfügbarkeit von Glasfaseranschlüssen in der Gemeinde Nottuln wieder.

► 4 Prozent der Haushalte innerhalb der geschlossenen Ortslage können auf einen direkten Glasfaseranschluss bis an das Gebäude zugreifen (zum Beispiel Wohngebiet Fasanenfeld II).

►  13 Prozent der Gewerbetreibenden in den Gewerbe- und Industriegebieten haben ebenfalls diese Möglichkeit (zum Beispiel im Gebiet Beisenbusch).

► Am höchsten ist die Glasfaserquote im Außenbereich: 27 Prozent der Landwirte haben ein Glasfaserkabel direkt bis zum Hof liegen.

Der hohe Anteil im Außenbereich verwundert nicht, denn immer mehr Landwirte schließen sich zu sogenannten „Buddelvereinen“ zusammen und verlegen Leerrohre für Glasfaserstrecken in Eigenregie. „Dieses Vorgehen hat eine große Dynamik entwickelt“, betonte Jochen Wilms , Breitband-Koordinator der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Kreis Coesfeld, als er der Nottulner Kommunalpolitik in dieser Woche einen Überblick über den Stand des Glasfaser- und Breitbandausbaus gab.

Aktuell laufe für Appelhülsen das Verfahren zur Nachfragebündelung, und für die Landwirte in Darup liege die Glasfaserausbauzusage vor. Für die Landwirtschaft bringt das gemeinsame Vorgehen einen Kostenvorteil. Dennoch lägen die Anschlusskosten im Außenbereich um ein Vielfaches über denen im bebauten Innenbereich, betonte Wilms.

Um den Landwirten im Außenbereich zu helfen, ist die Gemeinde bereit, bei den Buddelvereinen die Geschäftsführung zu übernehmen, berichtete Bürgermeisterin Manuela Mahnke. Damit werde sich dann der neue Wirtschaftsförderer beschäftigen.

Wenn es um den Glasfaseranschluss bis ans Gebäude geht, hat die Gemeinde also noch einen langen Weg bis zur Vollversorgung vor sich. Aus Sicht der wfc führt langfristig kein Weg an der Glasfaser vorbei. „Glasfaser ist die Zukunft“, betonte Jochen Wilms. Nur mit dieser Technologie lasse sich der Schritt ins Gigabit-Zeitalter durchführen, denn der Datenverkehr werde weiter stark wachsen.

Von der Glasfasertechnologie zu trennen ist das sogenannte Vectoring. Hier werden Glasfaserkabel bis zu Verteilerkästen in den Wohngebieten verlegt, doch auf der sogenannten „letzten Meile“ wird das vorhandene Kupferkabel genutzt. Mit diesem hochgerüsteten Kupferkabelnetz lassen sich Downloadraten von bis zu 100 Mbit/s erreichen. Und in dieser Hinsicht sieht es in der Gemeinde recht gut aus. So ist die Telekom gerade dabei, die letzen Leitungen für das Vectoring in Nottuln zu verlegen (wir berichteten). Nach Aussage von Breitbandkoordinator Jochen Wilms erreicht die Gemeinde damit einen Breitbandversorgungsgrad von über 70 Prozent. Dennoch: „Vectoring ist nur eine Brückentechnologie“, betont Wilms.

Die nun bessere Breitbandversorgung wird aber an anderer Stelle zum Pro­blem: Die Gemeinde sitzt auf 50 000 Euro Fördermitteln, die für die Erarbeitung von Strategien zum Breitbandausbau verwendet werden dürfen. „Die Situation in Nottuln ist jetzt nicht mehr schlecht genug, um die Fördermittel noch dafür einsetzen zu können“, erklärte Karsten Fuchte von der Verwaltung. Weil auch andere Kommunen in dieser Situation sind, loten wfc und Kommunen die Möglichkeiten für ein gemeinsames Gigabit-Strategiepapier aus.

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